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„Wir sind Herrn Pegel doch egal“

Grimmen „Wir sind Herrn Pegel doch egal“

Minister trifft Bürger im Grimmener Kulturhaus zum Gespräch

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Im Gespräch mit den Bürgern: Minister Christian Pegel (SPD) im Grimmener Kulturhaus. FOTOS (2): RAIK MIELKE

Grimmen. Gleich vorweg: Windkraft-Befürworter outeten sich nicht im Publikum während des Bürgerforums, zu dem Christian Pegel (SPD), Minister für Energie, Infrastruktur und Digitalisierung in MV, in das Grimmener Kulturhaus „Treffpunkt Europas“ eingeladen hatte. „Die Landesregierung vor Ort“ ist der Titel einer neuen Veranstaltungsreihe der Schweriner Landesregierung, zu deren Auftakt sich Pegel in Grimmen den Fragen der Bürger stellte. Auf rund 70 schätzten die Veranstalter die Anzahl der Besucher aus dem gesamten Landkreis Vorpommern-Rügen. Der Minister gab zunächst einen Überblick über die Arbeit des Energieministeriums. Zum Thema schnelles Internet informierte Pegel, dass Grimmen dank des Förderprogramms des Bundes für die Zukunft „abgesichert“ sei. Er nannte die Jahreszahl 2019. „Das Internet wird immer stärker über das Leben bestimmen“, ist Pegel sicher. So würden 1,3 Milliarden Euro in den nächsten drei Jahren in die Breitbandtechnik investiert. „Warum stellt man nicht Mobilfunkmasten auf, um halbwegs schnelles Internet zu haben?“, wollte ein Besucher aus Buchholz wissen. Glasfaser sei die „nachhaltigste Form“ der Verbindung, erklärte der Minister. Ein Teil der Internetverbindungen werde aber auch über Richtfunk realisiert.

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Minister trifft Bürger im Grimmener Kulturhaus zum Gespräch

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„Die Planungen laufen“ und es gebe „Gespräche mit Grundstückseigentümern“, antwortete Christian Pegel auf die Frage des Süderholzer Bürgermeisters Alexander Benkert (CDU) nach dem aktuellen Stand der Dinge bezüglich des künftigen Radweges Greifswald-Griebenow. Landeigentümern könne aber nur der Verkehrswert des betreffenden Grundstückteils gezahlt werden.

Der Vertreter eines Anglerverbandes fragte nach, warum es jetzt verboten sei, auf der Trebel mit Motorbooten zu fahren. „Das ist eigentlich schon seit 1990 verboten, aber die Wasserschutzpolizei kontrolliert das jetzt“, erfuhr der Angelfreund vom Minister.

Zum Thema Windenergie erklärte Pegel, er sei „ein glühender Verfechter der Energiewende“. Etwas differenzierter sieht das Gabriele Borna von der Bürgerinitiative „Windkraft Strelow-Bretwisch – Nein danke“. „60 Prozent der Leute bei uns wollen keine Windkraft“, sagte die Strelowerin und fragte den Minister: „Würden sie ihren Kindern diese Dinger vors Haus stellen?“

Durch Windmühlen werde die Natur zerstört. „Das stimmt nicht“, konterte Pegel. Energie aus Windkraft, das sei „angewandter Artenschutz“. Zudem seien nur 0,7 Prozent der Landesfläche ausgewiesene Windeignungsgebiete. Auf die Frage, wie viele Windkraftanlagen er denn aus seinem Fenster sehe, antwortete er: „Keine. Als Stadtbewohner sind es bei mir viel befahrene Straßen, mit denen ich mich durchaus arrangiert habe." Manchmal sei es unumgänglich, sich den Zielen und Wünschen der Gesamtgesellschaft unterzuordnen. Die Veranstaltung mit dem Minister „hat mir nichts gebracht“, resümierte Gabriele Borna. „Sie hat nur verdeutlicht, dass wir ihm doch egal sind.“ Christian Pegel sieht das anders: „Das Bürgerforum war eine gute Gelegenheit, darüber zu reden, was die Bürger vor Ort bewegt und umtreibt. Auf der einen Seite konnte ich – so hoffe ich – erklären und begründen, warum wir bestimmte Dinge wie machen. Auf der anderen Seite habe ich Anregungen mitgenommen, die wir im Ministerium bereden werden“, sagte der Minister.

Peter Franke

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