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„Unser Schulsozialarbeiter ist Goldstaub“

Greifswald „Unser Schulsozialarbeiter ist Goldstaub“

Erik Hinneburg ist bei Kindern und Lehrern der Nexöschule beliebt / Bei ÖdS ist er einer von acht

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Erik Hinneburg leistet großartige Arbeit, ohne ihn ist das hier kaum vorstellbar. Katrin Schmidt Schulleiterin

Greifswald. Ein paar Holzleisten, Säge, Schraubzwinge, Schleifpapier und Leim: Mit wenigen Utensilien bauen Dritt- und Viertklässler in der Holzwerkstatt einen Stiftehalter, unterstützt von Schulsozialarbeiter Erik Hinneburg. „Der ist immer locker drauf, nicht so vernarrt, alles perfekt zu machen“, urteilt die zehnjährige Hannah. „Deshalb gefällt mir der Kurs richtig gut.“ Ein dickes Lob, das andere Kinder bekräftigen.

Seit mittlerweile anderthalb Jahren arbeitet Erik Hinneburg vom Verein Öffnung der Schulen (ÖdS) an der Greifswalder Grundschule „Martin Andersen Nexö“im alten Ostseeviertel. Ein Job, den er mit viel Hingabe ausübt.

„Er kann wirklich gut mit Kindern umgehen“, wertschätzt Lehrerin Sarina Ortmann, die gemeinsam mit ihm für interessierte Schüler die Holzwerkstatt anbietet. Auch Schulleiterin Katrin Schmidt möchte den jungen Mann nicht mehr missen: „Unser Schulsozialarbeiter ist Goldstaub“, sagt sie und lobt weiter: „er macht eine ganz großartige Arbeit.“

Wenn Erik Hinneburg kurz vor sieben Uhr in der Schule eintrifft, weiß er meistens noch nicht, wie sein Tag aussehen wird. „Vormittags kümmere ich mich oft um Kinder mit Migrationshintergrund“, sagt der 30-Jährige, selbst dreifacher Vater.

Viele Flüchtlingskinder hätten Sprachdefizite, „so dass sie den normalen Unterrichtsstoff kaum bewältigen können“, sagt Erik Hinneburg. In Absprache mit den Lehrern gebe er diesen Schülern deshalb Hilfe – einzeln oder auch in Kleingruppen.

Hin und wieder sei er auch gefragt, wenn es im Klassenraum mal zu bunt werde: „Auch an unserer Schule gibt es, wie anderswo, verhaltensauffällige Schüler, plaudert er ein wenig aus dem Nähkästchen.

Wenn eine Situation zu eskalieren droht, werde ich gerufen“, verdeutlicht der Schulsozialarbeiter, der nach seiner Erzieherausbildung berufsbegleitend ein dreieinhalbjähriges Studium der Kindheitspädagogik absolvierte.

An seiner Tätigkeit schätzt er besonders, immer sofort ein Feedback zu erhalten: „Kinder sind da sehr ehrlich“, erklärt der junge Mann. Außerdem freue es ihn, wenn die Mädchen und Jungen gut vorankämen: „Im vorigen Schuljahr habe ich zwei syrische Viertklässler mitbetreut, die es am Ende auf eine weiterführende Schule schafften“, erzählt Hinneburg. Nicht ohne Stolz. Als volle Halbtagsschule unterbreitet die „Nexö“ in Greifswald den Kindern außerdem nach dem Unterricht verschiedene Kursangebote. Die Holzwerkstatt ist eines davon, Fußballspielen für bewegungsfreudige Mädchen und Jungen ein anderes.

„Das mache ich gemeinsam mit dem Vater eines Viertklässlers. Dabei steht der Spaß für die Kinder im Vordergrund“, betont Erik Hinneburg. Daneben betreue er die Schülerband. Die trifft sich immer dienstags. Und bei schulinternen Festen zeigt sie dann, was sie so draufhat. Freizeitaktivitäten, Lernunterstützung, Konfliktbewältigung, Gespräche mit dem Jugendamt über mögliche Hilfen zur Erziehung: Der Job eines Schulsozialarbeiters ist vielfältig. Aus Erik Hinneburgs Sicht benötigt jede Schule einen Sozialarbeiter, wenn nicht gar mehrere – je nach Größe: „Bildungspolitiker sagen zwar immer, wie wichtig die Schulsozialarbeit ist. Doch an der Finanzierung hapert es“, moniert der junge Mann. Immerhin: Dank eines Beschlusses der Greifswalder Bürgerschaft ist die Arbeit von Erik Hinneburg und weiteren drei ÖdS-Mitarbeitern vorläufig gesichert. Auch der Kreistag signalisierte Unterstützung für die Schulsozialarbeit in Vorpommern-Greifswald. Doch an dem Grundsatzproblem ändert das wenig: Das Land ist in der Pflicht.

Petra Hase

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