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Grimmen Sozialarbeit: Probleme nehmen nicht ab
Vorpommern Grimmen Sozialarbeit: Probleme nehmen nicht ab
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00:00 12.09.2016

Für ihn sei es sei eine Leidenschaft, für den Verein tätig zu sein, erklärt Tino Borchert. Selbst bezeichnet sich der Mittvierziger als Kümmerer, was er vor allem natürlich auf seine Mitarbeiter bezieht. „Denn auf die kommt es an“, erklärt er.

Borchert hat am 1. Januar 2006 mit nur sieben Leuten begonnen, den Standort Zarrendorf als Lebensräume e.V., zu entwickeln. Heute arbeiten dort 80 Mitarbeiter. Ihr Tätigkeitsbereich erstreckt sich über den gesamten Landkreis Vorpommern-Rügen.

Und die 3,5 Hektar große Anlage mitten in Zarrendorf, damals noch in einem mehr als ruinösen Zustand, macht zehn Jahre später einen idyllischen und gepflegten Eindruck. „Wenn auch noch vieles zu tun bleibt“, wie Borchert ergänzt.

Das, was er und seine Mitarbeiter täglich zu leisten haben, ist absolut keine Erholung. Der Lebensräume e.V. ist anerkannter Träger der Kinder- und Jugendhilfe und hat sich auf seine Fahnen geschrieben, denen zu helfen, die in unserer Gesellschaft nicht auf Rosen gebettet sind. Dazu zählen Kinder aus zerrütteten Elternhäusern, die es ohne Hilfe kaum zu einem Schul-, geschweige denn Lehrabschluss, bringen. Es sind aber auch Menschen, die dem Alkohol derart verfallen sind, dass sie bereits zigfache Entgiftungen hinter sich haben.

Das aber sind nur zwei Beispiele aus dem Tätigkeitspektrum des Vereins. Er ist mittlerweile auch Träger von Kitas und Horten und leistet enorm viel in der Schulsozialarbeit.

In einem der insgesamt neun Gebäude auf dem denkmalgeschützten Areal in Zarrendorf leben Kinder- und Jugendliche selbstständig in Wohnungen. Zurzeit sind es acht Mädchen und Jungen zwischen 12 und 17 Jahren, die dort untergebracht sind. Es sind junge Menschen aus schwierigen Elternhäusern, sagt Borchert. Meist mit Verhaltensstörungen. Beim Verein erhalten sie Hilfe. Einfach, um im Leben klar zu kommen. Dazu gehören oftmals banale Dinge, wie das Einhalten von Pflichten. Zum Beispiel, zur Schule zu gehen.

Im Rahmen der Jugendsozialarbeit leistet der Lebensräume e.V. auch enorm viel in Sachen Berufsfrühorientierung. Zu den Partnerschulen, die in Zarrendorf davon profitieren, zählen auch die Wanderschule Grimmen und das Förderzentrum. Weiterhin gibt es in Gemeinde südlich von Stralsund, auch die Kita „Spielbude“. 49 Kinder werden hier betreut. Das Besondere an der Einrichtung ist, dass sie bereits um 5.30 Uhr öffnet.

Tino Borchert zählt noch weitere Projekte auf, die in den letzten Jahren entstanden sind. Dazu gehören auch der „Bewegte Freizeithort“ Abtshagen, die Kita „Zwergenhaus“ in Karnin bei Velgast und die erste 24-Stunden-Kita am Hanseklinikum Stralsund. Sie wurde erst vor wenigen Tagen eröffnet und sucht ihresgleichen in Mecklenburg-Vorpommern. Auch die Kontakt- und Begegnungsstätte für abstinent orientierte Suchtkranke in Reinberg gehört zum Verein.

Hohen Stellenwert beim Lebensräume e.V. hat die Schulsozialarbeit. Die leistet der Verein mittlerweile an Einrichtungen auf Rügen, in Stralsund und in Grimmen.

Sozialarbeiter seien heute unverzichtbar, schätzt Borchert ein. Er bezeichnet sie als Schnittstelle zwischen Schule und Elternhaus. Denn die Probleme, der sich in der Ausbildung befindlichen jungen Leute nehmen nicht ab. Im Gegenteil: Drogenkonsum verbreitet sich schneller als einem lieb sein kann. Er macht längst auch vor Gymnasien keinen Halt mehr. Oft seien es aber auch psychische Beeinträchtigungen bei den jungen Leuten, mit denen sich die Sozialarbeiter auseinander setzen müssen.

In Grimmen ist der Lebensräume e.V. auch Träger des Kijupa, des Kinder- und Jugendparlamentes der Stadt. „Es ist ein Highlight, eine Erfolgsgeschichte“, freut sich Borchert. Denn die hier tätigen jungen Menschen hätten in der Stadt schon viel bewirkt. Sei es in der Qualitätskontrolle bei Spielplätzen oder beim Kampf um die Stadtbibliothek.

Sonnabend hatte der Lebensräume e.V. anlässlich seines 10-jährigen Bestehens zum Fest aufs Vereinsgelände eingeladen. Viele Gäste, vor allem Kinder, kamen. Tino Borchert dankte dabei allen Mitarbeitern für das in den letzten Jahren Geleistete und sprach schon wieder neue Vorhaben an.

Reinhard Amler

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