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Grimmen Trotz Leerstand den Spaß nicht verloren
Vorpommern Grimmen Trotz Leerstand den Spaß nicht verloren
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00:01 14.08.2017
Vor allem für die Kinder war viel los beim Sommerfest im Kleingartenverein „Hoikenrade II“. FOTOS (5): RAIK MIELKE

„Mir wurde das Gärtnern in die Wiege gelegt“, sagt Hannelore Konerow. Die 85-Jährige ist die älteste Laubenpieperin im Kleingartenverein „Hoikenrade II“. „Während und nach des Krieges mussten wir uns mit der Gartenarbeit auseinandersetzen. Es gab nichts zu essen und man musste gucken, dass man sich um seine Lebensmittel selber kümmert“, erinnert sich die Trebelstädterin zurück.

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Im Kleingartenverein „Hoikenrade II“ sind 80 von 140 Parzellen nicht belegt

Am Sonnabend kamen die Gärtner auch über alte Zeiten ins Gespräch, freuten sich aber vor allem darüber, dass es beim zweiten Sommerfest des Vereins so richtig lustig zur Sache ging. „Wir haben dieses kleine Fest in unserem Vereinsgarten im vergangenen Jahr ins Leben gerufen, um unseren Verein zu präsentieren und vor allem auch, um junge Leute für das Gärtnerdasein zu begeistern“, erklärt der Vorsitzende Georg Morgenstern. Und wie der 68-Jährige erklärt, hatte dies schon beim ersten Mal Erfolg. „Durch das Fest haben wir sechs junge Gärtner dazugewonnen“, freut er sich.

Und neue Laubenpieper kann einer der ältesten Gartenvereine der Stadt sehr gut gebrauchen. Sehen die reinen Zahlen seit Jahren sehr negativ aus. „Wir haben 140 Gärten in unserer Anlage. Davon stehen 80 leer“, sagt der Vorsitzende und sieht verschiedene Gründe als Ursache. „Zum einen haben wir heutzutage in Grimmen einfach zu viele Gärten. Zudem ist die Anlage in Hoikenrade die älteste. Es gibt weder eine Wasseranbindung und auch der Stromanschluss wurde damals eher zufällig in Eigenleistung geschaffen“, erklärt er.

„Ich habe meinen Garten damals erst urbar gemacht. Vorher stand dort ein Spielplatz. Dies war im Jahre 1964. Mein Mann sagte damals, dass ich mir einen Garten nehmen muss, weil man so viele Blumen, wie ich brauche, nicht kaufen kann“, sagt Hannelore Konerow lächelnd. Sogar ein Jahr länger hat Herbert Uhlich seine Parzelle. „Damals musste man sich um einen Garten bewerben. Es war gar nicht so einfach, einen zu bekommen“, erinnert er sich zurück und freute sich, dass durch die Sommerfeste nun wieder das Vereinsleben gestärkt wird und vor allem die jungen Leute und damit die Zukunft im Mittelpunkt stehen.

Und tatsächlich war das Fest insbesondere für die Knirpse ausgerichtet. „Ich habe schon beim Dosenwerfen und Torwandschießen mitgemacht. Jetzt gehe ich auf die Hüpfburg“, schwärmte die vierjährige Elaysa.

„Es ist wirklich total klasse, dass sich die Ukrainer, die bei uns einen Garten haben, so für diesen Gemeinschaftsgedanken einsetzen und am Gelingen des Festes mitwirken“, freute sich der Vereinsvorsitzende Georg Morgenstern über den gelungenen Tag.

Raik Mielke

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