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Papa und Sohn mit Benzin im Blut

Rakow Papa und Sohn mit Benzin im Blut

Nick Burchert fährt Stock-Car in der Trabant-Junioren-Klasse / Vater Olaf ist Mechaniker im PS Stall Rakow

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Nick (14) und Olaf (42) Burchert mit Nummer 1 und Nummer 2 – den Trabants, mit denen Nick bei den Junioren startet.

Quelle: Anja Krüger

Rakow. Drei Rennen, drei Siege – das ist die aktuelle Bilanz von Nick Burchert. Seit rund einem Jahr startet der 14-Jährige in der Trabant-Junioren-Klasse bei Stock-Car-Rennen. Wie er seine Chancen für das Rennen am Wochenende im Grimmener Hexenkessel sieht? „Am Sonntag wissen wir mehr“, hält sein Papa Olaf (42), der als Mechaniker im Zwei-Mann-Team „PS Stall Rakow“ fungiert, den Ball flach. Und auch Junior selbst weiß: „Es gibt viele gute Fahrer bei den Junioren.“ Hinzu komme, dass ihm die Grimmener Strecke weniger liege, schätzt der junge Gymnasiast ein.

Mega Race des Nordens im Hexenkessel

Stock-Car-Rennen gibt es morgen und am Sonntag in elf verschiedenen Klassen, darunter die Trabant-Junioren-Klasse.

Circa 300 Starter verzeichnet der Veranstalter, die 1. Grimmener Stock-Car-Legion, für dieses Rennen.

Jeweils um 9 Uhr beginnen die Stock-Car-Rennen an den beiden Veranstaltungstagen.

Höhepunkt der Veranstaltung „Mega Race des Nordens“ ist der Tractor-

Pulling-Baltic-Cup-Grimmen unter Flutlicht.

Im Alter von 12 Jahren bekam Nick seinen ersten Trabant. Inzwischen hat er zwei – Nummer 1 und Nummer 2, so die Namen. „Meist fahre ich mit Nummer 2“, erzählt Nick. „Der hat das bessere Blechkleid“, sagt Papa Olaf und lacht. Mit 13 fuhr Nick sein erstes Rennen. „Und ist gleich auf Platz fünf gelandet“, erzählt Olaf Burchert, der selbst bis 1997 für die Woldeforster Füchse bei Stock-Car-Rennen startete. „Die Leidenschaft zum Motorsport ist wohl genetisch bedingt“, scherzt Mama Katrin (38). Sie sei anfangs dagegen gewesen, dass Nick bei den Rennen startet, wurde letztendlich aber doch von ihren beiden Männern überstimmt. „Bei den beiden steckt einfach Benzin im Blut, was soll ich da machen“, sagt sie. Ein Versprechen aber musste ihr Mann ihr geben: Stets auf die Sicherheit zu achten.

„Papa macht mir den Helm zu, kontrolliert, dass die Gurte richtig sitzen“, erzählt Nick. Er sehe das überhaupt nicht als Bevormundung. Ganz im Gegenteil: „Mir gibt es ein beruhigendes Gefühl“, erklärt Nick.

Denn auch schon bei den Junioren gehe es richtig zur Sache. „Quer auf der Bahn habe ich auch schon gestanden, mich überschlagen aber zum Glück noch nicht“, erzählt er. Wie gefährlich es werden kann, habe ihm der schwere Unfall beim Mai-Rennen gezeigt. „Wir sollten als nächste starten, standen schon am Start, nur 20 Meter entfernt. Das sah echt übel aus“, erzählt Nick. Ein Fahrzeug hob damals ab, flog über den Wall in Richtung Trabant-Start und schleuderte gegen einen dort stehenden Radlader. „Eigentlich war es Glück, dass der Radlader dort stand, sonst wäre das Auto wohl in die bereits aufgestellten Trabis gekracht“, schätzte Rennleiter Gunnar Hübner seinerzeit ein. Angst habe es Nick Burchert nicht gemacht, eher Respekt eingeflößt. Er fuhr danach seinen zweiten Sieg ein. Der dritte folgte schließlich in Stavenhagen.

Für die Rennen am Wochenende ist nun alles vorbereitet. „Nummer 1 und Nummer 2 stehen bereit“, sagt der 14-Jährige. Zwei Wochen vor den Rennen beginnen Papa und Sohn mit dem Aufbau der beiden Fahrzeuge. „Es geht dann meist um nichts anderes mehr“, erzählt Katrin Burchert. Es wird geschraubt, gebastelt und natürlich poliert. Mittlerweile habe sein Sohn ein richtig gutes Verständnis für die Technik, lobt Olaf Burchert. Viele Sache könne er schon allein. Nur in speziellen Dingen frage der Junior nach. Und es gebe auch schon mal Diskussionen zwischen Vater und Sohn. Insgesamt aber „sind sie wirklich ein tolles Team“, lobt Mama und Ehefrau Katrin.

Und noch einen Punkt findet sie sehr lobenswert: „Nick weiß, dass sein Hobby auch finanziert werden muss, dass nicht alles vom Himmel fällt. Deshalb geht er in den Ferien beim Bauern als Erntehelfer arbeiten“, berichtet sie. Ganz allein stemmen muss er die Kosten allerdings nicht. „Zum Geburtstag habe ich einen Startgeld-Gutschein für alle diesjährigen Rennen bekommen. Meine Großeltern unterstützen mich auch sehr, übernehmen zum Beispiel die Spritkosten“, erzählt der junge Mann, dessen zweites Hobby das Fußballspielen ist. Am Sonntag allerdings müsse sein Trainer auf ihn verzichten, wenn die B-Junioren des SV Kandelin in Baabe antreten. Denn an dem Tag will er natürlich im Finale um einen weiteren Sieg mitfahren.

Wieder auf dem Zuschauerwall wird ihn seine kleine Fangemeinde anfeuern, zu der stets die Großeltern gehören. Sein Papa – der Mechaniker – wird an der Startlinie stehen „mit zwei Zündkerzen und einem Schlüssel“, wie er erzählt. Und nach dem Abklatschen – dem Ritual der beiden – beginnt schließlich das Mitfiebern. „Und ein Video machen“, erzählt Olaf Burchert. Alle Rennen seines Sohnes gebe es auf Video. Weniger als Andenken. „Jedes Rennen wird im Nachhinein auch noch einmal analysiert“, erklärt Nick.

Anja Krüger

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