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Grimmen Wegen der Kälte: Tomaten später reif
Vorpommern Grimmen Wegen der Kälte: Tomaten später reif
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00:05 12.04.2018
Bretwisch

Von Eines kann Uwe Fock, Betriebsleiter vom Biohof Kampe schon heute sagen: Im Mai, so wie im letzten Jahr, wird es 2018 noch keine Tomaten geben. Frühestens ab Mitte Juni“, erklärt er.

Neringa Juzikemiene stammt aus Litauen und arbeitet seit einigen Jahren auf dem Bio-Hof Kampe in Bretwisch. Quelle: Foto: Reinhard Amler

Denn die Vegetation sei 14 Tage zurück. Und Vegetationszeit, die weg sei, komme auch nicht wieder. Längst hätten auch Zwiebeln und Möhren im Boden sein müssen“, ergänzt er. Aber dazu waren die Felder leider zu nass. „Aber am meisten hat uns die Kälte zu schaffen gemacht“, sagt Fock. „Die späte Kälte“, präzisiert er. Schließlich gab es noch lange Frost im Februar bei streckenweise Minus 10 Grad.

Einmal habe er sogar minus 19 Grad gemessen, sagt Fock. Und das sei dann schon extrem, fügt er hinzu. Dabei hat er das schneereiche Osterwochenende noch nicht einmal erwähnt.

Aber Fock ist niemand, der jammert. Im Gegenteil, der 63-Jährige hat genaue Vorstellungen davon, wie er aus der Situation das Beste machen kann. Dieser Tage soll nun alles nach draußen gepflanzt werden, was gepflanzt werden muss: Salat, Kohlrabi, Blumenkohl, rote Beete. Denn auch auf den 1440 Quadratmetern Gewächshausfläche muss Platz geschaffen werden, weil noch Hunderte Tomatenpflanzen bereitstehen, hier an die Rankhilfe zu kommen.

Im Moment steht auf vielen Flächen noch Salat. Gestern wurden auch noch 150 Bund Petersilie und acht Kilo Asia-Salat im Gewächshaus geerntet.

Durch die Witterungsunbilden fällt im Moment sehr viel Arbeit an, sagt Fock, weil natürlich auch ständig nachgesät werden musste, um neue Pflanzen heranzuziehen. Das bedeutet, dass in Bretwisch im Moment auch an den Wochenenden gearbeitet werden muss. Es komme jetzt alles auf einmal.

Insgesamt kommen in Bretwisch in diesem Jahr 2300 bis 2400 Tomatenpflanzen in den Boden, knapp 200 Gurkenpflanzen sowie 300 Paprikapflanzen.

32 Sorten Tomaten, drei Sorten Gurken, vier Sorten Paprika und vier Sorten Peperoni sollen dann in der Saison wieder angeboten werden.

„Wir haben sehr viele treue Tomatenkunden , sowohl private als auch gewerbliche“, erklärt Fock. Zu letzteren zählen unter anderem die Bio-Insel am Stralsunder Hauptbahnhof und fünf Großkunden auf Rügen. Außerdem sei man ja auch auf Märkten, unter anderem auf Rügen, in Greifswald und ab Mai auch wieder in Grimmen präsent. Auch dort gibt es viele treue Kunden, die man natürlich nicht enttäuschen will. Es gibt auch Käufer, die Jungpflanzen beziehen. Auch da müsse man jetzt um Verständnis bitten, weil dieses Jahr einiges anders ist als sonst. Aber die Probleme haben andere auch, sagt Fock.

„Bei uns ist auf jeden Fall alles zu 100 Prozent Bio-Qualität“, erklärt der Kampe-Hof-Chef. Ob das bei den Waren auch so ist, die vielerorts jetzt in Spanien zugekauft werden müssen, wisse er nicht.

Auf jeden Fall hätten diese Waren immer einen langen Weg hinter sich. Mindestens eine Woche, erklärt er. Er selber möchte keinem Kunden etwas verkaufen, das seit einer Woche geerntet ist, sagt Uwe Fock. Seine Philosophie sei, dass die Kunden die Ware frisch vom Feld bekommen. So als würden sie in den eigenen Garten gehen, fügt er noch an. Wenn es die Zeit zulasse, dann würde direkt geerntet und sofort verkauft. Aber das sei natürlich nicht immer möglich und natürlich auch kostenintensiv.

Seit 2014 gibt es den Biohof Kampe. Er misst 1,7 Hektar. Davon sind 1440 Quadratmeter Gewächshausfläche. Dort gibt es auch eine Fußbodenheizung, die je nach Bedarf eingeschaltet wird. Im Moment sei sie aber aus, sagt Uwe Fock. Durch eine Solaranlage wird im Sommer die Energie gespeichert, die im Winter dann für Wärme im Produktions- und Anzuchthaus genutzt wird.

Reinhard Amler

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