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Sturm legt einen Bernsteinschatz frei

Dierhagen Sturm legt einen Bernsteinschatz frei

Hobbysammler Dieter Westphal (58) aus Dierhagen machte 2007 den Fund seines Lebens. Das Fossilien-Fieber hat ihn und seine Frau seit den 80er-Jahren nicht mehr losgelassen.

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Bernsteinsch�tze der Westphals.

Quelle: Wilma Welzel

Dierhagen. Fossilien und Steinwerkzeuge haben es Dieter Westphal (58) angetan. Zahlreiche stumme Zeugen aus vergangenen Zeiten hat der Dierhäger über Jahrzehnte hinweg gesammelt. „Das Suchen nach Fossilien und Gegenständen aus grauen Vorzeiten kann schon zur Sucht werden“, sagt er und zeigt auf Hunderte Fundstücke in seinem Arbeitszimmer. „Das ist jedoch nicht alles. Vieles ist noch in Kisten verwahrt.“

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Der Dierh�ger Dieter Westphal (58) sammelt stumme Zeugen aus l�ngst vergangenen Zeiten. Fotos (2): Wilma Welzel

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Aber schon das, was auf den Regalen liegt, kann sich sehen lassen: Versteinerte Seeigel und Austern, Donnerkeile, Korallenstücke, Kieselschwämme, alte Steinwerkzeuge. „Mit ihnen leben wir und freuen uns an ihnen. Aber den Fund unseres Lebens haben wir in der Region nach einem Sturm am 28. November 2007 gemacht: Einen Bernsteinschatz von 2458 Gramm, den wir hüten“, schwärmt der Hobbyarchäologe und hält einen goldgelb funkelnden Bernstein in die Sonne. „Ein wunderbarer reiner Stein.“ Beim Bergen dieses Schatzes half auch Ehefrau Doris (58), die ebenso Entdeckerfreude und Sammlerleidenschaft erfasst hat.

„Eigentlich hat sich unser Hobby so ergeben“, erklärt die zierliche Frau. „Wir sind viel draußen, bei Wind und Wetter. Immer wieder stießen wir dabei auf Fossilien. Sie aufzustöbern machte uns immer mehr Spaß.“

Und dann wollte das Ehepaar einfach mehr wissen. Intensiv beschäftigen sie sich mit diesem Thema seit etwa 1980. Dieter Westphal vor allem mit der Menschheitsgeschichte in der Region, seine Ehefrau Doris vorwiegend mit Fossilien. Um mehr zu erfahren, besuchten sie in den vergangenen Jahren gezielt Museen, beispielsweise das Pommernmuseum in Greifswald, in dem die Entwicklung der Menschheitsgeschichte gezeigt wird. „Einfach toll!“, schwärmt Dieter Westphal, den die Zeiten vor Tausenden von Jahren, seit Menschen hier lebten, nicht wieder losgelassen haben. „Es ist einfach interessant herauszufinden, unter welchen Bedingungen unsere Vorfahren hier lebten. Einiges davon erzählen vor allem die von Menschen geschaffenen Steinwerkzeuge, die sogenannten Mikrolithen“, erklärt der Hobbysammler. Damals sei die Ostsee um etwa 25 Meter angestiegen und habe die ehemaligen Siedlungsplätze überflutet. Bei Sturm werden die Fossilien an den Strand gespült.

Täglich ist das Ehepaar draußen in der Natur. Einmal im Monat wird eine größere Entdeckungstour unternommen, mit Fotoapparat sowie Rucksack auf dem Rücken, in dem die archäologischen Funde verstaut werden. „Manchmal haben wir tüchtig zu schleppen“, sagt Dieter Westphal lächelnd. „Aber wir lassen nichts zurück.“

Dierhagen ist Westphals Heimat, die ihm sehr am Herzen liegt. Seine Familie, in deren Besitz sich das Bauerngehöft Hufe I seit 1868 befindet, hat im Ort eine lange Tradition. „Es ist das höchstgelegene Gehöft in Dierhagen, auf das sich Bewohner bei Hochwasser flüchteten“, erzählt er. „Mein Urgroßvater Max Westphal übernahm 1890 den Hof, der bis heute meiner Familie gehört.“

Seit 2008 lebt Dieter Westphal mit seiner Ehefrau in einem gemütlichen Holzhaus wieder auf dem Land seiner Vorfahren und fühlt sich sehr wohl. Er trägt dazu bei, indem er Wissens- und Erhaltenswertes dokumentiert. So schreibt er Beiträge, beispielsweise zur Historie von Dierhagen für Zeitungen oder über historische Stätten im Ort für die Broschüre des Dorfvereins „Geschichtspfad“.

Wir haben manchmal tüchtig zu schleppen.

Aber wir lassen nichts am Strand zurück.“Dieter Westphal (58)

Wilma Welzel

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