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Travestie: 480 Leute flippen fast aus

Grimmen Travestie: 480 Leute flippen fast aus

Künstler aus Celle sind beeindruckt vom Grimmener Publikum und wollen nächstes Jahr wiederkommen

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Frauen waren Sonnabend beim Publikum in der Mehrheit. Fast alle wollten ein Erinnerungsfoto.

Grimmen. „Sollen wir nächstes Jahr wiederkommen“, fragte Maria Crohn, alias Michael Koch, am Ende seiner Show Sonnabendabend das Publikum im Grimmener Kulturhaus. Und aus unzähligen Kehlen hieß es laut und sehr sehr deutlich: „Ja“. Das „Festival der Travestie“, das in Grimmen zum ersten Mal gastierte, ist hier angekommen. Und wie.

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Künstler aus Celle sind beeindruckt vom Grimmener Publikum und wollen nächstes Jahr wiederkommen

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Von der ersten Minute an wurde geklatscht, gejucht und sich auf die Schenkel geklopft. Es gab ja auch unheimlich viel zu lachen beim Auftritt der Verwandlungskünstler aus Celle. Und um es vorweg zu nehmen: Umso schlüpfriger die Witze wurden, umso mehr geriet das Publikum in Extase, flippte es fast aus. „Das versaute Zeug, das gefällt euch“, schlussfolgerte Maria Crohn dann auch auf der Bühne.

Und hatte natürlich wieder die Lacher auf ihrer Seite.

„Wir haben unheimlich viel Spaß“, meinte Schwester Susann von der Station 4 des Bartmanshagener Krankenhauses. Mit sage und schreibe 16 Leuten war die lustige Truppe Sonnabend ins Kulturhaus gekommen. Und das schon sehr früh, denn das als „Chaos-Team“ verkleidete Klinikpersonal wollte unbedingt Plätze in der ersten Reihe ergattern. Schließlich war freie Platzwahl.

„Wir machen solche Ausflüge öfter, weil sie die Gemeinschaft festigen“, erklärte die Schwester. Aber obwohl die Krankenhaus-Belegschaft so zahlreich bei der Show anwesend war, die Station 4 war Sonnabendnacht besetzt. „Zum Glück“ atmete Maria Crohn auf der Bühne einmal tief durch. Denn auch ihr war der lustige Trupp sofort aufgefallen.

Fast drei Stunden, einschließlich Pause, dauerte die Show. Klar waren die Outfits der Künstler der Hingucker des Abends. Tatjana Taft kam nicht nur als aufwändig gestaltete Meerjungfrau Arielle auf die Bühne, sondern auch als Medusa mit Schlangenfigur und Sahnebaiser-Braut. Die Kostüme der Edel-Dragqueen, die in Ateliers in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Brüssel und Thailand gefertigt werden, haben oft nicht nur die Größe eines Kleinwagens, sie bestechen auch durch Funktionalität mit Effekten. Selbst Laser-Technik kommt dabei zum Einsatz.

480 Karten waren für die Show in Grimmen verkauft worden. Diese große Anzahl überraschte selbst die Künstler, denn Grimmen, stand natürlich bei ihnen nicht von Anfang an im Tourkalender, wie Maria Crohn gestand. Allerdings sagte sie: „Als ich den Namen des Kulturhauses ’Treffpunkt Europas’ las, da wusste ich sofort, hier muss ich hin.“ Ja dieser besondere Name, er zog sich wie ein roter Faden durchs Programm. Immer wieder wurde darüber gespöttelt. Aber liebevoll. Wie man überhaupt während des kompletten Programmes eine gewisse Demut der Künstler dem Publikum gegenüber verspürte. Keine Spur von Arroganz. Und das machte das Männer-Team aus Celle in Niedersachsen, von dem übrigens nicht alle Mitglieder schwul sind, sehr sympathisch.

Und weil es allen gefiel, will und soll es ja auch nächstes Jahr wieder nach Grimmen kommen. Das wird dann am 30. September sein. Karten gibt es ab nächste Woche. Auch bei der OSTSEE-ZEITUNG.

Travestie

Travestie kommt aus dem Französischen: „Travesti“ heißt dort verkleiden. Selbst im Theater der griechischen Antike wurde sich schon verkleidet, da dort alle Rollen, also auch die von Frauen, von Männern gespielt wurden.

Travestie ist nicht gleichzusetzen mit Transvestismus, denn Transvestiten schlüpfen auch im Alltagsleben oder nur aus sexuellen Gründen in die Kleider des anderen Geschlechts.

Reinhard Amler

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Grimmen
Die Showformation „Festival der Travestie“ gastiert am Sonnabend im Grimmener Kulturhaus.

Eine grandiose Show in traumhaften schönen Kostümen mit atemberaubende Comedy erwartet die Besucher im nordvorpommerschen Grimmen am Sonnabendabend um 20 Uhr. Karten sind in allen OZ-Servicecentern erhältlich.

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