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Weil Geld fehlt: Opernale steht vor ungewisser Zukunft

Jager Weil Geld fehlt: Opernale steht vor ungewisser Zukunft

Letzte Vorstellungen am Wochenende / Ob es 2018 weitergeht, ist offen

Jager. Steht die Opernale vor dem Aus? Nach den beiden letzten Vorstellungen in diesem Jahr am Freitagabend in der Kulturkirche St. Jacobi Stralsund und am Sonnabend im Greifswalder Dom ist die Zukunft des beliebten Kunstfestes ungewiss. Wie die künstlerische Leiterin und Regisseurin Henriette Sehmsdorf nach der letzten der insgesamt 13 Vorstellungen sagte, fehlt langfristig Geld für das ambitionierte Projekt. „Nach sieben Jahren ist das Kontingent an Bereitschaft, Möglichkeiten, auch an Kraft aufgebraucht“, erklärte sie dem Radiosender NDR 1 Radio MV. Im Gespräch mit der OZ sprach sie davon, dass sie und ihre Mitstreiter zumindest versuchen wollen, im nächsten Jahr weiterzumachen. „Wir bräuchten aber etwa 130000 Euro als finanzielle Unterstützung, um wenigstens eine feste Stelle schaffen zu können“, sagte Sehmsdorf. Im NDR sprach sie indes von einem Sabbatjahr, das der im Jahr 2010 in Sundhagen gegründete Opernale-Verein im kommenden Jahr einlegen wolle, um sich neu aufzustellen; vielleicht auch, um den Druck auf potenzielle Geldgeber zu erhöhen.

Die Honorare für die Künstler seien „ im prekären Bereich“ angesiedelt, sagte sie der OZ, und nach Abzug aller Kosten bleibe unterm Strich kaum noch etwas übrig von bisherigen Fördergeldern. Von denen gab es in der Vergangenheit einige. Erst Ende September hatte der Staatssekretär für Vorpommern, Patrick Dahlemann (SPD), in Gützkow einen Förderscheck in Höhe von 18000 Euro an Henriette Sehmsdorf überreicht; entnommen aus dem in diesem Jahr eingerichteten Vorpommern-Fonds.

„Wir haben den Vorpommern-Fonds eingerichtet, um Projekte unterstützen zu können, die Vorpommern wirtschaftlich, sozial oder kulturell voranbringen und die den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die vorpommersche Identität stärken“, hatte Dahlemann am Rande der Aufführung in der Gützkower Kirche St. Nicolai erklärt. Die Opernale erfülle gleich mehrere dieser Kriterien. Gerade im ländlichen Raum würden die Künstler der Veranstaltung das Publikum begeistern. In der Tat waren die Vorstellungen in diesem Jahr gut besucht, die in der Stralsunder Jacobi-Kirche am Freitag sogar ausverkauft.

Schon bei der Premiere in Neuenkirchen bei Greifswald gab es stehende Ovationen für das diesjährige Stück „Käthe, Alwine und Gudrun – Drei Frauen, drei Zeiten, eine Wurzel“.

In diesem Stück war Henriette Sehmsdorf das Wagnis eingegangen, drei bemerkenswerte Frauen aus unterschiedlichen Epochen an einem fiktiven Ort aufeinander treffen zu lassen und in ein erdachtes Streitgespräch auf der Bühne zu verwickeln: Luthers Frau Katharina von Bora (1499 bis 1552), die Greifswalder Biedermeier-Dichterin Friederike Charlotte Alwine Wuthenow (1820 bis 1908) und die RAF-Terroristin Gudrun Ensslin (1940 bis 1977). Für Henriette Sehmsdorf war dies ihr Beitrag für den 500. Jahrestag der Reformation; das Lutherjahr.

Die Leistung der Mitwirkenden war seit der Premiere am 9. September großartig, was auch die Zuschauer in Stralsund und Greifswald am Schlusswochenende so empfanden. Die Schauspielerinnen Claudia Roick als zerbrechliche Alwine und Katja Klemt als mental harte Gudrun verkörperten ihre Figuren ergreifend authentisch. Barbara Ehwald und Lisa Henningsohn spielten die Katharina von Bora mit großem Nuancen- und Facettenreichtum.

Die Frage ist jetzt, ob Henriette Sehmsdorf und ihre Begleiter nach diesem Erfolg tatsächlich hinwerfen. Wenn ja, werden Spielorte wie die Dorfkirche Horst, die Kirche St. Thomas in Tribsees oder die Seemannskirche Prerow einen kulturellen Höhepunkt einbüßen.

Christian Rödel und Thomas Pult

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