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„Unsere Bank ist das Beste an Brandshagen“

Brandshagen „Unsere Bank ist das Beste an Brandshagen“

Isolde Meier und Inge-Marie Dohrmann treffen sich so oft es geht dort und warten auf die Urenkel.

Brandshagen. „Das beste an Brandshagen ist unsere Bank“. Darin sind sich die Rentnerinnen Isolde Meier (84) und Inge-Marie Dohrmann (85) aber so was von einig. Und die beiden meinen damit nicht etwa eine Sparkassenfiliale im Ort, die es ohnehin nicht gibt, sondern eine schon etwas in die Jahre gekommene hölzerne Sitzbank direkt in der Dorfallee. Sie steht dort vor einem größeren Gebüsch und genau vor dem Haus, in dem die beiden Damen wohnen. Die eine rechts, die andere links.

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Isolde Meier und Inge-Marie Dohrmann treffen sich so oft es geht dort und warten auf die Urenkel.

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„Ich habe viele Jahre im Neubau gewohnt“, sagt Inge-Marie Dohrmann und deutet mit der Hand in Richtung Kirche. „Vor fünf Jahren bin ich hierher runter gezogen.“

Wenn es das Wetter will und es nicht gerade in Strömen regnet, dann kommen beide Frauen immer zu ihrer Bank. Um Neuigkeiten auszutauschen oder einfach nur die letzte Herbstsonne zu genießen. Meist warten sie dann hier auf ihre Urenkel Eddy und Freddy.

Beide sind sechs Jahre alt und Zwillinge. Sie gehen noch nicht zur Schule, weil sie Ende Mai geboren sind. „Da war es besser, dass sie noch ein Jahr warten“, sind sich die beiden Uromas einig. „Die beiden Jungs kommen immer so kurz nach 16 Uhr aus der Brandshäger Kita „Butscherstuw.“ „Da ihre Mutti um diese Zeit oft noch arbeiten muss, sind wir dann gefragt“, erklärt Isolde Meier. Sie ist bereits sechsfache Uroma und darauf natürlich sehr stolz.

Das Witzige an der Sache ist, dass die Eltern von Eddy und Freddy die Enkelkinder beider Damen auf der Bank sind: Isolde Meier hat einen Enkelsohn, der wiederum mit der Enkeltochter von Inge-Marie Dohrmann verheiratet ist. So sind alle nun eine große Familie. Die sich auch wunderbar versteht.

„Seit 1953 wohne ich in Brandshagen“, erzählt Isolde Meier. „1954 bin ich hierher gekommen“, ergänzt Inge-Marie Dohrmann.

Wenn die beiden Uromas die lange Zeit Revue passieren lassen, dann fällt ihnen natürlich viel ein. „Es hat sich einiges verändert in Brandshagen“, sind sich beide einig. „Zum Glück haben wir jetzt wieder eine Kaufhalle“. Damit meinen sie den Netto am Ortsausgang Richtung Stralsund, der vor etwa einem Jahr eröffnet wurde. „Dort kauft es sich gut ein“, sagen die Frauen. „Und Brandshagen hat noch eine Schule“, zählen sie weiter auf. Sie sind darauf stolz und froh zugleich. Denn eine gute Infrastruktur ist heute nicht mehr jedem Dorf vergönnt. „Auch eine Arztstation und einen Kindergarten haben wir noch“, erklärt Isolde Meier. Man sei also noch gut dran. Leider habe die Zahnärztin aus Altersgründen aufgegeben, bedauern die Frauen. Jetzt müsse man zur Behandlung nach Reinberg. Das sei aber kein Problem. Denn die Kinder oder Enkelkinder würden sie dorthin fahren. Und außerdem seien Stralsund und Greifswald ja auch nicht weit. Das spreche für Brandshagen. Es liege sehr zentral.

„Früher habe ich in Stralsund gearbeitet, musste jeden Tag fahren“, erinnert sich Inge-Marie Dohrmann. „Und wir waren selbständig, hatten ein Sägewerk“, ergänzt Isolde Meier. „Aber nach der Wende wurde kein Sägewerk mehr gebraucht, weil alle in die Baumärkte drängten “, fügt sie hinzu. Deshalb wurde das Sägewerk zugemacht und später abgerissen. Auf dessen Grund und Boden steht heute das Einfamilienhaus ihres Enkelsohns. Es ist doch schon schön, wenn man die jungen Leute unterstützen kann, denn Bauland sei ja auch schwierig zu bekommen und teuer, meint die Uroma. Sie freut sich natürlich, dass sie Eddy und Freddy dadurch täglich in der Nähe hat und sie aufwachsen sieht. In ihrem Brandshagen.

Reinhard Amler

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