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Grimmen Wenn es Teenies zu Hause nicht mehr aushalten...
Vorpommern Grimmen Wenn es Teenies zu Hause nicht mehr aushalten...
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01:00 23.08.2014

Maria steht eines Nachmittags vor der Tür des Kinder- und Jugendnotdienstes in der Friedrich-Naumann-Straße und klingelt. „Ich bin zu Hause abgehau‘n, hab‘s nicht mehr ausgehalten.“ Die 15-Jährige fühlt sich zwar erst einmal in Sicherheit — aber nur langsam kann sie sich öffnen und von ihrem Schicksal erzählen.

Maria lebt zu Hause bei ihrer Mutti, die die Trennung vom Partner nicht verkraftet hat und an Depressionen leidet. So muss sich Maria um die jüngere Schwester und den Haushalt kümmern. Aber da ist ja auch noch die Schule. „Sie fühlte sich überfordert, hat sich dem Schulsozialarbeiter anvertraut und klopfte schließlich bei uns an“, erinnert sich Ines Littmann-Hinze, die zuständige Breichsleiterin beim Internationalen Bund. Und während ein Sozialarbeiter das junge Mädchen beraten hat, suchte ein zweiter Pädagoge Kontakt zum Jugendamt. „Maria wurde schließlich bei uns aufgenommen.“ Damit gehörte sie im letzten Jahr zu 93 Kindern und Jugendlichen, die im Notdienst in Obhut genommen wurden. Die 53 Mädchen und 40 Jungen kamen zu 80 Prozent aus Vorpommern-Rügen. Die meisten sind Teenies, das belegt auch das Durchschnittsalter von 13,5 Jahren. „Doch wir hatten auch sechs ganz Lütte von anderthalb bis sechs Jahren, die meistens mit den älteren Geschwistern kamen.“

Eines möchte die IB-Chefin für den Bereich Hilfen zur Erziehung ganz deutlich unterstreichen: „Die meisten Notfälle werden uns vom Jugendamt geschickt. Und zwar immer dann, wenn eine Kinderwohlgefährdung keine andere Wahl lässt. Aber natürlich schicken wir hier niemanden weg, der vor unserer Tür steht und Hilfe braucht. Doch das Jugendamt wird in jedem Fall mit ins Boot geholt.

Das haben wir im Kreis so geregelt, und das ist gut so.“

Betrachtet man die knapp 100 Hilfesuchenden im Kinder- und Jugendnotdienst, fällt auf, dass zwei Drittel vorher bei den Eltern lebten und Probleme mit Vater oder Mutter hatten. Achtmal haben die Eltern das Kind rausgeschmissen, sechsmal flüchteten die Mädchen und Jungen vor häuslicher Gewalt.

Durchschnittlich bleiben die jungen Leute knapp 24 Tage in der Stralsunder Einrichtung, die übrigens einmalig im Kreis ist. Fakt ist, dass sie im Notdienst leben, bis im Jugendamt oder beim Familiengericht eine Entscheidung gefällt wird. Und das dauert in der Regel 14 Tage, aber im letzten Jahr gab es einen Fall, der erst nach 145 Tagen geregelt war.

„Gemeinsam mit dem Jugendamt ist unsere oberste Priorität, die Kinder ins Elternhaus zurückzuführen, natürlich mit einer Familienhilfe an der Seite. Manchmal funktioniert das aber nicht, dann werden die Hilfesuchenden in Wohngruppen oder therapeutischen Einrichtungen betreut“, erklärt Ines Littmann-Hinze, was nach der so genannten Inobhutnahme mit den Betreuten passiert. Und manchmal klopfen sie auch wieder beim Notdienst an.

Seit 1996 gibt es den Notdienst in der Naumann-Straße
6 Fachkräfte — Sozialpädagogen und Erzieher — kümmern sich im Kinder- und Jugendnotdienst um die Hilfesuchenden. Träger der Einrichtung, die es seit 1996 gibt, ist der Internationale Bund.
Wer Probleme hat, kann sich jederzeit unter ☎ 03831/30 82 58 melden. Der Kinder- und Jugendnotdienst hat rund um die Uhr geöffnet.
10 Plätze in sieben Zimmern stehen in der Naumann-Straße 27 zur Verfügung. Hier sind außerdem Betreutes Wohnen für Jugendliche und eine Mutter(Vater)-Kindergruppe untergebracht.



iso

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