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Vorpommerns Katholiken künftig mit drei Zentren

Greifswald Vorpommerns Katholiken künftig mit drei Zentren

Die 14000 Katholiken Vorpommerns organisieren sich neu. 2020 wird es drei größere Pfarreien geben, informiert Propst Frank Hoffmann.

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Frank Hoffman an der St. Josephkirche. Er ist Probst und Studentenseelsorger.

Quelle: Eckhard Oberdörfer

Greifswald. Die 14000 Katholiken Vorpommerns organisieren sich neu. 2020 wird es drei größere Pfarreien geben, informiert Propst Frank Hoffmann. „Stralsund mit Rügen, Darß, Zingst, Grimmen, Demmin und Altentreptow wird die größte Pfarrei Deutschlands“, erzählt er. Nummer zwei wird Pasewalk mit Hoppenwalde, einer katholischen Insel der Region. Die Zahl der Pasewalker Gemeindemitglieder wuchs in den letzten Jahren um 100 Prozent. Eine Folge des Zuzugs polnischer Bürger in die Grenzregion. Im Erzbistum Berlin hat ein Drittel der Katholiken einen Migrationshintergrund.

Dekanat Vorpommern

Am 1. November 2004 entstand das Dekanat Vorpommern des Erzbistums Berlin durch Zusammenlegung der Dekanate Stralsund und Greifswald. Dekanate sind Untergliederungen, dem Wortsinn (Decem = Zehn) nach für etwa zehn Pfarreien. Das Dekanat Vorpommern wird von Propst Frank Hoffmann geleitet.

Der dritte große pastorale Raum, wie das im Kirchendeutsch heißt, umfasst den Sitz des Propstes, also Greifswald, sowie Anklam, Wolgast und Usedom. „Wir schließen keine Kirchorte“, betont Hoffmann.

Neben einem leitenden Pfarrer wird es zwei weitere Pfarrer geben. Es gehe um eine gewisse Professionalisierung der Arbeit durch die Einstellung von Verwaltungsspezialisten für eine große Pfarrei, um eine Weiterentwicklung, um Vernetzung, die besonders Christen hilft, die in Orten mit wenigen Katholiken leben, erläutert der Propst. Die Reform setzt nicht zuletzt auf ein gestärktes Ehrenamt. „Wir haben im Erzbistum nicht zu wenige Priester“, betont Frank Hoffmann. „Aber es gibt zu wenige Priester, die als leitende Pfarrer arbeiten können.“

Die Reform im gesamten Erzbistum Berlin läuft seit 2012 unter dem Leitmotiv „Wo Kirche Raum gewinnt“ und wurde von Kardinal Rainer Maria Woelki angestoßen. Drei Jahre konnten die Gemeinden über ihre Zukunftsvorstellungen nachdenken. Dabei durften die Pfarreien selbst entscheiden, mit wem sie zusammengehen wollten. So stand beispielsweise die Frage, ob die Pfarrei Anklam getrennt werden sollte und Demmin zu Greifswald kommt. Zur Eröffnung der neuen pastoralen Räume war der Berliner Erzbischof Heiner Koch in der letzten Woche im Bereich Stralsund unterwegs. Jetzt habe die nächste Stufe der Reform begonnen, erläutert Frank Hoffmann. Wie eine Betreuung weniger Katholiken in einem Ort aussehen könne, dazu gebe es bereits Erfahrungen. Ein gutes Beispiel sei die vor zwei Jahren ins Leben gerufene Reihe „Sommerfrische“ in Brandshagen. In guter Zusammenarbeit mit der evangelischen Gemeinde findet ein Sonntagsnachmittagsgottesdienst in der Dorfkirche mit anschließendem Kaffeetrinken und einem kleinen Familienausflug statt. Das Erntedankfest werde gemeinsam gefeiert.

„Wir haben eine ganze Reihe neuer Ansätze und Formate entwickelt, die es früher nicht gab“, berichtet Hoffmann. Beispielsweise für die Studentenseelsorge an der Fachhochschule Stralsund, die es zuvor praktisch nicht gab. „Ich habe zum Essen eingeladen und fünf Studenten kamen“, erzählt Hoffmann, der zugleich Studentenseelsorger ist. „Es gab schon ein gemeinsames Wochenende von Greifswaldern und Stralsunder Studenten in Glashagen.“ Hoffmann etablierte Abende für Forschende und Lehrende in Greifswald. Die Flüchtlingsarbeit gemeinsam mit der Caritas, die Diskussion ums Kirchenasyl — der Kalender des Propstes ist übervoll. Dass die Reform ihn weitgehend von Verwaltungsarbeit befreien soll, freut ihn sehr.

Von Eckhard Oberdörfer

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