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Grimmen Über dicke Bohlen ging es damals ins Haus
Vorpommern Grimmen Über dicke Bohlen ging es damals ins Haus
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00:10 02.03.2016
Von links: Bürgermeister Benno Rüster, Herta und Dieter Teichmann, GWG-Chef Rüdiger Jüsche und Mitarbeiter Björn Wodzich vor dem Eingang des Blocks in der Feldstraße, in dem Teichmanns seit genau 50 Jahren wohnen. Quelle: Almut Jaekel

Am 1. März 1966 zogen Herta und Dieter Teichmann in ihre Wohnung in der Grimmener Feldstraße 13. Und weil sie nach genau 50 Jahren immer noch gern dort zu Hause sind und der Stadt Grimmen sowie der heutigen Wohnungsbaugesellschaft (GWG) dafür Danke sagen möchten, luden sie gestern Bürgermeister Benno Rüster (CDU), GWG-Chef Rüdiger Jüsche sowie Björn Wodzich, Installateur der Wohnungsgesellschaft, zum Frühstück und Plaudern ein.

„Über zwei dicke Bohlen und über einen zwei Meter tiefen Graben ging es vor einem halben Jahrhundert in das Haus“, erinnern sich die beiden Rentner. „Wir waren damals die ersten Bewohner“, sagte der 77-Jährige, der gemeinsam mit seiner Frau wegen der Arbeit im Grimmener Erdölbetrieb und der zur Verfügung stehenden Wohnung an die Trebel gekommen war. „Nur ein Jahr hat es gedauert, bis wir die Wohnung bekamen.“

Die heute 79-Jährige stammt ursprünglich aus Neubrandenburg, besuchte dort und zeitweise auch in Demmin die Schule und arbeitete nach dem Abitur im Leunawerk, wo sie ihren Mann kennenlernte. „Ich habe im Traum nicht daran gedacht, dass ich später wieder einmal hierher in den Norden zurückziehen würde“, sagt Herta Teichmann. Aber neben der in Grimmen bereit stehenden Wohnung habe auch die schlechte Luft, die sie im Industriegebiet Leuna nicht vertragen habe, eine große Rolle gespielt.

Dieter Teichmann ist direkt in Leuna aufgewachsen. Dort, in einem Vorort, sei einst sein Großvater Bürgermeister gewesen, erzählt er Benno Rüster. Der Großvater war auch als Friedensrichter aktiv, beispielsweise um damals Streitigkeiten unter den Gastarbeitern aus Frankreich, Polen oder Italien zu schlichten.

An vergangene Tage wollen Teichmanns auch mit ihren kulinarischen Leckereien erinnern, die sie gestern auftischten: Typisch Teichmannsche Spezialitäten seien ein Spargelsalat, den es früher immer zu Pfingsten gab, eine Soljanka und ein spezieller Käsesalat, den sich die Gäste schmecken lassen. Erinnert wird aber auch an Zeiten in den 1980er-Jahren, in denen im Hause Teichmann in der Feldstraße vier Personen gleichzeitig studierten: drei Kinder und Vater Teichmann, der damals von der Montage aus der Tschechoslowakei zurück gekommen war. Oder an den September 1967, als die Gartenanlage in der Feldstraße angelegt wurde. Jahre später wurde Dieter Teichmann übrigens Vorsitzender des Gartenvereins.

Danke sagen allerdings nicht nur Teichmanns. Auch der Bürgermeister und Rüdiger Jüsche hatten viel Lob für die Senioren: Sie würden sich sehr für ihre Mitmenschen engagieren. Und es gebe im gesamten Bestand der GWG nicht noch einen Keller, der so tiptop sei. Das sei der Verdienst von Dieter Teichmann, betont Jüsche. Alles ist verputzt, geweißt und immer aufgeräumt.



Almut Jaekel

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