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Grimmen Wasserturm wird im Dezember 85 Jahre alt
Vorpommern Grimmen Wasserturm wird im Dezember 85 Jahre alt
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00:22 14.04.2018
Erhard Telke (r.) führte Mitglieder von zwei Ausschüssen der Grimmener Stadtvertretung durch den Wasserturm. Quelle: Foto: Walter Scholz

Grimmen. Neben der Marienkirche prägt er die Silhouette der Stadt: der Wasserturm. Mit 32,5 Metern Höhe ist er das zweithöchste Bauwerk. Errichtet wurde es 1933 für 190 000 Reichsmark. Übrigens mit Steinen, die allesamt aus der alten Grimmener Ziegelei stammten. Der Wasserturm diente damals der Wasserversorgung der Ackerbürgerstadt, die zu diesem Zeitpunkt rund 5500 Einwohner zählte.

Rund 3000 Gäste besuchen pro Jahr Grimmens Wahrzeichen

Der Wasserturm

116Stufen muss man im Wasserturm steigen, um nach oben auf die Aussichtsplattform zu gelangen.

32,5 Meter hoch ist das Bauwerk auf dem Schlossberg.

1960 wurde der Turm für die Wasserversorgung Grimmens stillgelegt.

Mittwoch trafen sich die Mitgliedes Kultur- und Sozialausschuss der Stadtvertretung, um im Wasserturm zu beraten. Zuvor ließen sie sich von Erhard Telke, der ehrenamtlich bei der im Wasserturm untergebrachten Stadtinformation tätig ist, das Bauwerk erläutern. Und dafür gab es viel Lob. Denn der Stadtführer gab viele interessante Details über das Bauwerk preis, die sogar manch Grimmener „Ureinwohner“ ein Staunen abrang.

Oder wussten Sie, dass ein schmiedeeiserner Wasserbehälter, der 150 Kubikmeter Wasser aufnehmen konnte, einst direkt unter dem Dach des Turmes aufgestellt worden war? In Spitzenzeiten konnte somit der Wasserverbrauch ausgeglichen werden. Außerdem sorgte er für gleichbleibenden Druck im gesamten Rohrnetz.

Mit der Inbetriebnahme eines neuen Wasserwerkes war dann aber auch die Zeit des Wasserturms abgelaufen. 1960 wurde er stillgelegt. Wie so vieles in der damaligen Zeit verfiel auch er zusehends. Aber noch zu DDR-Zeiten, so erläuterte Telke den Kommunalpolitikern, wurden bereits Ideen und später auch Pläne entwickelt, den Turm für gemeinnützige Zwecke zu nutzen. So erhielt er noch vor der Wende eine neue Dachkonstruktion und eine verglaste Aussichtsebene. Allerdings verfiel er nach 1989 wieder in den Dornröschenschlaf, aus dem er erst rund zehn Jahre später geweckt wurde. Zu dieser Zeit nahmen sich Mitglieder des Vereins Wirtschaftsförderung der Sache an. Mit Unterstützung der Stadt wurden Mittel eingeworben, um den Turm dann zu sanieren. Seit 2002 prangt er in neuer Schönheit und beherbergt neben der Stadtinformation auch ein Trauzimmer sowie einen Raum für Ausstellungen. Wobei es in dieser Hinsicht aktuell einen Dämpfer gibt, denn im oberen Geschoss gibt es Durchfeuchtungen, die Ausstellungen erst einmal nicht mehr möglich machen. Auch das erfuhren die Ausschüsse wie auch die Tatsache, dass sich das Wasserturmaktiv, das 15 Jahre viele Veranstaltungen rund um den Turm organisierte, in diesem Jahr auflöst. „Das ist ein Verlust“, bekannte auch Burkhard Niedermeyer, Grimmens Ordnungsamtschef, der ebenfalls an der Sitzung teilnahm.

3000 Besucher kommen jedes Jahr in den Wasserturm, sagte Oda Scheunemann, die hier seit vielen Jahren alle Gäste begrüßt. Auf dem Weg zur Aussichtsplattform queren diese dann auch einen Raum, in dem archäologische Funde gezeigt werden, die bei Ausgrabungen zutage traten.

Und noch eine andere Zahl hatte Oda Scheunemann parat. Denn 15 Paare, sagte sie, hätten sich für 2018 bereits für Hochzeiten im Trauzimmer des Wasserturms angemeldet.

Reinhard Amler

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