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Grimmen Sturmböe fegt über Trebelstadt hinweg
Vorpommern Grimmen Sturmböe fegt über Trebelstadt hinweg
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09:32 09.08.2018
Im Gewerbegebiet „Stoltenhäger Straße“ stürzte die Dacheindeckung einer Halle auf einen vorbeifahrenden Pkw. Quelle: Polizei
Grimmen

Ein abgedecktes Hallendach, umgestürzte Bäume, abgebrochene Äste – in Grimmen (Landkreis Vorpommern-Rügen) redet man am Mittwoch von einem Minitornado, der sich den Weg durch den Ort gebahnt hat.

Einen Schaden von mehr als 100 000 Euro verursachte das kurze Unwetter am Mittwochmorgen in Grimmen (Landkreis Vorpommern-Rügen). Ein Hallendach krachte auf mehrere Autos. Bäume stürzten um.

Hallendach stürzt auf mehrere Pkw

Es ist circa 7 Uhr. Ein Gewitter zieht auf. Eine 54-jährige Frau ist im Gewerbegebiet rund um die Stoltenhäger Straße auf einer Zufahrtsstraße unterwegs, als sich plötzlich die Dacheindeckung einer Halle, der sogenannten „Schindler“-Halle, löst und auf ihren Pkw kracht. Die Frontscheibe ihres Skoda reißt, Glassplitter lösen sich und verletzen die Fahrerin leicht. Letztlich ist das Fahrzeug völlig demoliert. Neben der Frontscheibe wird der Pkw sowohl am Dach als auch an der gesamten rechten Fahrzeugseite erheblich beschädigt. Der Schaden wird seitens der Polizei auf circa 9000 Euro geschätzt. Die Pkw-Fahrerin aus der Gemeinde Altenhagen kommt, bis auf kleine Schnittverletzungen, mit dem Schrecken davon. Die herabstürzenden Teile der Dacheindeckung beschädigen zudem noch zwei weitere, geparkte, Pkw. An dem Opel und dem Mazda entsteht ein Schaden von jeweils circa 1000 Euro.

„Wetterlage spricht nicht für einen Tornado“

Dass es sich um einen Tornado gehandelt hat, kann Uwe Ulbrich vom Wetterstudio Hiddensee nicht bestätigen. „Die Wetterlage spricht nicht dafür“, sagt er. Bestätigen kann er, dass sich zu der Zeit ein Gewitter gebildet hat, dass dann weiter nach Stralsund und zur Insel Rügen gezogen ist. „Vor allem in Stralsund und auf Rügen hat dies für stellenweise ergiebigen Regen gesorgt“, berichtet der Wettermann. Und auch Sturmböen habe es gegeben. „Leider ist das Messnetz der Windgeschwindigkeiten nicht so dicht, dass man auch für Grimmen eine Aussage treffen kann. In Rambin aber wurde eine Böe mit 78 km/h gemessen und das ist dann schon eine Sturmböe“, berichtet er. Dass es in Grimmen ebenfalls so starke Böen gegeben hat, könne sehr gut sein, lasse sich aber nicht belegen, informiert Ulbrich.

„Zum Glück niemand ernsthaft verletzt worden“

Entgegen der Einschätzung des Wettermannes kann sich der Geschäftsleiter der Grimmener SpeziTrans & Service GmbH, Daniel Gutmann, vorstellen, dass es sich um eine Windhose gehandelt haben könnte. Dem Unternehmen gehört die nun beschädigte Halle, hat sie aber vermietet. „Wir haben uns auf dem Gelände umgesehen. Aber es wurde nur dieses eine Gebäude beschädigt. Lediglich auf den Schienen lag noch ein umgestürzter Baum“, berichtet er. Er sei froh, dass die Pkw-Fahrerin nicht ernsthaft verletzt wurde. „Immerhin sind 900 bis 1000 Quadratmeter Dacheindeckung, also Schweißbahnen sowie teilweise Dachlatten und Dämmmaterial, heruntergestürzt“, sagt er. Circa 75 Prozent des gesamten Hallendaches seien somit beschädigt. „Reparieren ist da kaum möglich, wir werden die Halle wohl komplett neu eindecken lassen müssen“, meint er. Mit Kosten von 100 000 Euro müsse das Unternehmen da rechnen. Zunächst aber bleibe die Reaktion der Versicherung abzuwarten, sagt Gutmann.

Bäume wurde entwurzelt, eine Bühne verschoben

Doch nicht nur bei dem Unternehmen hat das Gewitter am Mittwochmorgen Schäden hinterlassen. Entlang der Südlichen Randstraße liegen zwei Bäume auf der Seite. Samt Wurzelballen sind sie sie aus der Erde gerissen worden. Auch das Veranstaltungszentrum an der Straße, der „Hexenkessel“, in dem ab morgen das 2. Bike-Rock-Car-Weekend beginnt, wurde in Mitleidenschaft gezogen. Die Organisatoren vom Verein „Engine“ finden bei der Ankunft auf dem Gelände am Mittwochmorgen umgewehte Dixi-Toiletten vor. Ein Eisentor im Eingangsbereich ist beschädigt worden. Und selbst die Bühne – immerhin 15 mal 10 Meter groß – hat das Unwetter verschoben und leicht verdreht, berichtet einer der Arbeiter auf dem Gelände. Problematisch sei dies aber nicht. Und auch das Eisentor sei im Laufe des Tages wieder repariert worden.

Schäden in Stralsund sind dagegen überschaubar

Die Auswirkungen des Unwetters waren in Stralsund auch deutlich sichtbar, auch wenn die Schäden überschaubar sind: Am Younior-Hotel etwa ist ein 20 Meter hoher Ahornbaum auf den Volleyballplatz gestürzt. „Am frühen Morgen hat es laut gekracht. Zum Glück ist niemandem etwas passiert“, sagt eine Mitarbeiterin. In der Sarnowstraße sind viele Äste auf Autos gefallen, in der Friedrich-List-Straße ist laut Polizei ein Fahrzeug beschädigt worden und am Olof-Palme-Platz stand die Straße unter Wasser. Arbeiter der Stadt haben schnell reagiert und bereits kurz nach dem Unwetter mit den Aufräumarbeiten begonnen.

Anja Krüger

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