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Sport Grimmen 20 Jahre Stock-Car: Tausende Besucher strömen in den Hexenkessel
Vorpommern Grimmen Sport Grimmen 20 Jahre Stock-Car: Tausende Besucher strömen in den Hexenkessel
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06:33 09.09.2013
Spektakuläre Überschläge im Minutentakt: Michael Jürgens mit der Startnummer 987 wird hier durch die Luft geschleudert. Fotos (5): Raik Mielke
Grimmen

Vier Autos rasen mit höchster Geschwindigkeit in die erste Kurve. Auf der Außenbahn muss Michael Jürgens Höchstleistungen hinter dem Lenkrad vollbringen. Doch am Kurveneingang kommt es zur Kollision. Das Auto mit der Nummer 987 bäumt sich, inzwischen von zwei Fahrzeugen eingeklemmt, auf. Mit rund 50 Kilometern in der Stunde überschlägt sich das Auto. „So etwas habe ich noch nie erlebt. Ich wusste gar nicht mehr, wo oben und unten ist”, schildert Michael Jürgens nach dem Rennen.

Sein Stock-Car-Mobil überschlägt sich dreifach, hebt anschließend ab, fliegt über das Dach eines Kontrahenten, landet erneut auf den Achsen, ehe zwei weitere Überschläge folgen. Wo bei anderen Motorsportveranstaltungen ein Rennabbruch folgen und betroffene Mienen das Bild prägen würden, bricht im Hexenkessel ein Jubelsturm aus. Streckenposten holen den Fahrer in wenigen Minuten aus dem Auto, während das Rennspektakel spannend weiter geht.

Das ist die Normalität im Grimmener Motodrom — inzwischen schon im 20. Jahr. Tausende Menschen strömen drei Mal im Jahr auf das Motorsportgelände an der südlichen Randstraße. Sie erleben bei den Veranstaltungen der 1. Grimmener Stock-Car-Legion immer wieder aufs Neue spektakuläre Aktionen auf vier Rädern, wenn über 350 Starter das europaweit größte Rennen dieser Art fahren.

„Dass es nichts gibt, was man noch nicht gesehen hat, man aber jedes Mal etwas erlebt, das das Vorhergehende noch toppt — ich denke, das ist das Erfolgsrezept von Stock Car in Grimmen. Das macht diesen Sport für Fahrer und Zuschauer so fesselnd”, sagt Ulf Schnackenberg. Der Moderator ist in den vergangenen zwei Jahrzehnten zur Stimme der Stock-Car-Szene geworden, weil er wie kein anderer die Massen elektrisiert.

Zur Jubiläumsveranstaltung haben die Organisatoren noch einmal kräftig an der Bahn gearbeitet. Ein glatter Untergrund und auch strahlender Sonnenschein schrauben deshalb noch einmal gewaltig an der Geschwindigkeit der Fahrzeuge.

„Ich bin ja auch ein Kind der ersten Stunde, aber so heftige Überschläge wie heute habe ich selten gesehen”, staunt Udo Böttcher. Der 72-Jährige ist eines der Gründungsmitglieder, sitzt noch heute hinter dem Steuer der Rüttelwalze und packt kräftigt mit an, wo helfende Hände gebraucht werden. „Das ist eben Stock-Car. Eine große Familie, ohne die wir heute nicht auf so eine erfolgreiche Zeit zurückblicken könnten”, ist Benno Rüster, der Vorsitzende der 1. Grimmener Stock-Car-Legion sicher.

So fasziniert dieser Rennsport bereits seit zwei Jahrzehnten die Generationen. „Ich gehe heute das erste Mal an den Start”, berichtet Leif Bucker. Der 14-Jährige startet bei den Trabant-Junioren.

„Dass ich jemals zuvor so aufgeregt war, daran kann ich mich nicht erinnern. Aber ich freue mich auch sehr, jetzt endlich selbst einmal mit einem Fahrzeug auf die Strecke gehen zu können”, gesteht er. Zwar unterlaufen ihm noch einige kleine Fehler in der Kurve, aber ansonsten wird es für ihn ein gelungenes Debüt. Am Ende erreichter den dritten Platz im Vorlauf, hat damit also die Qualifikation für den Zwischenlauf.

Hunderte Rennen werden alleine am Sonnabend gestartet. Ebenso viele Helfer sorgen auf dem weiten Rund für einen reibungslosen Ablauf.

„Ich verfolge die Rennen auch schon seit den 1990er Jahren”, sagt Enno Kronholm. Der 51-Jährige ist begeistert: „Im Minutentakt bekommt man hier Action auf höchstem Niveau geliefert. Und es ist unglaublich, welche Dimensionen das Ganze angenommen hat. Als Zuschauer muss ich einmal den Hut vor den vielen Helfern ziehen, ohne die so ein guter Ablauf gar nicht möglich wäre.“ Beim Kessel-Cup am Sonntag erreicht die Stock-Car-Saison dann ihren Höhepunkt. „Da kriegst du schon beim Zusehen weiche Knie, wenn so viele Fahrzeuge gleichzeitig in die Kurve rasen — Wahnsinn”, freut sich Sebastian Neumann (34).

Raik Mielke

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