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Seit 30 Jahren gibt es in Stralsund das Unternehmen Digitaldruck Kruse / Mittlerweile werden dort auch Bücher verlegt

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Mitarbeiterin Julia Mahler stellt ein Set aus mehreren Notizbüchern her, dessen Cover mit historischen Stralsund-Motiven bedruckt sind.

Quelle: Fotos: Alexander Müller

Stralsund. Fünf Minuten vor der Angst: Es ist Vormittag und ein junger Student bringt seine Bachelorarbeit zum Binden bei Digitaldruck Kruse vorbei. Am Nachmittag muss die Abschlussarbeit abgegeben werden. „Ach, das kennen wir. Das ist bei Studenten so“, sagt Geschäftsführer Wolfgang Kruse mit einem Lachen, während er die Arbeit aus dem „Diplomarbeitstoaster“

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Seit 30 Jahren gibt es in Stralsund das Unternehmen Digitaldruck Kruse / Mittlerweile werden dort auch Bücher verlegt

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nimmt. In diesem Gerät werden die Blätter in einer Mappe durch Leim, der kurz heiß gemacht wird, zusammengeklebt.

Bei seinem gestrigen Unternehmensbesuch in dem Stralsunder Druck- und Verlagshaus ließ sich Oberbürgermeister Alexander Badrow (CDU) jedoch nicht nur den „Toaster“ erklären, sondern war vor allem an der großen Druckmaschine interessiert, die das technische Herzstück ist.

In diesem Jahr wird im Hause Kruse in der Frankenstraße 53 doppeltes Jubiläum gefeiert: Seit 30 Jahren gibt es Digitaldruck Kruse und vor zehn Jahren wurde das Verlagshaus gegründet. „Mit der Technisierung mussten wir uns neue Felder erschließen“, sagt Wolfgang Kruse, der die Firma einst von seinem Schwiegervater übernahm. 1963 wurde die Lichtpauserei in der Frankenstraße 53 gegründet.

1997 schlugen die Kruses wegen umfangreicher Sanierungsarbeiten ihre Zelte in der Schillstraße auf und kehrten erst 1997 wieder zum Ort des Ursprungs in die Frankenstraße zurück.

Früher gingen vor allem Lichtpausen von Bauzeichnungen über die Maschinen. Dazu zählten Unterlagen von großen Bauvorhaben wie der Rügenbrücke, dem Klinikum oder Autobahnanbindungen. Doch um in der Marktwirtschaft bestehen zu können, sei es wichtig, permanent präsent zu sein und das bedeute auch, neue Wege zu gehen. Also erschien 2007 das erste Buch „Von A bis Z“ im Verlagshaus Kruse.

Mittlerweile gibt es eine große Bandbreite an Erscheinungen. Julia Mahler, die im Unternehmen arbeitet, erklärt: „Der absolute Renner sind unsere ,Stralsund Hefte’ und die ,Gutshäuser und Schlösser’.“

Große Risiken geht der kleine Verlag nicht ein. „Wir drucken immer nur eine kleine Anzahl von Büchern und drucken dann lieber auf Nachfrage nach“, erklärt Julia Mahler. Außerdem habe man sich eine Nische vor allem im Regionalen gesucht. „Das kommt gut an, egal ob beim Buch oder den unzähligen Kalendern“, sagt Wolfgang Kruse. Bei den Jahresblättern sind oft jene mit historischen Ansichten bei den Kunden beliebt. Schön sei es auch, dass viele Autoren immer wieder gern zum Verlag kommen. „Wir sind flexibel und versuchen, viel mit dem Kunden gemeinsam zu tragen.“

Mit Barbara und Wolfgang Kruse sind es insgesamt sechs Mitarbeiter im Unternehmen. „Wichtig ist uns, dass wir auch immer junge Leute im Team haben“, sagt Wolfgang Kruse. „Wir sind zwar kein Ausbildungsbetrieb, haben aber neben unseren Festangestellten oft Praktikanten“, ergänzt seine Frau. Das halte einen nicht nur selbst jung, sondern man bleibe auch am Puls der Zeit, gerade was die technischen Fragen anbelangt.

Seit über zehn Jahren arbeitet Clemens Bietz bei Digitaldruck Kruse. „Ich habe mich von Beginn an wohl gefühlt“, sagt der 26-Jährige und schaut auf die Anfänge zurück: „Erst ein Praktikum, dann die Ausbildung zum Mediengestalter und schließlich die Anstellung.“ Den Spaß an der Arbeit teilt er mit seiner Kollegin Jana Hasselberg. „Davon abgesehen, dass das Arbeitsklima stimmt, ist es ein abwechslungsreicher Job. Kein Tag ist wie der andere“, erklärt die 33-jährige Stralsunderin.

Miriam Weber

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