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Wieder Leben im Quartiersbüro von Schönwalde II

Greifswald Wieder Leben im Quartiersbüro von Schönwalde II

Annette Riesinger nahm wieder ihren Schreibtisch in der Makarenkostraße 12 in Beschlag / Eva Held steht ihr ab sofort zur Seite

Greifswald. Das Telefon klingelt, die Tür klappt auf und zu: Im Quartiersbüro Makarenkostraße 12 in Greifswald herrscht nach kurzzeitiger Unterbrechung wieder Leben.

Annette Riesinger, seit 2004 quasi Mädchen für alles im Stadtteil Schönwalde II, sitzt wie ehedem an ihrem Schreibtisch. Die Sozialarbeiterin sichtet Projektideen, pflegt Netzwerke, schreibt E-Mails.

An ihrer Seite — und das ist neu — arbeitet jetzt die Geografin Eva Held.

Drei Monate hatte das Stadtteilbüro geschlossen. Die Zukunft? Ungewiss, weil sich die Caritas Vorpommern als Träger der Einrichtung ab Januar 2016 nicht mehr in der Lage sah, mit den stetig geringer werdenden Mitteln von Bund, Land und Stadt die Qualität der Arbeit zu halten. Zur Verfügung standen im Jahr 50 000 statt ursprünglich 100000 Euro. Die 1,5 Stellen wurden auf eine dreiviertel Stelle gekürzt. „Das war einfach zu wenig für die vielen Aufgaben, die es hier gibt“, blickt Riesinger zurück. Anfang des Jahres drängten Kommunalpolitiker auf eine akzeptable Lösung für den Brennpunktstadtteil. Mehr Mittel sollten die Arbeit wieder attraktiver machen. Die Stadtverwaltung reagierte, es gab eine öffentliche Ausschreibung, bei der die Caritas Vorpommern das wirtschaftlich günstigste Angebot abgab und deshalb die Aufgaben des Quartiersmanagment nun weiterführt.

Für Annette Riesinger ein großes Glück, denn für die engagierte Frau ist die Arbeit in und für Schönwalde II weit mehr als nur ein Job. Bewohner aktivieren, Projekte anschieben, Veranstaltungen organisieren, Partner suchen, um langfristige Ziele zu verfolgen: Riesinger lebt das und freut sich über die Erfolge der vergangenen Jahre. Ob zünftige Kochabende, Stadtteilfeste oder Flohmärkte. In Schönwalde II kam Bewegung mit dem Quartiersmanagement.

Und es dreht sich weiter. Die Finanzierung ist zumindest erst einmal bis Ende 2017 gesichert. „Spätestens bis dahin werden wir das Integrierte Handlungskonzept für den Stadtteil, das der frühere Quartiersmanager Hauke Gollin 2006 verfasste, fortschreiben“, berichtet Eva Held. Die Diplomgeografin und Fotografin, die einen Vertrag über 20 Wochenstunden bekam, freut sich über die Möglichkeit, an dieser Arbeit aktiv teilhaben zu können. „Die Vielfalt der Aufgaben ist toll“, sagt sie und denkt dabei auch an die Erarbeitung des neuen Stadtteilkalenders. Daneben werde sie sich dem Team widmen, das viermal jährlich die Stadtteilzeitung gestaltet. „Die Kerntruppe umfasst etwa sieben Leute, die zwischen Mitte 20 und über 80 Jahre alt sind“, berichtet Annette Riesinger.

Sie selbst, mit 30 Wochenstunden angestellt, kümmert sich derzeit wieder verstärkt um die Förderung guter Vorhaben. „Vereine, aber auch einzelne Akteure, können ihre Projekte einreichen. Die Lenkungsgruppe ,Soziale Stadt‘ entscheidet dann, in welcher Höhe diese unterstützt werden“, sagt Riesinger. Insgesamt stünden dafür jährlich 20 000 Euro zur Verfügung. „Die ersten sechs Projektanträge liegen vor“, freut sich die Sozialarbeiterin. Beispiele gefällig?

Die Wohnungsgenossenschaft plant in diesem Jahr, einen Stadtteilflohmarkt auf die Beine zu stellen. Am Humboldtgymnasium soll es wieder ein Theaterprojekt für Siebtklässler geben. Und der Naturschutzbund ist derzeit auf der Suche nach einer Fläche, um in Schönwalde II einen Naturerlebnisraum zu gestalten. Die Idee dahinter: Beerensträucher und Kräuter sollen angebaut werden, die später in den Quark oder Joghurt für Kinder wandern. Noch mehr Ideen? Riesinger und Held warten nur darauf.

Von Petra Hase

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