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Poggendorf Unterwegs auf schwankendem Boden

Forst und Nabu wollen Hochmoore renaturieren / Maßnahme wird über Eler gefördert

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Das Eichholzer Moor heute: Jens Schramm freut sich, hier wieder typische Moorvegetation vorzufinden.

Poggendorf. Der Erdboden schwankt und gluckst. Binsen wachsen hier, Torfmoose, Gräser. Jens Schramm, Vorsitzender der Nabu-Ortsgruppe Franzburg, bewegt sich sicher über den schlingernden Untergrund. „Vor einem Jahr standen hier noch überall Birken, jetzt haben wir hier schon wieder eine richtige Moorvegetation“, sagt er. Die Renaturierung des Kesselmoores Eichholz, südlich von Franzburg gelegen, zeigt binnen kürzester Zeit große Fortschritte.

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Forst und Nabu wollen Hochmoore renaturieren / Maßnahme wird über Eler gefördert

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Naturschutz und Forst ziehen an einem Strang und auch noch in die gleiche Richtung.“Thomas Gottlob, Forstamt Poggendorf

Intakte Moore sind wichtige Kohlenstoff- und Stickstoffspeicher. In ihnen wird dauerhaft Kohlenstoff eingelagert und damit der Erderwärmung entgegen gewirkt. Aus diesem Grund erließ die Landesregierung Mecklenburg-Vorpommerns ein Moorschutzkonzept, welches nun Schritt für Schritt in die Tat umgesetzt wird. Gefördert über den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums Eler sollen Moore renaturiert werden.

Begonnen wurde mit der Maßnahme im Landeswald. Das Forstamt Poggendorf machte mit Eichholz und Hohenbarnekow im Revier Barnekow zwei Kesselmoore aus, deren Rückführung in ihren naturnahen Zustand sich lohnt. Und so rückte im vorigen Jahr der Harvester an, um die Birken, Kiefern und Weiden, die sich auf dem Moorflächen angesiedelt hatten und diesen das Wasser entzog, zu fällen und von der Fläche zu entfernen. Entkusseln nennt sich dieser Vorgang, der sowohl in Eichholz als auch in Hohenbarnekow vorgenommen wurde.

Das Kesselmoor in Eichholz ist mittlerweile baumfrei. Derzeit sind drei Ein-Euro-Jobber auf der gut einen Hektar großen Fläche unterwegs und schneiden mit Astscheren kleineren Wildwuchs von der Fläche. Zuvor haben sie die Stämme der von der Forst abgesägten Bäume abgetragen. Heute finden sich bereits wieder Sonnentau, Moosbeeren, Fieberklee, die Blasenbinse und das Scheidige Wollgras auf den entsprechenden Flächen. Alles typische Moorpflanzen. Und alle auf der Vorwarnliste beziehungsweise bereits auf der Roten Liste gefährdeter Arten zu finden.

Das Moor bei Hohenbarnekow soll demnächst folgen. Entkusselt wurde die Fläche von der Forst bereits. Auch wenn die Stämme noch immer auf dem Areal liegen, brachte dieser erste Schritt doch große Fortschritte. So blühte im Frühjahr hier endlich wieder das Scheidige Wollgras.

„Es macht mich sehr glücklich, dass die Zusammenarbeit mit dem Forstamt Poggendorf so toll funktioniert“, sagt Jens Schramm. Und auch das Forstamt ist des Lobes voll. Forst und Naturschutz verfolgten in diesem Fall dasselbe Ziel. „Wir brauchen uns, müssen bei der Renaturierung Hand in Hand gehen und das funktioniert sehr gut“, sagt Schramm erfreut.

Moor vs Klimaerwärmung

Intakte Moore wirken wegen dauerhaft gebundenen Kohlenstoffs der Klimaerwärmung entgegen. Forst und Nabu wollen deshalb Moore renaturieren.

Dazu müssen Moorflächen von Bäumen befreit werden, um der Absenkung des Wassers entgegenzuwirken.

Eine Birke verdunstet über ihr Blattwerk bis zu 100 Liter Wasser pro Tag.

Die Renaturierung der Moore wird über Eler gefördert.

Die Gesamtkosten belaufen sich für zwei Moore auf 4500 Euro, 85 Prozent davon, also 3800 Euro, werden gefördert.

Claudia Noatnick

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