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Grimmen Verbandschef kritisiert Bürgermeister von Grimmen
Vorpommern Grimmen Verbandschef kritisiert Bürgermeister von Grimmen
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07:00 16.03.2019
Andreas Breitner, Direktor des Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW). Quelle: Carolin Riemer
Grimmen

Mecklenburg-Vorpommerns Bauminister Christian Pegel (SPD) hat der Stadt Grimmen und ihrer Wohnungsgesellschaft GWG Hoffnung beim Abbau von Altschulden gemacht. Im Zuge des Finanzausgleichsgesetzes gebe es einen Entschuldungsanteil für Altschulden und beim Innenministerium die Überlegung, diesen Anteil auch für Altschulden einzusetzen, die durch kommunales Wohnungseigentum entstanden seien, sagte der Politiker in einem Interview mit der OSTSEE-ZEITUNG (OZ vom 13. März) .

Während Grimmens Bürgermeister Benno Rüster bei einem Pressegespräch verdeutlichte, dass er nach wie vor den Verkauf der GWG bevorzuge, machte GWG-Geschäftsführer Gunther Dettmann deutlich, dass unter Bedingungen der Altentschuldung auch eine Konsolidierung und Teilsanierung möglich seien.

Andreas Breitner, Direktor des Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW) erklärte dazu: „Die Verständigung über den kommunalen Finanzausgleich, der die Übernahme von Altschulden kommunaler Unternehmen durch das Land vorsieht, ist auch eine große Chance für Grimmen und seine Wohnungsgesellschaft.“ Diese Chance sollten die Verantwortlichen nutzen und dadurch sicherstellen, dass das Wohnungsunternehmen in öffentlicher Hand bleibt. Vor allem der hohe Schuldenstand – zuletzt sei die Rede von mehr als 40 Millionen Euro gewesen – verhindere bislang, dass die GWG nicht mehr nachgefragte Wohnungen abreißen und modernen Wohnraum schaffen könne. Jeder vom Land in die Entschuldung von Stadt und Unternehmen gesteckte Euro sei daher eine sinnvolle Investition. Das große Interesse eines privaten Investors belege doch, dass Grimmen eine gute Zukunft vor sich habe. Das Festhalten des Bürgermeisters an der Verkaufsidee lasse den Verdacht aufkommen, dass es Hinterzimmerabsprachen gebe und bereits ein Verkaufsdeal vereinbart worden sei. Grimmen würde sich durch den Verkauf ihres Wohnungsunternehmens jeder Chance berauben, die soziale Stadtentwicklung zu steuern. Die Politiker würden zu Bittstellern und liefen Gefahr, bei der Gestaltung ihrer Stadt von Kapitalinteressen abhängig zu werden. Am Ende müssten die Mieterinnen und Mieter die Zeche zahlen.

Der Verkauf öffentlicher Wohnungsunternehmen um die Jahrtausendwende habe gezeigt, dass die meisten betroffenen Kommunen letzten Endes ein schlechtes Geschäft gemacht hätten und heute die seinerzeit getroffene Entscheidung bereuen. In Schleswig-Holsteins Landeshauptstadt Kiel werde derzeit sogar ein neues kommunales Wohnungsunternehmen gegründet.

Der VNW habe sich bereiterklärt, die Stadt und die GWG bei der Suche nach einer Lösung der Probleme zu unterstützen. Dabei stünden verschiedene Möglichkeiten im Raum: die Sanierung der GWG, eine Umwandlung in eine Genossenschaft, die Fusion mit einer anderen Genossenschaft oder die Geschäftsbesorgung durch ein anderes Wohnungsunternehmen.

Jens-Peter Woldt

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