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Grimmen Vom ICE bis zur alten Diesellokomotive
Vorpommern Grimmen Vom ICE bis zur alten Diesellokomotive
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10:31 06.11.2018
Marius Köster an seinem Arbeitsplatz. Als Lokführer muss er jede Sekunde höchst konzentriert sein. Quelle: Raik Mielke
Grimmen

„Am liebsten fahre ich auf alten Diesel- und Elektrolokomotiven. Da hört man noch die Leistung der Motoren“, schwärmt Marius Köster. In unserer Serie „Ein Tag als...“ begleiten wir den Lokführer diesmal durch seinen Arbeitstag.

Der neue Tag ist gerade erst angebrochen, da beginnt für den 23-jährigen Trebelstädter auch schon der Dienst. „Meine Arbeitszeiten sind ganz unterschiedlich, so wie heute, fange ich oftmals bereits um 3 Uhr an, manchmal aber auch erst abends um 23 Uhr“, sagt der Lokführer. Am liebsten sind Marius Köster jedoch die Nachtschichten. Dann genießt der junge Mann die Ruhe und die leeren Bahnhöfe. Doch bevor die Reise mit den Zügen losgehen kann, gibt es für den Lokführer jede Menge zu tun. „Nachts werden alle Züge fahrbereit gemacht“, sagt er und erklärt: „Alle Systeme, wie Bremsen und Sicherheitseinrichtungen, werden überprüft.“ Nur dann dürfen die Fahrzeuge in den Einsatz und die Tagesaufgabe für Marius Köster beginnt. Doch was genau ist die Aufgabe eines Lokführers? „Einfach gesagt, bin bin ich dafür verantwortlich, dass Reisende oder Güter pünktlich und vor allem sicher am Ziel ankommen“, beschreibt er. Hierbei ist er mit Zügen des Fernverkehrs, also die IC (Intercity) und ICE (Intercity-Express) unterwegs.

Eine Lokomotive, mit der Marius Köster täglich unterwegs ist. Quelle: Raik Mielke

Über Meinungen, dass Lokführer in den hochmodernen Zügen nur rumsitzen und aus dem Fenster schauen, kann der 23-Jährige nur schmunzeln und beschreibt, wie facettenreich die Arbeit ist und wie konzentriert er sein muss, um die Sicherheit aller zu gewährleisten. „Man muss sich auf die verschiedensten Situationen einstellen, wie zum Beispiel auf Personen oder Fahrzeuge an Bahnübergängen oder Gegenstände wie Bäume, die auf den Gleisen sein könnten“, sagt er und betont: „Ich muss zu jeder Uhrzeit hoch Aufmerksam sein.“ Und als Lokführer ist Marius Köster auch erster Ansprechpartner, wenn es zu Störungen kommt. „Als erstes muss ich immer versuchen diese selber zu beheben. Hierbei sind mir alte Loks lieber, da man dort noch viel mit Relais arbeitet und mehr reparieren kann. Die modernen Züge bestehen zu 80 Prozent aus Rechnern“, erklärt der Grimmener ausführlich.

Trotz seiner 23 Jahre, ist Marius Köster bereits ein erfahrener Lokführer. „Angefangen habe ich 2011 als Kaufmann bei der Deutschen Bahn. Und dies nicht sofort hinter dem Steuer der großen Züge, sondern ganz klein am Fahrkartenschalter“, beschreibt er. In der Folgezeit wurde er als Zugbegleiter eingesetzt, ehe der Trebelstädter eine Umschulung zum Lokführer machte. „Diese ging drei Jahre“, sagt er. Den praktischen Teil absolvierte er in Mecklenburg-Vorpommern. Die Theorie wurde in Berlin vermittelt. „Es war schon immer mein Traumberuf und ich habe mein Hobby zum Beruf gemacht“, schwärmt Marius Köster. Und selbst nach der bestandenen Ausbildung zum Lokführer war nicht Schluss. „Nach dieser Ausbildung habe ich mich weiterqualifiziert. Inzwischen bilde ich selbst angehende Lokführer als Praxisvermittler aus. Das macht mir sehr viel Spaß, da ich mein Wissen gerne weitervermittle“, sagt er.

Am meisten Spaß macht Marius Köster aber nach wie vor das Fahren. „Ich fahre von Stralsund sehr oft auf die Insel Rügen, nach Berlin oder Hamburg“, erklärt der Grimmener. Besondere Erlebnisse sind hierbei die Arbeit in Sonderzügen. „Oft bin ich dann mit Kreuzfahrttouristen aus Amerika unterwegs, die in Warnemünde anlegen und einen Tagesausflug nach Berlin machen“, beschreibt er. Und selbst eine besondere Ehre wurde dem 23-Jährigen schon häufiger zuteil. „Es ist für einen passionierten Lokführer etwas ganz Besonderes, wenn man ’Schrottzüge’ mit ausrangierten Loks und Wagen auf ihrer letzten Tour begleitet und dann als Letzter das Licht ausmacht“, findet er.

Sonnenaufgang: Diesen tollen Blick hat Marius Köster von seinem Arbeitsplatz aus. Quelle: Raik Mielke

Und auch an diesem Morgen fährt er bei Sonnenaufgang in den Grimmener Bahnhof ein. „Ich bin durch meine Arbeit viel unterwegs, aber zu Hause in Grimmen ist es doch immer am schönsten“, bestätigt er.

Raik Mielke

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