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Grimmen Jetzt ist der Ruhestand mein Alltag
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11:44 01.01.2019
Benno Czarnojahn beendete jetzt seine Tätigkeit als Kämmerer im Amt Miltzow. Quelle: Almut Jaekel
Miltzow

Benno Czarnojahn ist ein Mann der Zahlen und im Amtsgebiet Miltzow der Herr über das Geld. Bisher jedenfalls. Denn der Horster war seit Anfang April 1992 bis jetzt Kämmerer im Amt Miltzow, zu dem erst sieben und zuletzt drei – inklusive der fusionierten Großgemeinde Sundhagen – gehören. Ab dem neuen Jahr 2019 genießt Benno Czarnojahn offiziell seinen Ruhestand – nach 47 Versicherungsjahren, wie er selbst sagt.

Angefangen hat er sein berufliches Leben nach dem Studium als Hauptbuchhalter in der Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft (LPG) Horst Tierproduktion. „Ende September 1990 wechselte ich dann zur Raiffeisenbank“, erinnert sich der Horster. In der Landwirtschaft sah er damals für sich keine Zukunft mehr. „Zwei Jahre war ich dann im Prüfverband der Raiffeisenbank tätig, aber es hat doch für mich nicht so gepasst, wie ich gedacht hatte“, sagt Benno Czarnojahn. Und mit der Amtsgründung hat er sich in Miltzow beworben. „Ziemlich blauäugig“, gesteht er heute ein. Denn in der kommunalen Verwaltung damals hätte er ein ganz anderes Buchungssystem vorgefunden, als er es aus der Wirtschaft kannte. Über diese einseitige Buchführung und das so etwas überhaupt möglich ist, schmunzelt er noch heute.

Damals saßen die Mitarbeiter der Miltzower Verwaltung noch in der alten Villa an der Hauptstraße. Für viele war das Arbeiten im Amt 1992 neu. Einige seien zwar aus Gemeindeverwaltungen gekommen, aber es gab ständig Neuigkeiten, die auf die Amtsmitarbeiter so kurz nach der politischen Wende zukamen. „Die größte Umstellung während all meiner Jahre hier als Kämmerer war aber die Einführung der Doppik, der doppelten Haushaltsführung, die wir ohne größere fremde Hilfe gemeistert haben“, sagt Benno Czarnojahn.

Ein weiteres Mammutprogramm lag vor dem Kämmerer mit der Haushaltskonsolidierung Sundhagens. Von 2011 bis 2017 war diese geplant. „Und sie wird mit dem Beschluss zum Jahresabschluss 2017 hoffentlich bald ein gutes Ende finden“, hofft er. Viele Einschränkungen habe es damals zu Beginn dieser Zeit geben müssen: Steuer- und Hebesätze wurden erhöht, Hundesteuern wurden teurer. Czarnojahn: „So etwas macht man nicht mit Freude.“

In den vergangenen Monaten haben die vier Haushaltspläne 2019 der Gemeinden Sundhagen, Elmenhorst, Wittenhagen und des Amtes Miltzow die Arbeit des Kämmerers maßgeblich bestimmt. Immer mit dabei war ab Oktober seine Nachfolgerin Anne-Kathrin Winkler, die sein Amt jetzt übernimmt, eine junge Frau, die zuvor an der Greifswalder Uni als Kämmerin tätig war und mit ihrer Familie in Stralsund lebt. Mittlerweile, bei nur vier Haushalten, seien die Planungen fürs Jahr durchaus überschaubar, meint Czarnojahn. „Die Gemeindefusion hat unsere Arbeit verwaltungsmäßig sehr erleichtert“, sagt der Ex-Kämmerei.

Noch lieber als mit den vielen Zahlen, Bilanzen und Haushalten hätte Benno Czarnojahn im Maschinenbau gearbeitet. Aber das ging damals nicht und so absolvierte der junge Mann ein Fachschulstudium zum Agraringenieur und wurde dann als Hauptbuchhalter der LPG gleich ins kalte Wasser geworfen. „Wenn ich an meine erste Bilanz von damals denke ...“, sagt Benno Czarnojahn schmunzelnd.

Ein Sprung ins kalte Wasser wird der Start in den Ruhestand für Benno Czarnojahn, der mit seiner Frau in Horst lebt, nicht werden. Irgendwann müsse man diesen Schritt ja sowieso machen. Und jetzt sei ein günstiger Zeitpunkt, meint er. Gerade jetzt gebe es im Amt wieder einmal viele Veränderungen, die er so nicht mehr mitmachen müsse. Beispielsweise komme die eAkte, also eine elektronische Akte, die die digitale Verwaltung von Informationen und Daten vereinfachen soll. „Wenn meine ehemaligen Kollegen diesen Umgang lernen, dann ist der Ruhestand eben mein Alltag“, sagt er ziemlich gelassen und auch ein bisschen froh darüber, dass er die stressige Zeit der Organisationsumstellung nicht mitmachen muss.

Zuhause sei außerdem so einiges liegen geblieben in der letzten hektischen Zeit. Außerdem sei seine Frau schon etwas länger Zuhause, und er freue sich darauf, mehr als bisher gemeinsam mit ihr etwas zu unternehmen. Einen Pan, wie er den Ruhestand, gestalten will, habe er nicht. „Aber für den Modellbau werde ich dann wohl endlich wieder Zeit finden“, hofft er.

Almut Jaekel

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