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Grimmen Windpark: Diskussion geht in die nächste Runde
Vorpommern Grimmen Windpark: Diskussion geht in die nächste Runde
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00:01 21.04.2017

Ein geplanter Windpark bei Strelow in der Gemeinde Glewitz spaltet die Einwohner und deren gewählte Vertreter. Bereits im Vorfeld der Gemeindevertretersitzung am Mittwoch wurde eine hitzige Diskussion um das Vorhaben der e3 Projektentwicklungs Gmbh aus Hamburg, die den Windpark für die Stadtwerke und die Hochschule Stralsund realisieren möchte, angekündigt.

Diskussionen gab es es schließlich nicht um die Sache, sondern weil der Punkt mit einer Gegenstimme plus Enthaltung von der Tagesordnung der Sitzung genommen wurde.

Die Bürgerinitiative „Windkraft Strelow-Bretwisch – Nein, danke! machte sich seit Anfang März stark, sammelte Unterschriften, um den Gemeindevertretern die Meinung der Einwohner zu verdeutlichen. „60 Prozent der Bewohner gaben ihre Stimme gegen den geplanten Windpark ab“, verkündete Olaf Haupt, einer der Inititiatoren. Und so war auch der Gemeinderaum, in dem sich die Gemeindevertreter zum Vorhaben positionieren wollten, gut gefüllt. Doch dann kam alles anders.

Zunächst zog sich Bürgermeister Hartmut Löhrke (CDU) zurück. Er übergab die Leitung seinem Stellvertreter Klaus Harm (CDU). Grund war eine von der Bürgerinitiative bei der Rechtsaufsichtsbehörde des Landkreises Vorpommern-Rügen eingereichte Beschwerde. Danach hätte Löhrke bereits die Sitzung am 1. März – seinerzeit stellte die Firma e3 das Vorhaben vor – nicht leiten dürfen. Ihm gehört nämlich ein Teil der Fläche, auf der die Windriesen geplant sind. Zudem sei nach Auffassung der Bürgerinitiativler die Tagesordnung der März-Sitzung nicht fristgerecht veröffentlicht worden – weder im Schaukasten noch auf der Homepage des Amtes Franzburg-Richtenberg.

„Laut Rechtsaufsichtsbehörde ist alles sauber gelaufen“, verkündete Klaus Harm. Redebedarf dazu hatte keiner der Gemeindevertreter mehr. Dafür barg der folgende Tagesordnungspunkt ein hohes Maß an Brisanz. Denn zu Hartmut Löhrke im Besucherbereich gesellte sich auch Gemeindevertreter Reinhold Krettek. „Aufgrund persönlicher Anfeindungen seitens der Bürgerinitiative bin ich nicht bereit, offen über das Thema Windpark zu diskutieren“, begründete er. Näher darauf eingehen wollte er nicht. Zustimmendes Nicken erntete er dafür von seinen Gremiumskollegen. Kurzerhand machte Harm dann den Vorschlag, die Beratung und Beschlussfassung zum Angebot der e3 Projektentwicklungs GmbH von der Tagesordnung zu nehmen. Dem wurde mehrheitlich zugestimmt. Allerdings wurde es danach – gelinde gesagt – laut im Gemeinderaum. Es mag strittig sein, ob Äußerungen von Olaf Haupt, die er im Anschluss vor der Tür des Dorfgemeinschaftshauses verlas, persönliche Anfeindungen sind. Haupt stellte die Fragen, wie wohl der Enkel des Bürgermeisters später darüber denken mag, wenn sein Opa heute einem Windpark zustimmt, oder dass sich der selbstständige Elektriker als Gemeindevertreter bestimmt keine Hoffnungen auf Aufträge machen brauche.

Nach dem Beschluss, den Tagesordnungspunkt zu streichen, machten sich einige Besucher dann richtig Luft. Das in der vorherigen Gemeindevertretung noch gewährte Rederecht gab es diesmal aber für die Bürger nicht.

„Beraten haben wir über den Windpark nicht mehr“, sagte gestern das Gemeindeoberhaupt. Jedoch sei es dem Gremium schleierhaft, warum die Bürgerinitiativler keinen Bürgerentscheid mit den gesammelten Unterschriften angestrebt haben. „Nun lassen wir prüfen, ob wir solch ein Verfahren einleiten können“, berichtete Löhrke. Denn die Gemeindevertretung wolle auch weiterhin im Sinne der Bürger entscheiden. Geht der Plan der Abgeordneten auf, wird kurzfristig eine neue Sitzung einberufen, in der die Mitglieder über solch einen Bürgerentscheid abstimmen wollen. Wird so beschlossen, soll auch ein Termin festgesetzt werden. „Wahrscheinlich wäre das der 24. September. Dann ist Bundestagswahl“, berichtete Löhrke.

Anja Krüger

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