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Unfallfahrer zeigt keine Einsicht

Ribnitz-Damgarten Unfallfahrer zeigt keine Einsicht

Bis zuletzt war der Angeklagte Siegmar J., der gestern wegen des unerlaubten Entfernens vom Unfallort vor dem Amtsgericht Ribnitz-Damgarten stand, davon überzeugt, dass er den Schaden am Fahrzeug — eine riesige Beule, der Schaden liegt laut Kostenvoranschlag bei rund 1400 Euro — niemals verursacht haben kann.

Ribnitz-Damgarten. Am 1. Oktober 2012 war der Kuhlrader auf dem Famila-Parkplatz in Ribnitz-Damgarten rückwärts aus der Parklücke gefahren und war dabei gegen ein anderes Fahrzeug gestoßen. Der 63-Jährige gab an, dass er ausgestiegen sei und sich das Fahrzeug angeschaut habe. „Die Beule konnte nicht von mir sein, deshalb bin ich auch weitergefahren“, so der Rentner.

Allerdings hatten zwei Männer den Vorfall beobachtet und dem Fahrer des beschädigten Wagens informiert. Dieser habe die Polizei gerufen. Als die Beamten beim Kuhlrader ankamen, verneinte dieser, einen Unfall gehabt zu haben. Erst als sie sich den Schaden am Auto des Unfallverursachers ansahen, gab er zu, mit einem anderen Fahrzeug zusammen gestoßen zu sein. „Er gab an, dass er einen lauten Knall gehört hat“, erklärte der Polizeibeamte als Zeuge vor Gericht. Vehement habe der Unfallverursacher jedoch auch dort abgestritten, die Beule verursacht zu haben. Die Beamten seien sich allerdings sicher gewesen, dass der Schaden am Wagen des Kuhlraders zu dem Unfall passe. „Die spinnen sich alle was zurecht“, erklärte der Angeklagte im Gerichtssaal ganz aufgebracht, wollte sich allerdings nicht weiter äußern.

Anwältin Hannelore Graf sah zwar juristisch die Straftat der Fahrerflucht bestätigt, bat den Richter Chris Neumann allerdings um ein mildes Urteil. „Mein Mandant wohnt am Hintern der Welt und ist auf sein Auto angewiesen. Ich weiß, dass drei Monate Führerscheinentzug die übliche Strafe bei einem solchen Vergehen ist, bitte Sie aber, davon abzusehen.“ Und auch bei einer Geldstrafe machte sie darauf aufmerksam, die wirtschaftlich schlechte Lage des Rentners zu berücksichtigen. Die Staatsanwaltschaft beharrte hingegen auf das Fahrverbot und forderte zudem eine Geldstraße von 800 Euro (40 Tagessätze a 20 Euro). Richter Neumann blieb beim dreimonatigen Fahrverbot hart, die Geldstrafe setzte er auf 600 Euro (30 Tagesätze a 20 Euro) fest.

Serie

Gerichtsbericht

Heute aus dem

Amtsgericht

in Ribnitz:

Unfall mit

Fahrerflucht

Anika Hoepken

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