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Grimmen Stralsund: Dachsanierung in St. Nikolai geht weiter
Vorpommern Grimmen Stralsund: Dachsanierung in St. Nikolai geht weiter
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00:00 09.02.2017
Seit Jahren ein Dauerbrenner: Die Dachsanierung der Nikolaikirche. Knapp ein Drittel der Fläche muss noch erneuert werden. Quelle: Foto: Marlies Walther

Von Marlies Walther Die Sanierung des riesigen Kirchendachs von St. Nikolai kann auch in diesem Jahr fortgesetzt werden. Die Gerüste stehen, und in den nächsten Tagen machen sich die Handwerker an die Arbeit. „In diesem Jahr haben wir 150000 Euro für einen weiteren Abschnitt zur Verfügung“, sagt Pastor Dietmar Mahnke. Die Sanierung wird vom Land und der Deutschen Stiftung Denkmalschutz gefördert und vom Förderverein der Nikolaikirche unterstützt.

„Wir sind froh, dass es Schritt für Schritt weitergeht“, so Mahnke. Etwa 70 Prozent der Fläche sei bislang fertig. Allerdings würden die Arbeiten immer noch ein Stückchen komplizierter, je weiter die Sanierung voranschreitet. Ganz zu schweigen von der Turmhaube, wo die Finanzierung noch völlig offen sei.

Willkommene Hilfe bei kleineren Projekten, vor allem bei den fachgerechten Reinigungsarbeiten an Kunstobjekten, wird es auch in diesem Jahr wieder durch Studenten aus Potsdam und Dresden geben. Unter anderem sollen zwei geschnitzte Kronleuchter untersucht werden, um ein Restaurierungskonzept zu erarbeiten.

Vieles wird sich natürlich in diesem Jahr rund um das 500. Jubiläum der Reformation drehen. Es finden vielfältige Veranstaltungen statt. „Verstärkt werden wir Kirchenführungen zur Reformation anbieten und die Auswirkungen auf den Kirchenraum zeigen“, kündigt Annete Huth, Mitglied des Vorstandes des Fördervereins von St. Nikolai, an. Zum einen rücken die nach der Reformation neu aufgestellte Kanzel, der barocke Altar oder das Ratsgestühl in den Mittelpunkt. Zum anderen wird mehr über Kunstwerke zu erfahren sein, die zur Reformation beschädigt wurden, aber bis heute erhalten blieben. Dazu zählen die mittelalterlichen Altäre, die Chorschranken oder das Weihwasserbecken.

Gewürdigt werden soll jener Tag im Jahr 1523, als der hiesige Reformator, Christian Ketelhot, zum ersten Mal vor den Toren der Stadt Stralsund gepredigt hat und die Lehre Luthers nach Stralsund brachte. Mit einer öffentlichen Luther-Nacht will die Nikolaigemeinde am 20. Mai ab 18 Uhr ein außergewöhnliches Fest feiern. Im Mittelpunkt wird ein Mahl wie zu Luthers Zeiten an langen gedeckten Tafeln stehen. Dazu gibt es Tischreden, in denen es um Reformation, Politik, Gesellschaft und Kirche geht. Der Kammerchor von St. Nikolai wird die Andacht umrahmen. Außerdem sind verschiedene Stationen geplant, wo Menschen ins Gespräch kommen können.

Die Konfirmanden haben sich dazu etwas Spezielles ausgedacht. Sie wollen alte Fensterrahmen mit Kernaussagen von Luther gestalten, wie Pastor Albrecht Mantei berichtet. Am 11. März führen die Jugendlichen der Kirche einen Gottesdienst durch, in dem es um die Verfolgung von Christen auf der Erde geht. In den Osterferien planen sie eine Fahrt nach Breslau und einen Besuch in Auschwitz.

In den Blickpunkt der Öffentlichkeit wird St. Nikolai mit einem erneuten Radio-Gottesdienst rücken, der am 18. Juni übertragen wird. Ein weiterer Veranstaltungshöhepunkt wird der Auftakt zur Segeltour des „Nordkirchenschiffs 2017“ sein. Vom Stralsunder Hafen aus wird der Dreimastsegler „Artemis“ am 29. Juni auf Tour gehen und von Ost nach West alle 13 Kirchenkreise der Landeskirche ansteuern. Bei der Präsentation auf der Steinernen Fischbrücke ist St. Nikolai dabei.

Vorbereitet werden zudem das große Gemeindefest in Knieper West, das mit der Stadt organisierte Erntedankfest und das 40. Jubiläum des Gemeindezentrums in der Lindenstraße. Und wer die Kirche besonders stimmungsvoll erleben möchte, der kann sich schon jetzt auf lange Nikolai-Nächte jeweils am letzten Freitag des Monats von Juni bis September freuen, wenn die Kirche bis 22 Uhr öffnet.

Vorträge zur Reformation

Den Stralsunder Klöstern zur Zeit der Reformation widmet sich Gunnar Möller am 30. Mai. Er spricht über die drei auf dem Gebiet der mittelalterlichen Stadt Stralsund befindlichen Klöster St. Katharinen, St. Johannis und St. Brigitten Mariakron, die im Verlauf der Reformation säkularisiert, umgewandelt oder zerstört wurden.

Um die Auswirkungen der Reformation auf das städtische Kirchen- und Schulwesen sowie die Armutsfürsorge geht es bei einem Vortrag, den Christoph Freiherr von Houwald am 20. Juni unter dem Titel „Reformation - Macht - Veränderung“ hält. Im Mittelpunkt steht die 1525 in Kraft getretene Kirchen- und Schulordnung, die auf Veranlassung des Rates durch Johannes Aepinus verfasst worden war.

Einen Gang durch 500 Jahre evangelischer Kirchenbau unternimmt der Vorsitzende des Fördervereins St. Nikolai, Pastor Hanns-Peter Neumann, am 22. August. Dabei geht es um die Frage:

„Was ist hier eigentlich evangelisch?“ Der Vortrag will die Besonderheiten des evangelischen Kirchenbaus und die Entwicklung über die Jahrhunderte mit zahlreichen Bildern anschaulich machen. Der Eintritt zu den Vorträgen in St. Nikolai ist jeweils frei.

Ein gemeinsames Reformationsfest aller Kirchengemeinden findet am 31. Oktober in Stralsund statt.

Weitere Infos gibt es unter: www.kirche-mv.de/Reformation-Stralsund.html.

OZ

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