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Sind Jugendlichen Umgangsformen egal?

Grimmen Sind Jugendlichen Umgangsformen egal?

Der Philosoph Sokrates wusste schon 400 v. Chr: Die Jugend hat schlechte Manieren und verachtet die Autorität

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Vorurteil? Junge Leute wissen einfach nicht mehr, wie man sich angemessen benimmt.

Quelle: Fotos: Nele Ziesemer, Anne Jander, Yasmin Ick, Nadine Pietschmann

Grimmen. Junge Leute haben eine Null-Bock-Einstellung, gammeln den ganzen Tag nur rum und das Wort Manieren ist ihnen schon lange kein Begriff mehr. Denken viele. Aber ist es tatsächlich so, dass der jungen Generation von heute jegliche gute Manieren egal sind?

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Der Philosoph Sokrates wusste schon 400 v. Chr: Die Jugend hat schlechte Manieren und verachtet die Autorität

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Man sollte einfache Umgangsformen und Sitten beherrschen.“ Paula Lange (35)

Warum verhalten sich Jugendliche so und verhalten sie sich überhaupt anders als die vielen Generationen zuvor?

Klar ist, dass die Phase, in der sich das Kind zum Erwachsenen entwickelt, meist durch viele Veränderungen geprägt ist. Die Kinder lösen sich von alten Umgangsformen und Manieren, sie fangen an, diese infrage zu stellen und neue Dinge auszuprobieren. Dies ist ganz normal, denn dadurch machen sie ihre ersten Erfahrungen in Sachen erwachsen sein. Sie fangen an, Konsequenzen für ihr Verhalten zu tragen. Ebenfalls haben aber auch Gleichaltrige erheblichen Einfluss auf die Jugendlichen. Es herrscht ein stärkerer Gruppendruck.

Doch dadurch finden die zukünftigen jungen Erwachsenen sich selbst und ihren Platz in der Gesellschaft. „Jugendliche kommen früher oder später einfach mal in eine Rebellionsphase, also sie widersetzen sich und verweigern vieles. Aber ich glaube, dies haben auch unsere Eltern und deren Eltern und deren Eltern gemacht“, ist sich der 14-jährige Konrad Krüger sicher. „Ich glaube, viele vergessen einfach, dass sie selber auch mal jung waren. Es ist wichtig, dass man vor älteren Menschen einen gewissen Respekt hat, aber dies sollte auch umgekehrt gelten“, findet Torben Sauer (16).

Doch was sind eigentlich „gute“ Manieren? Jeder Mensch hat ja schließlich unterschiedliche Vorstellungen davon. Das Wort Manieren ist ein dehnbarer Begriff. Dieser reicht von Tisch- und Begrüßungsformen bis zu allgemeinen Umgangsformen. Manieren sind allgemein gesagt Spielregeln für das friedliche Zusammenleben in einer Gesellschaft. Die 36-jährige Paula Lange versteht unter Manieren, dass man einfache Umgangsformen und Sitten beibehält. Dazu zählen für sie das „Bitte“ und „Danke“ und eine ordentliche Begrüßung. Das genaue Gegenteil empfindet die 14-jährige Kimberly Seega, die selbst eingesteht, dass sie ein „Bitte“ oder „Danke“ auch oftmals vergisst. Sie findet aber, dass die Jugend heutzutage wenig von Manieren hört oder auf ihrem Weg zum Erwachsenwerden kaum etwas davon mitbekommt. Trotzdem sind ihr einige Manieren auch für sich und ihre Freunde sehr wichtig.

Der 19-Jährige Felix sieht die ganze Angelegenheit als sehr kompliziert an. Er ist der Meinung, dass es sehr schwierig ist, sich den ständig wechselnden Manieren und Umgangsformen anzupassen.

Dadurch, dass unsere Gesellschaft einem ständigen Wandel unterworfen ist, ändern sich auch die Ansichten von „gut“ und „schlecht“. Trotzdem sollten einige Verhaltensregeln eingehalten werden, damit man auch untereinander gut harmonieren kann. Zu den Manieren zählt ein Großteil der Leute Eigenschaften wie Aufmerksamkeit, Hilfsbereitschaft und Respekt vor den Mitmenschen.

Zwischen Jugendlichen herrschen andere Regeln. So verhalten sie sich untereinander meist anders, als gegenüber Erwachsenen. Oft gelten gute Manieren unter Jugendlichen als „uncool“, hat man sie aber nicht, ist man in den Augen vieler Erwachsenen frech und unerzogen.

Bei den meisten Heranwachsenden ist nur noch ein Minimum an Respekt und Höflichkeit zu spüren. Untereinander sprechen zu nun einmal anders als mit Respektspersonen. Die Redensart, die sie mit ihren Freunden pflegen, färbt auch auf Gespräche mit Erwachsenen ab. Doch das scheint nicht nur ein Problem dieser Generation zu sein.

Die Jugend von heute hat einfach keinen guten Ruf. Aber das scheint nicht nur ein Problem der heutigen zu sein. Schon etwa 400 v. Chr. sagte der Philosoph Sokrates: „Die Jugend von heute liebt den Luxus, hat schlechte Manieren und verachtet die Autorität. Sie widersprechen ihren Eltern, legen die Beine übereinander und tyrannisieren ihre Lehrer.“ Dieses Zitat könnte genauso gut aus einem aktuellen Bericht stammen. Darauf lassen zumindest viele Meinungen schließen. Die 15-jährige Katharina Peters ist der Meinung, dass Jugendliche sich untereinander zwar anders verhalten als gegenüber Erwachsenen, dass es für sie aber normal sei. Sie würden ihre Umgangsweise nicht als frech oder unerzogen wahrnehmen, sondern viel mehr als Zeichen der Freundschaft.

Durch dieses Verhalten heben sie sich von den Erwachsenen ab und zeigen, dass sie sich nicht alles vorschreiben lassen. Simone Hanf meint, dass heute besonders die medial dargestellte Gesellschaft einen schlechten Einfluss auf die Jugendlichen hat. Weiter erzählt die 40-Jährige, dass das Miteinander und die enge Beziehung zwischen ihnen immer weniger wird, da ein großer Konkurrenzkampf entsteht, jeder will besser sein als die anderen. Ein Zwang, der jugendliche Intriganz bringt. Für Jugendliche scheint es vor allem wichtig zu sein, sich von den Erwachsenen abzuheben und beliebt zu sein. Wahre Freunde gibt es demnach nur wenige, was sie erstmal nicht unbedingt zu stören scheint. Mit zunehmendem Alter steigt dann auch der Wunsch nach wahren Freundschaften.

Hotpants, Miniröcke, weit ausgeschnittene Achselshirts — in der wärmsten Jahreszeit beginnt die Kleidung immer kürzer und luftiger zu werden. Doch was die einen nicht stört, finden die anderen unangenehm. Viele Schulen besitzen inzwischen schon eine Kleiderordnung die vorgibt, was getragen werden darf und was nicht. Natürlich hat jeder prinzipiell das Recht darauf, sich frei zu entfalten und darf auch erstmal anziehen, was gefällt. Doch wenn sich andere Schüler und Lehrer bei den aufreizenden und freizügigen Shirts und Hotpants gestört fühlen, kann die Schule eine Kleiderordnung festlegen. Eine Kleiderordnung muss auch dann angeordnet werden, wenn die Jungs im Unterricht abgelenkt werden oder sich gestört fühlen. Dazu äußerte sich der 16-jährige Pascal: „Ich fühle mich davon nicht abgelenkt im Unterricht, aber manchmal ziehen sich einige Mädchen schon zu freizügig an." Das ist wahrscheinlich der Gedanke von vielen.

Man ist selbst nicht abgelenkt während des Unterrichts, doch freizügig und aufreizend sind die Hotpants und Achselshirts trotzdem. Die 15-jährige Jenny kann da nur zustimmen: „Ich finde es nicht schlimm, wenn Mädchen in Hotpants zur Schule gehen. Doch manchmal ist es zu luftig und aufreizend." Zum selben Thema äußert sich die 17-jährige Jennifer: „Ich finde es nicht schlimm, wenn man aufreizend und freizügig zur Schule geht. Schließlich kann jeder das anziehen was er möchte."

Von Nele Ziesemer, Anne Jander, Yasmin Ick und Nadine

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