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Unterschlupf für eine Nacht

Hohenwieden Unterschlupf für eine Nacht

In Hohenwieden werden Pilger von der Hausgemeinschaft aufgenommen

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Christine Helle-Koch in dem Wohnwagen, der in Hohenwieden Pilgern als Unterkunft angeboten wird.

Quelle: Anja Krüger

Hohenwieden. Unterschlupf für eine Nacht bietet Christine Helle-Koch (55). Die Hausmutter in der SOS-Dorfgemeinschaft empfängt Pilger, die auf der Via Baltica unterwegs sind. Menschen unterschiedlichen Charakters und Alters, aus allen Bevölkerungsschichten und aus unterschiedlichsten Beweggründen würden bei ihr einkehren.

OZ-Bild

In Hohenwieden werden Pilger von der Hausgemeinschaft aufgenommen

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„Entweder bei uns im Haus oder im Bauwagen“, erzählt sie. Christine Helle-Koch war selbst bereits auf dem Baltisch-Westfälischen Weg, einem Teil des Jakobsweges „Via Baltica“ unterwegs und weiß: „Wer eine Etappe von ungefähr 30 Kilometern am Tag hinter sich hat, stellt keine großen Ansprüche, freut sich über eine Schlafmöglichkeit, eine Mahlzeit und eine Dusche.“

In Hohenwieden wird den Pilgern aber weitaus mehr geboten. Denn dort werden sie in der Hausgemeinschaft aufgenommen. „Natürlich so weit, wie sie es wollen“, sagt Christine Helle-Koch. Die wenigsten der Besucher würden wissen, was sie in der Dorfgemeinschaft erwartet, dass hier Menschen mit Behinderung leben und arbeiten, erzählt sie. „Letztendlich sind es immer erfüllende Begegnungen für beide Seiten“, sagt die Hausmutter.

24 Übernachtungen in Hohenwieden waren es im vergangenen Jahr. „In diesem Jahr gab es bereits zehn“, erzählt sie. Ihrer Auffassung nach nehme das Pilgern auf der „Via Baltica“ zu. „Sie wählen den Weg, weil er noch ursprünglich ist. Spanische Jakobswege sind meist überlaufen – dank Hape Kerkeling“, meint sie.

In Hohenwieden werden die Pilger zum Abendessen in der Hausgemeinschaft aufgenommen. „Meist ergeben sich dadurch interessante Gespräche. Unsere Hausbewohner sind den Besuchern gegenüber immer sehr offen und aufgeschlossen, interessieren sich sehr für deren Geschichten – wo sie herkommen, warum sie sich auf die Reise gemacht haben“, berichtet Christine Helle-Koch. Und trotz der vielen gelaufenen Kilometer würden sich die Besucher im Anschluss noch das Dorf von den Betreuten zeigen lassen.

Erlebt hat Christine Helle-Koch schon die kuriosesten Geschichten. Für Schmunzler würde meist das Gepäck sorgen. „Wer noch nicht so erfahren im Pilgern ist, schleppt meist zu viel Gepäck mit sich rum. Ich habe schon für einige ein Paket mit Ausrangiertem bei der Post aufgegeben“, erzählt sie. Aber auch das genaue Gegenteil habe sie schon erlebt: „Da hatte jemand jedes Gramm bedacht und deshalb sogar den Stiel von der Zahnbürste gekürzt.“

Bei vielen Pilgern aber hinterlässt auch die Dorfgemeinschaft einen bleibenden Eindruck. „Wir bekommen viele Briefe und Karten mit ganz lieben Worten von Pilgern geschickt, die bei uns übernachtet haben“, erzählt Christine Helle-Koch. Wie zum Beispiel von dem Paar aus Niedersachsen, dass mit einem Esel unterwegs war. Diese würden einen Platz im Gästebuch finden, dass sie seit 2007 führt.

Baltisch-Westfälischer Weg führt durch Grimmen

3403 Kilometer müssen Pilger wenigstens auf dem Weg von Swinemünde bis nach Santiago de Compostela in Spanien zurücklegen.

Der Jacobsweg „Via Baltica“ führt von Swinemünde bis nach Osnabrück. Der Baltisch-Westfälische Weg ist ein Teil der „Via Baltica“. Einige Etappen liegen im Altkreis Grimmen.

Von Swinemünde nach Kirch Baggendorf in neun Etappen:

1. Swinemünde - Kamminke

2. Kamminke - Stadt Usedom

3. Stadt Usedom - Wrangelsburg

4. Wrangelsburg - Lassan

5. Lassan - Kemnitz

6. Kemnitz - Greifswald

7. Greifswald - Gerdeswalde

8. Gerdeswalde - Grimmen

9. Grimmen - Kirch Baggendorf

Anja Krüger

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