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Dilemma für DLRG: Seebrücke für 52. Sundschwimmen tabu

Stralsund Dilemma für DLRG: Seebrücke für 52. Sundschwimmen tabu

Holzkonstruktion konnte in den Vorjahren trotz Sperrung genutzt werden – jetzt ist der Schaden so groß, dass der Einsturz droht / Organisatoren nutzen Ausweich-Bootsanleger

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Seit April 2013 ist die Stralsunder Seebrücke für Fußgänger gesperrt – und wartet auf die Erneuerung. Saniert wurde sie zuletzt 1985, nachdem starker Eisgang die Holzkonstruktion beschädigt hatte. Heute besteht Einsturzgefahr.

Quelle: Christian Rödel

Stralsund. Ein großes logistisches Problem steht morgen vor den Organisatoren des 52. Sundschwimmens: Die ohnehin gesperrte Seebrücke darf nun gar nicht mehr von der Stralsunder Ortsgruppe der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) genutzt werden – es besteht akute Einsturzgefahr. Doch wo sollen die Rettungsboote nun anlegen?

OZ-Bild

Holzkonstruktion konnte in den Vorjahren trotz Sperrung genutzt werden – jetzt ist der Schaden so groß, dass der Einsturz droht / Organisatoren nutzen Ausweich-Bootsanleger

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Schon im Frühjahr 2013 wurde im Zuge von Bauwerksprüfungen die Steganlage im alten Strandbad gesperrt. Tragende Bauteile waren durch Korrosion so stark geschädigt, dass die Verkehrssicherheit nicht mehr gewährleistet werden konnte. Das bestätigt auch die Stadtverwaltung. Endgültig vorbei also die Zeiten, als sich an dieser Seebrücke eine Rutsche großer Beliebtheit erfreute oder ein Sprungbrett die Mutigen in den Strelasund lockte.

Fürs Sundschwimmen konnte in den letzten Jahren aber immer eine Sonderlösung gefunden werden. „Wir haben uns vom THW spezielle Matten ausgeliehen, die es ermöglichen, die Kräfte besser zu verteilen.

Doch in diesem Jahr geht das nicht mehr“, erklärte DLRG-Chef Ulf Schwarzer. Die Schäden seien so groß, dass man bei Benutzung der Brücke mit einem Einsturz rechnen müsste. „Und diese Verantwortung wollen und können wir nicht mehr tragen. Das heißt, wir müssen uns überlegen, wo die Boote mit Aussteigern, Verletzten oder Gästen anlegen können.“

Zwei Varianten stehen da zur Auswahl und könnten je nach Wetterlage aktuell werden. „Wir haben einerseits eine Anlegemöglichkeit am Hotel Hafenresidenz und können dann per Shuttle die Leute ins Seebad bringen. Andererseits wollen wir auch von großen in kleinere Boote umsteigen lassen und dann in den Flachwasserbereich gleiten. Ob es bis zur Treppe geht, hängt natürlich vom Wasserstand ab“, sagte Ulf Schwarzer beim Pressegespräch zum Sundschwimmen und ergänzte: „Das ist für uns schon ein großes Problem. Immerhin ist das eine Großveranstaltung mit 1100 Teilnehmern...“

Begeisterung sieht anders aus.

Aber wird es denn zum 53. Sundschwimmen eine bessere Anlegevariante im Seebad geben? Stadtsprecher Peter Koslik kann da erst einmal nicht viel Optimismus verbreiten. „Eine Sanierung des Steges ist auf Grund der großen Schädigung der tragenden Bauteile nicht mehr möglich. Der Abriss ist notwendig.“ Die gesamte Umgestaltung des noch nicht neu angelegten Bereichs des Strandbades einschließlich der Steganlage sei in Vorbereitung. „In einem ersten Bauabschnitt soll zunächst die Spundwand erneuert und ein neuer Weg entlang der Spundwand vom Lindenrondell bis zur Platzfläche am neuen Strandbad hergerichtet werden. Diese Maßnahme soll 2017/2018 realisiert werden. Im Anschluss ist der Ersatzneubau des Steges vorgesehen“, sagt Koslik, ohne sich auf Kosten festzulegen.

Die OZ hatte im August 2013 berichtet, dass Investitionen von 8.4 Millionen Euro vorgesehen seien. In der Bürgerschaft hieß es damals, dass es im Seebad einen Freizeitbereich für alle Altersgruppen ebenso geben soll wie einen Abschnitt mit Strandkörben und Beachvolleyballbereich. Auch das traditionelle Sundschwimmen von Altefähr nach Stralsund soll hier seine Zielankunft behalten. Eingebunden werden soll das Ganze in eine Promenade zum Flanieren – mit neuer Steganlage und Gaststätte. Der Neubau für die Rettungsschwimmer als ein Teil dieses Projektes wurde bereits 2015 übergeben.

Helfer und Rettungsschwimmer sorgen für Sicherheit

430 Helfer – vom Tee-Austeiler bis zum Dusch-Betreuer, vom Masseur bis zum Bootsführer – wollen an Land und auf dem Wasser dafür sorgen, dass auch das 52. Sundschwimmen gut über die Bühne geht.

60 Rettungsschwimmer sind allein auf dem Wasser für die Sicherheit der Teilnehmer zuständig. Mit Boards, Kajaks und Stand-up-Booten begleiten sie die 1100 gemeldeten Mutigen, die die 2,3 Kilometer von Altefähr nach Stralsund schwimmen.

Die Stralsunder und Rüganer , die mit Angel-, Segel-, Ruder- oder Motorboot das Feld begleiten, treffen sich wie immer am Sonnabend um 12 Uhr in Altefähr am Bootsanleger zur Einweisung.

1100 Restubes liegen für die Schwimmer bereit. In diesem Jahr ist das Tragen der aufblasbaren Boje für alle Teilnehmer Pflicht.

Wer unsicher ist, kann das Teil heute Abend zwischen 17 und 18 Uhr unter fachlicher Anleitung im Seebad ausprobieren. Treffpunkt DLRG-Gebäude.

Das Kinder-Sundschwimmen startet um 10 Uhr, die Großen springen um 13 Uhr in die 21 Grad warmen Fluten.

Auf Fußball muss bei der Nacht der Retter keiner verzichten: Es gibt am Samstag Public Viewing mit dem Deutschland-Kracher gegen Italien.

Ines Sommer

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