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Wann wachsen die neuen Allee-Bäume?

Deyelsdorf Wann wachsen die neuen Allee-Bäume?

Die Gemeinde Deyelsdorf reichte Projekte ein und bemängelt jetzt den Umgang mit Förderanträgen

Deyelsdorf. Die Deyelsdorfer Gemeindevertreter sind unzufrieden mit der Arbeit der Behörden. Jede Menge Bäume wollten die Deyelsdorfer pflanzen. Der Landrat hatte bereits im Sommer 2014 dazu aufgerufen, neue Alleen anzulegen. Aus dem 1,5 Millionen schweren Alleenfonds des Landes stelle das Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz die nötigen Finanzen zur Verfügung, war versprochen worden.

Bislang sind im Landkreis Vorpommern-Rügen 47 Projekte für Neu- oder Nachpflanzung von Alleen eingereicht worden. 26 davon aus dem Bereich des Amtes Recknitz-Trebeltal. Doch die Mühlen mahlen langsam. „Nach dem Aufruf hat die Gemeindevertretung fünf Projekte mit genauen Angaben zur Lage und Ausführung der Erneuerung von Alleen innerhalb unserer Gemeinde erarbeitet“, berichtet Jörg Ludwig, Revierförster in Stubbendorf und Gemeinderatsmitglied. Die Unterlagen seien dem zuständigen Amt Recknitz-Trebeltal zur weiteren Bearbeitung im Februar 2015 übergeben worden. „Trotz mehrfacher Nachfragen beim Amt konnte uns lange Zeit keine konkrete Auskunft über den Bearbeitungsstand gegeben werden“, bedauert Ludwig. „Erst im Dezember 2015 teilte uns das Amt mit, dass nur ein Projekt förderfähig sei. Ein darauf folgendes Telefonat mit dem zuständigen Sachbearbeiter des Landkreises verschaffte uns dann erst Klarheit über die Voraussetzungen für eine Fördermöglichkeit.“

Die Gemeindevertreter bemängeln jetzt in einem Brief an Landrat Ralf Drescher unter anderem, dass genaue Information zu den Förderbedingungen nicht erfolgten, die Bearbeitung der Anträge undurchsichtig und nicht nachvollziehbar gewesen sei. „Mittlerweile sind weitere elf Monate vergangen und das eine, für unsere Gemeinde förderfähige Projekt schmort noch vor sich hin“, ärgert sich Jörg Ludwig. „Es ist frustrierend, dass das so lange dauert.“

Konkret geht es um Fäsekow. Dort sollen 75 Sommerlinden gepflanzt werden. „Das wäre noch bis Ende November möglich, aber daraus wird wohl nichts“, fürchtet Ludwig. Die Deyelsdorfer wollten eigentlich mehr als 100 Bäume pflanzen, mit Fördergeld. Unter anderem auch einzelne Sommerlinden in Techlin, Schwarzbirken und Platanen in Deyelsdorf. „Das sind keine Alleen, also nicht förderfähig“, weiß

Angelika Schöning, Sachbearbeiterin im Amt Recknitz-Trebeltal. Gute Chancen sehe sie aber für die Fäsekower Linden ebenso wie für 15 Blutbuchen in Hugoldsdorf. Fast jede amtsangehörige Gemeinde habe Projekte eingereicht, aber nur wenige entsprächen den Förderrichtlinien. Eine Alternative biete das Straßenbauamt, über das zum Beispiel in Techlin Bäume gepflanzt werden könnten, die das Amt dann übernehme. Von den zur Förderung eingereichten Projekten „waren viele unvollständig oder aufgrund der vom Land vorgegebenen Rahmenbedingungen nicht förderfähig“, informiert Landkreis-Sprecherin Renate Jährling. Die untere Naturschutzbehörde sammele die Projekte, sortiere vor, fordere Unterlagen nach und gebe alles weiter an das Landwirtschaftsministerium zur Entscheidung. Als Probleme sehe man die vielen Nachweise, die nötig seien, Erklärungen zum Eigenanteil oder zum Verzicht auf Streusalznutzung und anderes mehr. Die Deyelsdorfer Unterlagen befinden sich nun beim Ministerium, ist zu erfahren. „Die Entscheidung über eine Förderung obliegt dem Land“, erklärt Jährling.

Wie viele Allee-Baum-Förderanträge in Vorpommern-Rügen nach dem Landratsaufruf inzwischen bewilligt wurden, war im Ministerium gestern nicht zu erfahren. Allerdings sei der Fördertopf noch gut gefüllt und es lohne sich immer, Anträge zu stellen... „Wir werden 2017 wohl Bäume auf Kosten der Gemeinde Deyelsdorf pflanzen, um Lücken zu füllen. Wir müssen selbst aktiv werden“, resümiert Gemeindevertreter Jörg Ludwig.

Peter Franke

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