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Grimmen Wie die A20: Bahndamm versank im Moor
Vorpommern Grimmen Wie die A20: Bahndamm versank im Moor
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00:09 07.05.2018
Ein Zug der Rügenschen Kleinbahn in den 1950er-Jahren. Die ersten Streckenabschnitte wurden in der Zeit vor 50 Jahren stillgelegt. Quelle: Foto: André Farin

Das im Moor versunkene Autobahnstück der A20 beweist, wie unberechenbar Natur sein kann. Diese Erkenntnis mussten die Rüganer im Oktober 1896 schon einmal machen, als der frisch gebaute Eisenbahndamm im Moor von Zirmoisel an einer Stelle ganz und gar in die Tiefe versank. Den Schaden beschrieb die Stralsundische Zeitung in einer Tagesmeldung am 27.

Lenz & Co

Die GmbH Lenz & Co (ab 1924 Lenz & Co GmbH) wurde am 30. Juli 1892 mit Sitz in Stettin gegründet. Es gilt mit seinen Tochtergesellschaften als der früher bedeutendste Neben- und Kleinbahn-Konzern in Deutschland. Zu den in Pommern betriebenen Strecken gehören die Demminer Kleinbahnen und die Eisenbahngesellschaften Greifswald-Grimmen und Stralsund-Tribsees.

Oktober: „Zementröhren, Schwellen und Schienen sind zerbrochen und das ausgewichene Moor ragt seitwärts haushoch empor.“

Für diese Linie der Kleinbahn, die zwischen 1894 und 1896 gebaut worden war, bedeutete das eine weitere Verzögerung der geplanten Eröffnung. Die zuständige Bau- und Betreiberfirma Lenz & Co. aus Stettin organisierte schneller als heutzutage eine Reparatur. Mit einer in Trent stationierten Maschine sollten gut 2000 Kubikmeter Kies zur defekten Stelle transportiert werden, um diese wieder befahrbar zu machen. Das wurde möglich, da die Kiesaufschüttungen bei Thesenvitz und Parchtitz abgeschlossen waren und man mit dem Verlegen der Schienen bis nach Bergen fortfahren wollte. Diese Maßnahme verzögerte sich aber jetzt, weil die dafür vorgesehenen Materialien in der Nähe der Wittower Fähre lagerten und nicht sofort über den bereits vorhandenen Schienenweg befördert werden konnten. Kritiker schätzten „die Unterbrechung als sehr empfindlich“ ein. Vor allem die Kleinbahnaktionäre wollten mit der fertigen Bahn Gewinne machen. Diese waren Besitzer von Rittergütern oder Domänenpächter und setzten sich dafür ein, dass in der Nähe ihrer Landflächen ein Bahnhof oder ein Haltepunkt mit Verladerampe für Rüben entstand. Das war eine Ursache dafür, dass die Strecken sehr individuell und in Zickzack-Form geplant worden waren. Außerdem stellte man für die Bahntrasse nur minderwertige Landflächen zur Verfügung und ließ die Bahn Weide- und Ackerflächen „umrunden“. Mit der gräflichen Familie von Krassow (Gut Pansevitz) zogen sich Verhandlungen sehr in die Länge. Sie verweigerte schließlich ein geeignetes Terrain und forderte die Planer so zur Linienführung durch das besagte Moor von Zirmoisel. Die Schmalspurbahnen nutzte man zwischen Bergen und Altenkirchen vor allem zum Transport landwirtschaftlicher Produkte oder von Baumaterialien. Die Reise potentieller Fahrgäste zog sich damals sehr in die Länge, denn von der Inselhauptstadt brauchte man bis nach Wittow eine Fahrzeit von über vier Stunden. Schnell hatte der Volksmund aus dem vielgelobten „Rügen-Express“ den mit gut 30 Kilometern pro Stunde verkehrenden und viele Stopps einlegenden „Rüben-Express“ gemacht.

Ähnlich kompliziert gestalteten sich auch Bahnbauarbeiten im Garzer Moor. Hier mussten umfangreiche Kiesmengen aus Ketelshagen, Gustow und Prosnitz aufgeschüttet werden, um die Bahn ab Juli 1896 dreimal täglich zwischen Putbus und Garz verkehren zu lassen. Für die Fortsetzung der Trasse bis nach Altefähr wurde bei Garz sogar ein Damm von fast sieben Metern Höhe aufgeschüttet. Das wird die Gesamtkosten aller Bauvorhaben so erhöht haben, dass sich die Pommersche Landesregierung aus der Förderung zurückzog. Sie hatte sich an den bisher entstandenen Bahnstrecken mit 25 Prozent der Baukosten beteiligt. So war ein 97 Kilometer langes Kleinbahnnetz auf der Insel Rügen entstanden. Die außerdem geplanten Strecken, beispielsweise zwischen Garz und Rambin oder von Rambin nach Gingst, mussten aus Kostengründen fallen gelassen werden.

André Farin

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