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Grimmener verschenken zwei Punkte

Wismar Grimmener verschenken zwei Punkte

HSV-Trainer Kibscholl nach Spiel in Wismar: „Diese Pleite ist einfach nur ernüchternd und tut unheimlich weh“

Wismar. Die Partie zwischen den beiden MV-Liga-Teams, der TSG Wismar und dem HSV Grimmen, bewies, wie schnelllebig dieser Sport ist und wie schnell die Gefühlslage in solch einer Begegnung kippen kann.

Da führt der Gast aus Grimmen nach 56 gespielten Minuten mit 24:27 und sieht wie der sichere Sieger aus, doch am Ende sitzen die Grimmener mit gesenkten Köpfen auf der Bank und müssen mit ansehen, wie der Gastgeber über zwei glückliche Punkte jubelt. Doch was ist passiert? Selbst das konnte sich Trainer Lars Kibscholl nicht so schnell erklären. „Die letzten Minuten mussten wir in Unterzahl agieren, doch das ist keine Ausrede, dass wir auf einmal den Kopf verloren haben. Dieses Spiel dürfen wir nicht mehr herschenken“, war der Gästetrainer enttäuscht.

Aber nicht nur mit den letzten vier Minuten haderte der Trainer aus Grimmen, sondern er musste schon eine schlechte erste Halbzeit mit ansehen, in der die Mannschaft nur mit Glück und einem starken Tino Corswandt in der Begegnung blieb. „Dabei haben wir vor diesem Duell einige Dinge angesprochen, die aber komplett Missachtet wurden. Wir haben teilweise Angsthasenhandball gespielt und sind nie dort hingegangen wo es wehtut. Um Lücken zu reißen, müssen wir die Abwehr des Gastgebers in Bewegung bringen und das haben wir nicht geschafft“, so der verletzte Kapitän Tim Pischke. Dabei startete Grimmen gut und führte schnell mit 2:0. Doch anschließend liefen die Gäste nur noch einem Rückstand hinterher. Bis zum 8:7 nach 22 Minuten war noch alles in Ordnung, doch dann offenbarten die Grimmener Handballer ungeahnte Schwäche in der Deckung. Jeder Abpraller ging wieder zurück zum Gastgeber, die dann von den Außenpositionen leichtes Spiel hatten und den Vorsprung auf 12:8 ausbauten.

Die letzten beiden Treffer gingen allerdings auf das Konto der Gäste, so dass es mit einem erträglichen 12:10 Rückstand aus Grimmener Sicht in die Kabine ging. Und dort wurde es extrem laut, dass es sogar die Zuschauer in den Gängen mitbekamen.

Diesen Wachmacher hatte die Mannschaft aus Grimmen wohl gebraucht. Plötzlich stand ein ganz anderes HSV-Team auf dem Feld. Dabei war ganz wichtig, dass mit Roman Bernhardt ein erfahrener Spieler ein gutes Comeback hinlegte und der Mannschaft in der Abwehr noch mehr Sicherheit gab. Grimmen war von den Emotionen her in der Begegnung und glich innerhalb von zwei Minuten den Rückstand zum 13:13 aus und erhöhte in der Folge sogar auf 15:19.

„Endlich waren wir da, haben gekämpft und guten, sowie schnellen Ball nach vorn gespielt. Leider haben wir auch in dieser Phase aber noch einige Bälle leichtfertig hergegeben und waren nicht konzentriert genug in der Deckung, so dass Wismar weiterhin fast jeden Abpraller bekam. Somit haben wir es verpasst, frühzeitig die Vorentscheidung zu erzwingen“, kritisierte Lars Kibscholl das Team. Mehrmals war die Chance da, den Vier-Tore-Vorsprung (15:19, 16:20 und 17:21) weiter auszubauen und ins ruhige Fahrwasser zu schwimmen. Grimmen machte aber weiter unnötige Fehler und kassierte obendrein viele Zeitstrafen. Diese Überzahl nutze der Gastgeber, um sich beim 20:21 wieder heranzukämpfen. Grimmen zog anschließend nochmals auf 20:23 weg und verpasste wieder den Gnadenstoß. Wismar kam erneut auf einen Treffer heran (23:24).

„In den letzten zehn Minuten waren wir in der Deckung einfach nicht mehr präsent genug und oft den berühmten Schritt zu spät. Und damit waren wir oft doppelt bestraft. Denn zum Gegentreffer gab es meist noch eine Zeitstrafe dazu. Und in Unterzahl ist es nun mal schwierig“, sagte der Grimmener Trainer. Dennoch schafften es die Gäste ein letztes Mal, auf 24:27 (56. Minuten) enteilen und alle in der Halle dachten, dass dieses Spiel nun entschieden sei. Doch dann liefen die besagten letzten vier Minuten. Treffer für Wismar (25:27) und Zeitstrafe gegen Grimmen, die keine war. Nächster Angriff für den Gastgeber, nächster Treffer und dieses Mal unnötig rot für den HSV. Damit hieß es doppelte Unterzahl für die Gäste. Selbst in dieser Phase muss Grimmen den Treffer machen, scheitert aber freistehend am Torhüter der Gastgeber. Der Aufsteiger trifft im Gegenzug zum Ausgleich. Und es kommt noch schlimmer. Nach einem erneuten Ballverlust trifft der besten Schütze auf Wismarer Seite unbedrängt zur Führung und damit zum 28:27 Sieg. Dadurch verschenkt der HSV in den letzten Minuten, zwei sicher geglaubte Punkte und findet sich nach der zweiten Niederlage in Folge im Mittelfeld der Liga wieder. „Diese Pleite ist einfach nur ernüchternd und tut unheimlich weh. Das muss ich erst einmal verdauen. Einen Dank dennoch an unsere Fans, die wie immer so zahlreich hinter unserem Team standen. Für diese tut mir der Ausgang der Partie leid“ entschuldigte sich der Trainer.

HSV Grimmen: Corswandt, Hase, Plötz 2, Keil 1, Eggert 2, Pollex 11/6, Salbrecht 2, Pervölz, Machel, Tschirschwitz 2, Abe, Kopilow 6, Bernhardt 1

Manuel Müller

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