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Verdrängt das Tablet die Schulbücher?

Grimmen Verdrängt das Tablet die Schulbücher?

Die OZ fragte Schüler und Lehrer nach ihrer Meinung zum digitalen Unterricht mit modernsten Medien.

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Viele Schulbücher oder ein Tablet? Jenny Schmidt (15) und Jasmin Schablack (15) können sich nicht entscheiden. Fotos (5): Raik Mielke

Grimmen. Stöhnend stellt Sebastian Kohrs seine Büchermappe ab. „Oh, ist die heute wieder schwer“, sagt der zwölfjährige Gymnasiast. Doch diese jedem Schüler wohl bestens bekannte Last könnte schon bald der Vergangenheit angehören. Denn multimediale Inhalte spielen im Schulalltag eine immer größere Rolle.

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Viele Schulbücher oder ein Tablet? Jenny Schmidt (15) und Jasmin Schablack (15) können sich nicht entscheiden. Fotos (5): Raik Mielke

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„Für die Unterrichtsvorbereitung nutze ich fast täglich das Internet. Ich hoffe, dass in Zukunft auch in der Schule noch mehr digitale Geräte zum Einsatz kommen“, sagt Nino Sollmann (13). Dass dieser Wunsch vielleicht schon bald Realität werden kann, zeigt ein aktuelles Beispiel aus Mecklenburg-Vorpommern. Als erste staatliche Schule im Land führte die Neuenkirchener (bei Greifswald) den digitalen Unterricht ein. Tablet-Computer sind hier zum festen Bestandteil einer Lehrstunde geworden. Heißt es auch am Grimmener Gymnasium bald: Schulbuch ade — Tablets olé? „Das wäre richtig cool“, findet Oscar Bänder. Der 13-Jährige glaubt, dass sich komplexe Themengebiete durch Programme auf den elektronischen Notizblöcken (Tablets) viel leichter verständlich darstellen lassen. „Ich glaube, wo das Schulbuch an seine Grenzen kommt, würde ein internetfähiges Gerät Lösungen schaffen“, sagt der Gymnasiast. „Projektmäßig und über einen gewissen Zeitraum Tablets oder Laptops für die Unterrichtsgestaltung zu nutzen — das könnte ich mir vorstellen“, sagt Biologielehrerin Kerstin Jätschmann. Eine dauerhafte Nutzung oder gar die Abschaffung des Schulbuches sieht die erfahrene Gymnasiallehrerin sehr kritisch. „So genannte Ipad-Klassen sind besonders für jüngere Klassenstufen schädlich. Die Schüler werden von Informationen erdrückt, können diese nicht verarbeiten. Es stellt sich letztendlich das Gefühl der Überforderung ein“, glaubt sie.

Wünschen sich angehende Abiturienten das Abschaffen des Schulbuchs? „Wenn ich den ganzen Tag auf einen Bildschirm gucken soll, würde mich das schnell nerven“, gibt Lea Zeidler zu. „Zudem hält solch ein Gerät sehr viele Ablenkungsmöglichkeiten bereit, welche die Konzentration auf das Wesentliche enorm erschweren würden“, glaubt die 17-Jährige. „Wir nutzen das Internet ja jetzt auch schon für den Unterricht. In Recherchephasen können wir ins Computer-Kabinett gehen oder unsere Smartphones (internetfähige Handys/d.Red.) in der Stunde gebrauchen“, erklärt Laura Henke (18). „Die Gefahr des Missbrauchs bei völlig offenen Geräten ist aber groß“, glaubt Antonia Prillwitz (18). Die stellvertretende Schulleiterin Carla Alff sieht das Tablet über kurz oder lang aber als Konkurrenten. „Die Zukunft wird so aussehen, dass wir immer mehr multimedial arbeiten werden“, glaubt sie. Die Befürchtung vieler Schüler, dass Lehrer damit überfordert sein könnten, sieht sie nicht: „Wir wurden schon häufig ins kalte Wasser geworfen und würden uns auch auf diese Neuerung einstellen“, betont sie.

„In gewissen Fächern, beispielsweise den Naturwissenschaften, würden kurze Filmsequenzen und Experimentvorführungen den Unterricht auflockern. Als zusätzliches Unterrichtsutensil würde ich es gut finden, als kompletten Ersatz für das Schulbuch aber ungeeignet“, sagt Jeanine Nelson. „Die anfängliche Euphorie würde schnell weg sein“, glaubt die 18-jährige Schülerin.

 



Raik Mielke

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