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Grimmen Stiefelgeld heftig diskutiert
Vorpommern Grimmen Stiefelgeld heftig diskutiert
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16:04 27.10.2017
Freiwillige Feuerwehrleute riskieren ihr Leben für andere. Dass eine Aufwandsentschädigung diskutiert wird, können viele nicht verstehen. Quelle: Raik Mielke/oz-Archiv
Grimmen

Die ehrenamtlichen Feuerwehrkameraden riskieren ihr Leben für andere, fahren auf eigene Kosten zum Einsatz, opfern viel Zeit für Aus- und Weiterbildungen. Die Aussage des Präsidenten des Landesfeuerwehrverbandes, Hannes Möller, dass die Zahlung von dem sogenannten Stiefelgeld, einer kleinen Aufwandsentschädigung pro Einsatz, der falsche Weg sei, um die Freiwilligen Wehren zukunftssicher zu machen, empfanden zahlreiche dieser ehrenamtliche Helfer beinahe als Schlag ins Gesicht.

5 Euro zahlt die Gemeinde Süderholz (Landkreis Vorpommern-Rügen) ihren Kameraden pro Einsatz. 31 Einsätze waren es im vergangenen Jahr in der Gemeinde. „Eine kleine Entschädigung für die Aufwendungen jener, die trotz Arbeit und Familie bereit sind, im Falle des Falles sich für andere einzusetzen“, sagt Süderholz’ Gemeindevertretungsvorsteher Wotan Drescher (CDU). Seit 2013 zahlt die Gemeinde, in der es fünf Feuerwehrstandorte und rund 60 aktive Mitglieder gibt, diese Aufwandsentschädigung. „Bevor dies von der Gemeindevertretung abgesegnet wurde, gab es eine kontroverse Diskussion“, erinnert er sich. Letztendlich bedeute diese Regelung schließlich sowohl für die Gemeinde als auch für die Kameraden weniger Verwaltungsaufwand. Denn laut Brandschutzgesetz Mecklenburg-Vorpommerns haben die Feuerwehrkameraden und -kameradinnen sogar Anspruch auf Ersatz ihrer Auslagen.

Und da falle einiges an, weiß Thomas Putzar. Der 38-jährige ist Wehrführer in Süderholz’ Nachbargemeinde Dersekow im Amt Landhagen. „Pieper laden, Fahrten bei Alarmierung zum Gerätehaus, Reinigung beziehungsweise Ersetzen privater Kleidung“, zählt er Beispiele auf. Auch Dersekow zahle eine Aufwandsentschädigung – auch für die Teilnahme an Ausbildungen. Ihm und seinen Feuerwehrkollegen seien die Aussagen des Landesbrandmeisters ebenfalls bitter aufgestoßen.

Auch Gerd Scharmberg, Kreiswehrführer im Kreisfeuerwehrverband Vorpommern-Rügen, verstehe nicht, warum – wie bereits vor einigen Jahren schon einmal – die Diskussion um die Aufwandsentschädigung seitens der Kommunen an die Feuerwehrkameraden entfacht ist. Grundsätzlich seien diese paar Euro nichts anderes, als es den ehrenamtlichen Feuerwehrmännern und -frauen laut Brandschutzgesetz zustehe. „Was will man denn den Kameraden zumuten? Dass sie nach jedem Einsatz jeden Liter Benzin, jeden Krümel Waschmittel und jede Kilowattstunde an Stromverbrauch und was sie sonst noch für ihre ehremamtliche Tätigkeit aufbringen, in Rechnung stellen?“, fragt er. Dass dem Herrn Hannes Möller als Präsent des Landesverbandes, der die Meinung seiner Mitglieder zu vertreten und sich ansonsten auf Gesetze zu berufen hat, der Ersatz der Aufwendungen für die ehrenamtliche Tätigkeit in der Feuerwehr egal zu sein scheint, könne er nur mit Kopfschütteln quittieren.

Anja Krüger

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