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Werkstatt-Termin für hölzernen Kombi

Elmenhorst Werkstatt-Termin für hölzernen Kombi

Elmenhorster Sattler verpassen Oldtimer mit Stoff und Leder einen noblen Innenraum

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Gratwanderung zwischen Handwerk und Improvisation: Karsten Lahs, Inhaber der Sattlerei und Polsterei in Elmenhorst, hat jetzt einen IFA F 8, der früher ein F 7 war, in seiner Werkstatt. FOTOS (3): PETER FRANKE

Elmenhorst. Schon das alte Typenschild des F 8 gibt Rätsel auf. „VEB Fahrzeugwerke“ ist dort eingestanzt zu lesen. Und dann das Baujahr: 1938. Volkseigener Betrieb, 1938 – wie geht das denn? Karsten Lahs hat eine recht plausible Theorie parat: „Das Auto wurde ursprünglich 1938 bei der Auto Union gebaut als F 7 und nach dem Zweiten Weltkrieg dann umgebaut als F 8“, erklärt der 58-Jährige, der seit 2006 seine Sattlerei und Polsterei in Elmenhorst betreibt. Und der F 8 sei eben zwischen 1949 und 1955 vom Industrieverband des Fahrzeugbaus (IFA) der DDR in Zwickau gebaut worden – einem volkseigenen Betrieb.

OZ-Bild

Elmenhorster Sattler verpassen Oldtimer mit Stoff und Leder einen noblen Innenraum

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Der F 8, der früher ein F 7 war und jetzt in der Lahs-Werkstatt in Elmenhorst steht, ist schon ein ganz besonderes Schätzchen. Es handelt sich nämlich nicht um eine Limousine, sondern um einen Kombi. „Kombis laufen nicht mehr allzu viele“, weiß Lahs zu berichten. „Es ist seit zehn Jahren der erste F 8-Kombi, den wir hier haben.“ Rote Karosse, schwarze Kotflügel, das Dach aus schwarz lackiertem Leder. Mit Zweitaktmotor unter der seitlich aufklappbaren Haube. Die 0,7 Liter-Maschine mit 20 PS und drei Gängen schafft 80 Stundenkilometer. Das Auto ist fahrbereit und angemeldet.

Eine Eigenheit dieses Oldtimers auf vier Rädern: Die Karosserie besteht komplett aus Holz. „Wohl Buchenholz“, meint Lahs. „Nur das Fahrgestell besteht aus Metall“, erläutert der Fachmann.

Karsten Lahs und sein Sohn Mathias machen den Innenraum des schönen alten Autos nun wieder schick, im Auftrag des Besitzers, der aus Stralsund kommt. Dazu haben sie zunächst die beiden Vordersitze und die Rückbank demontiert. Die Originalbezüge sind zu nichts mehr zu gebrauchen. Die Polsterung der vormals unfachmännisch aufgearbeiteten Sitze besteht aus Schaumstoff. Das ändert sich, die Sattler verwenden Polsterwatte als Füllung. So, wie es früher gemacht wurde. Dann werden die Autosessel mit kariertem Stoff und rotbraunem Kunstleder komplettiert. Kunstleder einfach aus Kostengründen. „Mehr als 100 Euro kostet ein Quadratmeter echtes Rindsleder“, macht Karsten Lahs den Unterschied deutlich. Sohn Mathias, der vor ein paar Jahren beruflich in die Fußstapfen des Vaters trat, legt letzte Hand an der jetzt fabrikneu aussehenden Rückbank an. „Oldtimer sind schon was Feines“, sagt der 26-Jährige. „Und am Schönsten ist es, wenn der Kunde reinkommt und strahlt...“ Mit ebenfalls braunem Leder wird der Innenraum des Autos neu verkleidet. „Dort war vorher Teppichbelag verklebt worden. Das müssen wir alles rausreißen“, erklärt Karsten Lahs. Der Auto-Himmel bekommt beigefarbenen Stoff verpasst.

Wie lange werden die beiden Sattler wohl mit dem F 8 beschäftigt sein? „Keine Ahnung, was uns so erwartet“, sagt Karsten Lahs. „Wir haben zunächst vier Wochen eingeplant. Es kann schneller gehen, es kann aber auch länger dauern.“ Wenn man an Oldtimern arbeite, sei das immer „eine Gratwanderung zwischen Handwerk und Improvisation“, sagt Lahs. Wie viele Oldtimer inzwischen die Elmenhorster Sattlerei und Polsterei durchlaufen haben, kann der Meister auf Anhieb gar nicht sagen, so viele waren es. Das älteste Modell soll ein Citroen gewesen sein, Baujahr 1926. Die Planung für den Rest des Jahres steht inzwischen auch. „Wir bekommen einen 311er-Wartburg aus den 50er-Jahren rein, einen 600er-Trabi und – wenn alles klappt – vielleicht auch noch einen Dodge“, blickt Karsten Lahs in die Zukunft.

Oldtimer: Fakten und Zahlen

Oldtimer sind Fahrzeuge, die vor mindestens 30 Jahren erstmals in den Verkehr gekommen sind, weitgehend dem Originalzustand entsprechen, in einem guten Erhaltungszustand sind und zur Pflege des kraftfahrtechnischen Kulturgutes dienen. Das muss durch ein Gutachten eines amtlich anerkannten Sachverständigen bestätigt werden.

Fahrzeuge mit roten Oldtimerkennzeichen dürfen nur für Probe-, Prüfungs-, Überführungsfahrten, Fahrten zur Wartung und Reparatur sowie zu Fahrten zu Veranstaltungen, die der Darstellung von Oldtimerfahrzeugen und der Pflege des kraftfahrzeugtechnischen Kulturguts dienen, genutzt werden. Für Autos mit H-Kennzeichen gelten diese Einschränkungen nicht.

Insgesamt 608 H-Oldtimerkennzeichen sind im Landkreis Vorpommern-Rügen zugelassen. 68 Rote Oldtimerkennzeichen wurden im Landkreis VR zugeteilt.

Eine pauschale Jahressteuer wird vom Hauptzollamt Stralsund, ZA Neubrandenburg berechnet.

Quelle: Kreisverwaltung Vorpommern-Rügen

Peter Franke

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Ein mit einem Bienenschleier geschützter Imker betrachtet eine mit Honig gefüllte Wabe. FOTOS (2): PATRICK PLEUL/DPA

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