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Sport Grimmen 24 Kilometer Matsch, Eis und Hürden
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00:00 19.12.2017
Stralsund

Das Getting Tough gilt als das härteste Rennen Europas und fordert den Athleten alles ab. Wenn sich im Dezember die meisten Aktivitäten in die Innenräume verlagern, zieht es die Extremsportler in die Rudolstädter Natur. Über 24 Kilometer werden dann bei Temperaturen um den Gefrierpunkt auf unwegsamem Gelände die verschiedensten Hindernisse und Wassergräben über- und durchquert. Vom Team Likedeeler des FSV Stralsund suchten auch in diesem Jahr 20 Männer in dem 3000 Teilnehmer starken Starterfeld der sechsten Auflage die Herausforderung.

Im Ziel angekommen sind sie alle.

Mit dem Ziel, sich bald auch als das härteste Rennen der Welt bezeichnen zu können, hat der Veranstalter dieses Mal 30 Hindernisse mehr als im Vorjahr eingebaut. „Die Wasserhindernisse wurden deutlich schwieriger“, berichtet Danilo Holtz. Durch Kanäle, in denen einem das Wasser auch schon mal bis zum Hals stehen kann, sollten die unterkühlten Muskeln noch zu Schwimmbewegungen fähig sein.

In den triefend nassen Sachen ging es weiter – über Spundwände, Baumstämme, gestapelte Autoreifen oder ganze Fahrzeuge.

An einem anderen Element mussten sich die Sportler an einer Wand hochziehen. Das Schwierige: Aus vielen Schläuchen stürzten den Teilnehmern Wasserfontänen entgegen. Für diese Hürde pumpte der Veranstalter extra Wasser aus der Saale ab. Etwa 150 Aufgaben dieser Art warteten auf die Athleten. Dabei wurde der größte Teil der Barrieren erst auf den letzten Kilometern des Rennens aufgestellt.

Das war eine zusätzliche Herausforderung, da die Kräfte zum Ende hin nachließen. „Ständige Nässe und die Anzahl der Hindernisse, das verlangt dem eigenen Körper alles ab“, sagt der 35-jährige Likedeeler. In einem anderen Wasserbecken mussten die Sportler unter sechs Balken hindurchtauchen. Bei etwa vier Grad Celsius „Badetemperatur“ keine leichte Übung.

Immer wieder werden die Teilnehmer dadurch von Krämpfen übermannt. Besonders die Waden, Schienbeine und Füße leiden. „Die Beine sind irgendwann zu. Normales Laufen ist dann kaum noch möglich“, beschreibt Danilo Holtz. Bei solchen Rennen kämpft jedoch niemand allein. Ob es die eigenen Teammitglieder sind, oder bis dahin völlig Fremde – an den Hindernissen helfen sich die Sportler. „Wir nehmen Rücksicht auf die einzelnen Mitglieder. So finden sich je nach Trainingsstand und Fitness kleinere Grüppchen zusammen.“

Nach knapp zwei Stunden hatte der diesjährige Sieger die 24 Kilometer lange Strecke bewältigt. Unter den ersten 100 kam auch ein Stralsunder ins Ziel. Likedeeler Enrico Siegbrecht schaffte den Parcour in 2:34:41 h und steht damit auf Platz 46 in der Wertung. Der Großteil der Stralsunder Truppe benötigte für diese Herausforderung etwas weniger als vier Stunden.

Lars Zeller überquerte nach 4:17:31 h das Ziel. Der 42-Jährige hat schon mehrere Rennen mitgemacht: „Über die Jahre hat sich das Teilnehmerfeld verändert. Dadurch, dass es inzwischen viele Veranstaltungen dieser Art gibt, gehen immer mehr Leute gut vorbereitet ins Rennen. Das Leistungsfeld ist gestiegen“, so der Stralsunder. Er selbst sieht sich nicht als den typischen Läufer, der hier einen klaren Vorteil hätte – Zeller bevorzugt Kraftsport. Das bekam er während und nach dem härtesten Rennen Europas auch zu spüren. „Zwischendurch bekam ich Krämpfe. Und auch an den Tagen danach spürte ich beim Treppensteigen noch die Anstrengung.“

„Es gibt aber durchaus Leute, die sechs Stunden unterwegs sind“, erzählt Danilo Holtz. „Da hat man, gerade weil die Bedingungen so hart sind, noch mehr Respekt. Dahinter steckt eine größere Leistung, als bei einem Spitzensportler, der das Ziel in zwei Stunden erreicht“, ist der Likedeeler überzeugt.

Wenke Büssow-Krämer

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