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Handballer unterliegen im Derby

Grimmen Handballer unterliegen im Derby

Männer des HSV Grimmen fabrizieren in der entscheidenden Phase zu viele Fehler

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Musste kräftig einstecken: HSV-Akteur Tim Pischke. Dennoch traf er sechsmal im Spiel gegen den Ribnizer HV.

Quelle: Foto: Anja Krüger

Grimmen. Mit 26:28 verloren die Männer des HSV Grimmen das MV-Liga-Derby beim Ribnitzer HV. Dabei waren sie ganz dicht dran, in der Bernsteinstadt wenigstens einen Punkt einzuheimsen. Es war ein intensives Spiel, in dem beide Teams durch ein Wechselbad der Gefühle gingen. Am Ende blieben die Punkte in Ribnitz,  weil der Gastgeber in der entscheidenden Phase einfach weniger Fehler fabrizierte und auch den besseren Torhüter hatte. Dennoch waren sich beide Trainer einig, dass eine Punkteteilung nach diesem Spielverlauf gerecht gewesen wären.

Ribnitz Trainer Tilo Meyer staunt von Woche zu Woche über sein Team. „Aufgrund zahlreicher Verletzter muss das Team nahezu durchspielen und die Jungs überraschen mich immer wieder. Wir haben diszipliniert gespielt und am Ende sicherlich auch das Quäntchen Glück auf unserer Seite gehabt.“ Dem hatte Grimmens Trainer Lars Kibscholl wenig hinzuzufügen. „Der Punkt wäre drin gewesen, wenn wir in der Deckung über die gesamte Spielzeit hundertprozentig konzentriert gewesen wären“, resümierte er.

Die Halle war rappelvoll – wie es sich für solch ein Derby gehört. Allerdings wollte keine richtige Stimmung aufkommen. Ob auf den Rängen oder auf dem Parkett. Zu Beginn reihten sich die Fehler auf beiden Seiten aneinander,  ehe Ribnitz’ Michael Jacobsen den Torreigen eröffnete.  In der Folge wurde es ein munterer Schlagabtausch.  Während beim Gastgeber viel über Michael Jacobsen und Alexander Dukart lief, die immer wieder für leichte Treffer aus dem Rücklauf sorgten, zeigten sich bei den Gästen Steve Salbrecht und Tim Pischke spielfreudig. „Wir haben uns natürlich an das Hinspiel erinnert, als unsere offensive 5:1-Abwehr der Garant für den Erfolg war. Heute hat es zwischendurch nicht so funktioniert, da der HSV die Lücken besser nutzte. Aber damit habe ich gerechnet“, meinte Meyer.

Dennoch führte der Gastgeber über weite Strecken der ersten Hälfte mit einem oder zwei Toren. Dafür hatte Kibscholl eine einfache Erklärung: „Wir haben hinten hart gearbeitet, uns aber nicht dafür belohnt,  weil wir einfach einen Schritt zu spät gegen die Werfer waren. Für den Angriff haben wir uns einiges einfallen lassen und das hat auch gut geklappt.“ Auch wenn sich keine Mannschaft absetzen konnte,  war es eine interessante Partie mit vielen tollen Szenen auf beiden Seiten. So auch kurz vor der Pause, als Tim Pischke auf Grimmener Seite eine hervorragenden Kempa-Trick verwertete.  Doch im Gegenzug hämmerte wieder einmal Ribnitz’ Jacobsen den Ball in die Maschen und hatte schon zur Pause, beim 14:14-Halbzeitstand, neun Treffer auf seinem Konto.

Und auch nach der Pause war der Ribnitzer Torjäger nicht zu stoppen.  Dennoch kam Grimmen spritziger aus der Kabine und traf zur 16:14-Führung. Und die Grimmener hätten durchaus den Vorsprung weiter ausbauen können, scheiterten aber entweder am Ribnitzer Torhüter oder vergaben die Chancen.

In der Halle wurde es nun lauter. Vor allem die vielen Grimmener Fans kamen auf ihre Kosten. Allerdings nur bis zum Stand von 17:18. „Dann vertändeln wir die Bälle wieder leichtfertig, machten zu viele technische Fehler und auf einmal lagen wir mit drei Toren  zurück. Das darf uns nicht passieren“, kritisierte Kibscholl. Grimmen machte nun ein wenig auf und nahm Jacobsen in Manndeckung. Er war damit erstmal aus dem Spiel. Doch dann übernahm beim Gastgeber mit Alexander Dukart ein junger Spieler Verantwortung. „Jetzt musste er sich zeigen und hat das stark gelöst.  Eigentlich waren die Kräfte auch bei ihm am Ende, aber er hat gebissen und die wichtigen Tore gemacht“, lobte Meyer.

Grimmen kam zwar immer wieder auf ein Treffer heran, verpasste es aber, die Überzahlsituationen konsequent zu nutzen und rannte ab Mitte zweiter Halbzeit ständig einem Rückstand von ein bis zwei Toren hinterher. „Es war ein Spiegelbild der ersten Hälfte. Wir belohnten uns nicht für eine couragierte Abwehrleistung und kassieren teilweise krumme Dinger. Das machte eine Aufholjagd einfach schwierig“. erklärte Grimmens Trainer. Die Partie blieb bis in den Schlussminuten spannend – bis der HSV einmal zu viel am Keeper aus Ribnitz scheiterte.

Nun stand die Halle Kopf. Das Ribnitzer Publikum feierte sein Mannschaft, die zwanzig Sekunden vor Schluss mit dem Treffer zum 28:26 den Sieg eintütete. mittendrin: Eric Brandt, der nach seiner dritten Zweiminutenstrafe die restlichen Minuten bei den Zuschauern verfolgen musste.

Während der RHV nun weiter auf den zweiten Rang bleibt, rutscht der HSV wieder ins Niemandsland der Tabelle ab.

HSV Grimmen: Granholm, Corswandt, Pervölz 7/3, Pischke 6, Salbrecht 5, Keil 3, Tschirschwitz 2, Eggert 1, Kopilow 1, Pollex 1, Bentzien, Schultz; Ribnitzer HV: Lürken, Kleinecke, Nucklies, Jacobsen 15/4, Voss 1, Bux 3, Krohn 1, Dukart 6, Brandt, Bohnerstegel; Zeitstrafen: HSV zwei, RHV sechs + einmal Rot; Siebenmeter: HSV 4/3, RHV 4/4

Manuel Abé

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Schwerin
Olaf Garbe (l.) ist Analytiker und Scout beim SSC Palmberg Schwerin und wichtiger Ansprechpartner für Trainer Felix Koslowski.

Olaf Garbe (52) ist hauptamtlicher Analytiker beim Volleyball-Bundesligisten

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