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„Wir müssen mehr für die Bienen tun“

Reinkenhagen „Wir müssen mehr für die Bienen tun“

Elke Sadewasser ist seit 36 Jahren Imkerin. In ihrem Garten in Reinkenhagen hat sie heute zehn Bienenvölker und möchte Menschen für den Umgang mit den nützlichen Insekten sensibilisieren.

Reinkenhagen. Elke Sadewasser ist seit 36 Jahren Imkerin. In ihrem Garten in Reinkenhagen hat sie heute zehn Bienenvölker und möchte Menschen für den Umgang mit den nützlichen Insekten sensibilisieren.

Überall wird vom großen Bienensterben gesprochen, einige Imker haben sämtliche Bienen verloren. Wie viele Völker haben sie in diesem Jahr eingebüßt?

Elke Sadewasser: Meine Bienen sind zum Glück gut über den Winter gekommen. Allerdings kamen sie durch das schlechte Frühjahr schwerer in Gang als sonst.

Die erste Tracht ist durch. Was folgt jetzt?

Nicht mehr sehr viel, fürchte ich. Früher hatten wir Imker immer eine gute zweite Schleuderung, heute kommt im Sommer nicht mehr viel nach.

Woran liegt das?

Es ist unter anderem die Monokultur, die uns heute umtreibt. Früher wurden auf den Feldern noch Klee und Lupinen angebaut, da fanden die Bienen auch im Sommer noch genügend Nahrung. Kornblumen, Mohn und andere Blühpflanzen sind auf den Äckern ebenfalls rar geworden, weshalb heute nach der Rapsblüte so gut wie Schluss ist und wir Imker teilweise schon im Sommer anfangen müssen, zuzufüttern.

Das tut den Bienen nicht gut.

Inwiefern?

Bienen benötigen Eiweiß für die Aufzucht ihrer Brut. Dieses Eiweiß ist im Pollen enthalten. Finden sie davon zu wenig, sind die dann schlüpfenden Bienen anfälliger für Krankheiten.

Einstein soll einmal gesagt haben, dass der Mensch nur noch vier Jahre zu leben hat, sollte die Biene einmal von der Erde verschwinden...

Ich denke, ganz so kann man das nicht stehen lassen. Dennoch ist unbestritten, dass wir etwas tun müssen. Eine Biene ist sehr viel mehr als nur ein Honigproduzent. Pflanzen brauchen die Bienen, um ihre Pollen zu verbreiten und sich so zu vermehren. Keine Biene, keine Bestäubung, keine Früchte.

Deshalb lädt der Imkerverein Miltzow-Horst für den 29. Juni zu einem Imkertreffen ein...

Richtig. Wir haben auch Einladungen an Landwirte der Region verschickt. Ich hoffe sehr, dass viele von ihnen teilnehmen werden, da wir Imker mit ihnen über weitere Lösungsmöglichkeiten für das Problem mit dem fehlenden Nahrungsangebot für Bienen im Spätsommer beraten möchten.

OZ

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