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Grimmen Wertvolle Wandmalerei im Johanniskloster wird gesichert
Vorpommern Grimmen Wertvolle Wandmalerei im Johanniskloster wird gesichert
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00:00 03.02.2018
Mittelalterliche Wandmalerei aus dem 13. bis 15. Jahrhundert wird jetzt im Johanniskloster gesichert. Quelle: Foto: Stefan Sauer

Florale Muster und grüne Ranken schmücken die „Himmelswiese“ im Gewölbe. Ein Medaillon-Fries ist an einer Seitenwand zu sehen. Über der Eingangstür fällt der Blick auf ein Wandgemälde, das die „Rückkehr des verlorenen Sohnes“ zeigt und an das Abendmahl erinnert“, wie Restaurator Wolfram Vormelker sagt.

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Denkmalschutz-Stiftung fördert das Projekt mit rund 66 000 Euro

Der Handschriftenraum des Johannisklosters, in dem früher Ratsprotokolle und weitere Dokumente gelagert wurden, ist überaus reich mit noch erhaltenen mittelalterlichen Malereien gesegnet. Doch starke Luftfeuchtigkeit und ein zu hoher Salzgehalt haben der wertvollen Kunst aus dem 13. bis 15. Jahrhundert arg zugesetzt.

Jetzt sollen die Wandbilder gereinigt, gesichert, konserviert und in Teilen restauriert werden. Möglich werden diese Arbeiten durch eine Unterstützung der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) in Höhe von 66078 Euro. Der Eigenanteil der Stadt beträgt 534 Euro. DSD-Ortskurator Carsten Zillich übergab gestern den Fördervertrag und erinnerte daran, dass sich die Stiftung in vielfacher Weise in Stralsund engagiert hat. So in den 1990er-Jahren mit dem damals von Prof. Gottfried Kiesow (1931 - 2011) initiierten Bürgerhausprogramm.

„Die Arbeiten werden voraussichtlich im März beginnen“, sagt Projektleiterin Kerstin Jagusch von der Stadterneuerungsgesellschaft (SES), unter deren Regie die Arbeiten laufen. Bei den Untersuchungen in den nächsten Monaten sei durchaus damit zu rechnen, dass Reste weiterer Malereien freigelegt werden, hofft Wolfram Vormelker, der die Restaurierung betreuen wird. Bereits jetzt sei erkennbar, dass die Werke auf vier übereinanderliegenden Schichten gemalt wurden. Wer die Arbeiten ausführen wird, steht noch nicht fest. Die Ausschreibung läuft noch.

Für Restauratorin Elke Kuhnert vom Landesamt für Kultur und Denkmalpflege liegt die besondere Bedeutung der Wandmalerei in der „außergewöhnlichen Vielfalt“, die sich allein in dem einen Raum befindet. Das sei schon „hochkarätig“ und mit den Lübecker Klöstern vergleichbar.

Voraussetzung dafür, dass die Maßnahmen jetzt in Angriff genommen werden können, war neben der Finanzierung zunächst die Sicherung der Klosteranlage, die 2015/16 erfolgt ist. „Dadurch hat sich das Raumklima in den Gebäuden bereits stabilisiert“, sagt SES-Geschäftsführerin Ronny Planke. Das Freilegen der Außenwände und Absenken des Geländes, die Trennung der Wände und Fußböden sowie der Einbau einer Bauteiltemperierung seien wichtige Maßnahmen gewesen, um die Feuchtigkeit in dem Gebäudekomplex deutlich zu reduzieren.

Das Johanniskloster, das seit 1963 vom Stadtarchiv genutzt wird, musste aufgrund des baulichen Zustandes im Zusammenhang mit dem Schimmelbuchskandal 2012 geschlossen werden. „Unser Ziel ist es, das Ensemble langfristig zu sanieren, als Sitz der Verwaltung des Stadtarchivs wieder herzustellen und die Anlagen wieder öffentlich zugänglich zu machen“, erklärt Ronny Planke. Die Kosten werden auf 10 Millionen Euro geschätzt.

Wieder erlebbar sein soll dann auch der Handschriftenraum mit seiner Malerei. Sehr deutlich werde darin, dass vom Stadtarchiv nicht nur wertvolle Schätze gehütet werden, sondern dass „das Kloster selbst eine Schatzkammer als Baudenkmal ist“, wie Archivdirektor Dr. Dirk Schleinert hervorhebt.

Erhalt bedrohter Denkmale

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz ist die größte private Initiative für den Erhalt bedrohter Denkmale in Deutschland.

5000 Projekte wurden durch die aktive Mithilfe von über 200000 Förderern bislang durch die Stiftung in der gesamten Bundesrepublik unterstützt. In die Vorhaben flossen mehr als eine halbe Milliarde Euro.

Die einzelnen Projekte des Denkmalschutzes können vor allem durch private Zuwendungen und Spenden sowie durch Geld aus der staatlichen Lotterie Glücksspirale finanziert

werden.

Marlies Walther

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