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Grimmen Wasser im Strandbad wird immer flacher
Vorpommern Grimmen Wasser im Strandbad wird immer flacher
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00:01 27.07.2016

Wegen des flachen Wassers gilt das Strandbad Eldena als Eldorado für Familien mit kleinen Kindern. Allerdings: Um schwimmen zu können, muss man immer weiter laufen.

„Wenn es so weitergeht, dann können wir eines Tages zu Fuß auf die andere Seite der Dänischen Wiek, nach Ludwigsburg laufen“, lästert Christian Brandt. Er ist beim Betreiber, der Gemeinnützigen Gesellschaft für Arbeitsförderung, Beschäftigung und Strukturentwicklung mbH (ABS), für das Greifswalder Naherholungsgebiet zuständig. Dass sich der Bereich am Strandbad immer stärker mit Sedimenten füllt, mutet wie die Erfüllung einer Prophezeiung von vor vier Jahrzehnten an. 1971 wurde vor Rügen ausgebaggerter Sand am sogenannten Kuhstrand aufgespült, zuvor wurde Schilf am Ufer beseitigt. 2,2 Millionen Mark der DDR wurden investiert, um das Strandbad zu schaffen. Damals sagten Wissenschaftler voraus, dass sich Schlick und Pflanzenreste hier sammeln würden.

Brandt meint, dass es Zeit sei, über Gegenmaßnahmen nachzudenken, um die Attraktivität des Bades zu erhalten. Auch das vor 45 Jahren durch den Sand abgedeckte Schilf mache sich zunehmend breit. Ein zweites Problem für die Attraktivität des Schwimmbades.

Noch wirkt sich das offenbar nicht negativ auf die Besucherströme aus. „Bei dem guten Wetter der letzten Tage sind die Strandkörbe sehr gut ausgelastet und der Volleyballplatz gerammelt voll“, informiert Brandt. „Wir haben 800 bis 900 Besucher am Tag, es waren schon fast 1000“, berichtet er. Der Ansturm habe mit der Ferienzeit begonnen. Im Juni sei es ganz anders gewesen. Teilweise wurden pro Tag nur zehn Gäste gezählt. Brandt befürchtete schon, dass die vorgesehenen Besucherzahlen nicht erreicht würden und in der Folge der Zuschussbedarf steigen würde. Alles in allem kostete des Strandbad 2015 etwa 100000 Euro, die Stadt spendierte 35000 Euro. Der Rest wurde über Einnahmen gedeckt. Aktuell ist Brandt wieder optimistisch, dass die wirtschaftlichen Ziele doch erreicht werden können.

Dass in diesem Jahr viele Bürger auf den wegen des versetzten Zaunes etwas größer gewordenen Strandbereich außerhalb des Zaunes – den Kuhstrand – ausweichen, mache sich in den Besucherzahlen kaum bemerkbar, schätzt er ein. Die Stadt hatte den Bauzaun, der das Strandbad begrenzt, ein Stück weiter Richtung Wieck versetzen müssen. Der Grund: Der Verlauf des Zauns entsprach nicht den Vorgaben zumHochwasserschutz. Er war also illegal. Wer den Hundestrand, wie Brandt ihn nennt, nutzt, spart als Erwachsener zwei Euro Eintritt. Sorgen bereiten Christian Brandt indes das zunehmende Rowdytum und die Vermüllung. „Wir müssen jeden Tag einen Pkw-Anhänger Unrat abfahren“, informiert er. Dessen Sortierung bedeute zusätzlichen Aufwand für die sieben Mitarbeiter in der Frühschicht und zwei in der Spätschicht. Leider würden wie in den Jahren zuvor Kinder und Jugendliche nach Schließung des Strandbades über die Zäune klettern und Strandkörbe aufbrechen. Tendenz zunehmend. „Wir erwischen auch immer wieder Leute“, sagt er. „Dann kennen die Ausreden keine Grenzen.“

Eckhard Oberdörfer

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