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HSV-Männer liefern Handball-Krimi

Grimmen HSV-Männer liefern Handball-Krimi

Glücklicher 29:28-Sieg gegen starke Stiere aus Schwerin

Grimmen. Wer am Samstagabend in der Sporthalle Südwest zu Gast war, hat sein Kommen sicherlich nicht bereut. Die Männer gewinnen auch das zweite Heimspiel, womit viele Zuschauer sicherlich vorher gerechnet haben. Soweit, so gut. Doch mit diesem Spielverlauf hatte wohl vorher niemand gerechnet. Eine Partie mit vielen Auf und Ab´s, in der der HSV ständig zurücklag, sich aber zurückkämpfte, um den Gast wieder ziehen zu lassen. Für Leute mit einem schwachen Herzen war das nicht gut. „Aber zum Ende haben wir gerade so noch den Kopf aus der Schlinge bekommen. Ich habe vorher vor den Gästen gewarnt, aber irgendwie haben wir mit angezogener Handbremse gespielt“, wusste Trainer Lars Kibscholl den Sieg noch nicht einzuschätzen.

 

OZ-Bild

Der erst 17-jährige Kevin Mainitz (m.) brachte den HSV Grimmen immer wieder nach vorn.

Quelle: Anja Krüger

Zum Ende haben wir gerade noch so den Kopf aus der Schlinge bekommen. Ich habe vorher vor den Gästen gewarnt, aber irgendwie haben wir mit angezogener Handbremse gespielt.“Lars Kibscholl, Trainer

Dabei begann der Gastgeber die Partie konzentriert und führte nach drei Minuten durch Treffer von Andre Machel und Alexander Kopilow mit 3:1. Doch anschließend stellte der HSV das Handballspielen ein. Die jungen Gäste spielten befreit auf, ließen den Ball und Gegner laufen und waren effektiv im Abschluss. Beim 4:5 führten die Gäste das erste Mal und sollten sich im Verlauf der ersten Halbzeit weiter absetzen.

Grimmen fand in der Deckung kaum zur gewohnten Stärke. Die Rückraumspieler aus Schwerin konnten schalten und walten wie sie wollten. Trafen aus der Ferne oder setzten sich im Eins zu Eins locker durch. Der Vorsprung wuchs auf 6:8 an, ehe der HSV aus Grimmen nochmals zum 9:9 ausgleichen konnte. 

Nur ein kurzes Strohfeuer, denn die Trebelstädter spielten zu schwach im Angriff. Wenig Durchschlagskraft, zu überhastete Abschlüsse oder die Mannschaft scheiterte immer wieder am starken Keeper der Gäste. Die jungen Stiere waren sofort zur Stelle und setzten sich wieder auf 9:13 ab.

„Jetzt wollten wir bis zur Pause unbedingt verkürzen. Doch wir haben zu hektisch gespielt und sind damit ins offene Messer gelaufen“, fasst Trainer Kibscholl die letzten Minuten der ersten Halbzeit zusammen. Schwerin erhöhte weiter und ging mit einem komfortablen 11:16 in die Pause. Die Grimmener Mannschaft bekam nach dieser schlechten ersten Halbzeit den Unmut der zahlreiche Zuschauer zu spüren.  „Nach der lauten und klaren Ansprache vom Trainer, haben wir uns als Mannschaft nochmals zusammengerauft und auf die zweiten dreißig Minuten eingeschwört. So wollten wir uns dem Publikum nicht nochmal präsentieren“, gab Vize-Kapitän Abé einen kurzen Einblick in die Kabine.

Und die Mannschaft kam deutlich stärker aus der Pause. Bis zum 13:18 blieben die Gäste weiterhin deutlich vorn, ehe Grimmen sich in die Partie kämpfte.

Die Deckung wurde nun offensiver gestellt, um die schnellen Stiere im Spielaufbau den Zahn zu ziehen. Dies fruchtete, denn der HSV holte sich nun Ball um Ball und erzielte nach vierzig gespielten Minuten den langersehnten 19:19 Ausgleich. Die Halle stand nun Kopf und hoffte auf die Wende in der Partie. Die Gäste nahmen ihre Auszeit, um den Lauf auf Grimmener Seite zu stoppen. Und dies ging komplett auf. Schwerin wurde wieder stärker, während der HSV wieder in den alten Trott verfiel und reihenweise Chancen liegen ließ. Keine fünf Minuten später waren die Stiere wieder mit 20:24 vorn. 

Aber nach der ersten Aufholjagd, folgte nun die zweite. Grimmen erzielte wiederum vier Treffer in Folge zum 24:24. Wieder wurde es laut, aber auch dieses Mal schlugen die Gäste eiskalt zurück und bauten den Vorsprung fünf Minuten vor Schluss auf 24:26 aus. Sollte den Trebelstädter die nächste Aufholjagd gelingen?

Ja, sollte es und dieses Mal auch die Wende bringen. Der erst 17jährige Kevin Mainitz spielte nun groß auf und brachte seine Mannschaft im Alleingang wieder nach vorn. „Das ist schön zu sehen, dass die gute Nachwuchsarbeit immer wieder fruchtet und junge Spieler den Sprung in die erste Männermannschaft schaffen“, so Kibscholl.

Nach wiederum vier Treffern in Folge, führte der HSV plötzlich mit 28:26 und hatte 30 Sekunden vor Schluss die Möglichkeit, den Sack zu zumachen. Scheiterte aber freistehend und so verkürzte Schwerin nochmal auf einen Treffer, doch die Zeit reichte den Gästen nicht mehr aus. Grimmen spielte die letzten Sekunden routiniert zu Ende und feierte einen wichtigen und vor allem glücklichen Erfolg gegen starke Stiere aus Schwerin.

„ Das Spiel erinnerte mich an die letzte Saison gegen Matzlow. Da ging es noch schief. Heute haben wir nochmal Glück gehabt und wichtige Punkte eingefahren. Mit dem Spiel kann ich nicht ganz zufrieden sein, doch muss ich meiner Mannschaft auch ein Kompliment machen, dass sie sich nach den vielen Rückständen immer wieder heran gekämpft hat. Das spricht für die Moral der Mannschaft“, war Kibscholl nach der Partie erleichtert.

Der Handball Sport-Verein Grimmen spielte mit: Granholm, Corswandt, Bentzien 3, Abé 4, Mainitz 4, Tschirschwitz 4, Kopilow 2, Machel 3, Pervölz 1, T. Hagedorn 2, Salbrecht 1, Pollex 1/1, Keil 2 und Plötz 2.

Manuel Abé

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