Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Grimmen Stralsunder Wahllokal war ab 18 Uhr versperrt
Vorpommern Grimmen Stralsunder Wahllokal war ab 18 Uhr versperrt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:00 09.09.2016

Das wegen einer verschlossenen Tür bundesweit in die Schlagzeilen geratene Stralsunder Wahllokal im Hansagymnasium war offenbar während der kompletten Auszählung der Stimmzettel für die Öffentlichkeit versperrt. Dies geht aus Augenzeugen-Berichten von zwei OZ-Reportern hervor, die das Wahllokal um 18 Uhr aufgesucht haben, um den Start der Auszählung zu beobachten.

Demnach hätte eine Schulmitarbeiterin, die in dem Wahllokal eingesetzt worden war, bereits eine Minute nach 18 Uhr gesagt, dass jetzt in Ruhe ausgezählt werde. Sogleich habe sie die Tür, die von außen nur mit einem Knauf versehen ist, ins Schloss fallen lassen. Dass dies nicht rechtmäßig war, sei im Wahllokal niemanden in den Sinn gekommen. Die Tür zum Wahlraum im Neubau des Hansagymnasiums konnte so nur noch von innen geöffnet werden.

Der Stralsunder AfD-Kandidaten Matthias Laack hat in einer Wahlanfechtung moniert, dass die Tür auch zwischen 19.20 Uhr und 19.45 Uhr noch verschlossen gewesen war. Laack: „Drinnen wurde bei Licht gearbeitet und hantiert, wie man durch einen Türspalt sehen konnte. Auch durch Klopfen war ein Bemerkbarmachen nicht möglich.“ Zuvor sollen in dem Wahllokal nach Angaben der beiden Journalisten Klopfzeichen zu hören gewesen sein, ohne dass jemand die Tür geöffnet habe. Die betroffenen Behörden schieben die Verantwortung zum Vorfall zurzeit hin und her: Der Sprecher der Stralsunder Stadtverwaltung, Peter Koslik, verweist auf Landeswahlleiterin Doris Petersen-Goes. „Das ist eine Landtagswahl.“ Petersen-Goes wiederum wollte das Votum des Kreiswahlausschusses abwarten, der gestern Nachmittag im Landratsamt Stralsund getagt hat. Kreiswahlleiter Wolfgang Hirtschulz: „Der Fall muss zunächst vom Gemeindewahlleiter in Stralsund untersucht werden.“ Erst dann könne der Kreiswahlausschuss darüber beraten. Landeswahlleiterin Petersen-Goes: „Anschließend kann die Sache wie eine Anfechtung der Wahl behandelt werden.“ Ein entsprechendes Schreiben habe Laack der Landeswahlleiterin bereits zugeschickt, sagt er.

Im Endeffekt steht die Entscheidung im Raum, ob der betroffene Wahlbezirk noch einmal öffentlich ausgezählt wird, um den Eindruck zu widerlegen, dass bei der Auszählung hinter der verschlossenen Tür etwas schief gelaufen sein könnte. In diesem Fall würden auch nicht die gleichen Mitarbeiter, die bereits am Sonntag im Wahllokal eingesetzt worden sind, mit der Neuauszählung betraut werden. Dies wäre dann die Aufgabe der Landeswahlleiterin.

AfD-Mann Laack hatte bei der Landtagswahl 56 Stimmen weniger als CDU-Kandidatin Ann Christin von Allwörden bekommen, die das Direktmandat im Stralsunder Wahlkreis 26 gewonnen hat. bfi

OZ

Mehr zum Thema

Christdemokraten nur bei Direktmandaten stark

06.09.2016

Der Wismarer SPD-Direktkandidat konnte seine Mitbewerber auf Distanz halten

06.09.2016

CARINERLAND  e Wahlkreis 11   e Zweitstimme in % 20162011SPD32.735,8CDU15,323,1AfD23,3-Linke14,020,3Grüne4,17,3FDP2,52,2NPD3,26,2Sonst.5,05,1e Wahlbeteiligung 56,4

06.09.2016

Um 2.45 Uhr heulten die Sirenen in der Nacht zum Donnerstag auf den Dächern der Stadt Grimmen.

09.09.2016

Bald wird es für Autofahrer eng in der Fleischervorstadt. Ab dem Frühjahr 2017 soll die Pfarrer-Wachsmann-Straße umgestaltet werden.

09.09.2016

Neues Buch des Greifswalders Michael North

09.09.2016
Anzeige