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B 96n wird nun weitergebaut

Samtens B 96n wird nun weitergebaut

Befürworter sehen die Trasse als Chance für Rügen / Gegner sprechen von „gigantischer Naturzerstörung“

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Während des gestrigen Zeremoniells v.l.: Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU), der Lubminer Bundestagsabgeordnete Matthias Lietz (CDU), Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD).

Quelle: Stefan Sauer, Dpa

Samtens. Jetzt wird aufs Tempo gedrückt: Die umstrittene „Rügen-Autobahn“, die Bundesstraße 96n, wird seit gestern weitergebaut – nur sieben Monate nach der Freigabe des Südabschnittes. Den Startschuss gab Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in Samtens. Beim symbolischen Spatenstich standen ihr Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) sowie als Landesvertreter Ministerpräsident Erwin Sellering und Infrastrukturminister Christian Pegel (beide SPD) zur Seite. Zwischen Samtens und Bergen wird nun drei Jahre lang gebaut. Die sieben Kilometer lange Strecke soll 52 Millionen Euro kosten.

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Befürworter sehen die Trasse als Chance für Rügen / Gegner sprechen von „gigantischer Naturzerstörung“

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Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt sprach von einem „Meilenstein für die Küsten- und Tourismusregion Rügen“. Nach Fertigstellung des Teilabschnitts bis Bergen könnten Urlauber in einer der attraktivsten Regionen des Landes schneller den Nationalpark Jasmund mit seiner Kreideküste erreichen. „Wir schaffen mehr Kapazitäten und damit Mobilität und tragen so zur Entlastung bei“, sagte Dobrindt. Dies sei nicht zuletzt der Bundesregierung zu verdanken, die die Verkehrsausgaben von zehn auf 14 Milliarden Euro aufgestockt habe. „Ohne Mobilität keine Prosperität“, sagte Dobrindt. Und auch: „In diesem Sinne nehmen wir heute einen Spatenstich für die Mobilitätsregion Rügen vor.“

„Mit dem Baubeginn machen wir den letzten, den entscheidenden Schritt bei einem Verkehrsprojekt von großer Bedeutung für Rügen und für Mecklenburg-Vorpommern insgesamt“, betonte auch Ministerpräsident Erwin Sellering. „Durch die B96n verbessern wir die Anbindung der Insel Rügen. Davon profitieren Einheimische, Urlauber und die Wirtschaft gleichermaßen.“ Für ihn klinge der Name Rügen nach „Sommerglück, Erholung und Entspannung“ und „künftig gibt es dann freie Fahrt für Insulaner und Gäste ohne stundenlangen Stau“. Überdies entwickle sich der Hafen Mukran zum bedeutenden Standort für die Offshore- Wind-Industrie.

Er wandte sich auch an die Kritiker des Straßenbaus: „Weil wir nicht nur mit, sondern auch von der Natur leben, schaffen wir für jeden Eingriff einen guten Ausgleich.“ Und er verwies zugleich auf jene Bürgerinitiative, die sich nach der Wende für den Straßenbau eingesetzt hatte und der seinerzeit auch Andrea Köster (CDU) angehörte. Die heutige Kreispräsidentin nahm den Ball auf: „Die Gruppe ,A20’ war die erste Bürgerinitiative des Landes, die das Ganze durch eine Unterschriftensammlung erst auf den Weg gebracht hat.“

Als weiteren Schritt, „dass Rügen sich als Urlaubsinsel entfalten kann“, lobte schließlich Angela Merkel als letzte Rednerin den Baubeginn und konnte – unter dem Beifall der etwa 150 Zuhörer – sich einen Seitenhieb auf ihren Kabinettskollegen aus dem Süden der Republik nicht versagen: „Ich bin stolz, dass Rügen Bayern als beliebtestes Urlaubsziel überholte. Davon hätten wir vor 25 Jahren nicht zu träumen gewagt.“

Insbesondere in den Sommermonaten würden die Kapazitätsgrenzen der alten B96 oftmals deutlich überschritten, was zu Staus vor allem vor den Ampeln führe, ließ Infrastrukturminister Christian Pegel am Rande der Veranstaltung verlauten. „Hier erwarten wir durch die Fertigstellung der B96n eine deutliche Entlastung. Zugleich wird die neue Straße die Zufahrt zum Hafen Sassnitz-Mukran deutlich verbessern, vor allem zeitlich planbarer machen, was den Wirtschafts- und Industriestandort Port Mukran deutlich stärken wird.“

Die Stralsunder Bundestagsabgeordnete Sonja Steffen (SPD) hat ebenso wie Ralf Drescher (CDU) bereits jetzt eine verkürzte Fahrtzeit ausgemacht. Er spare bei Fahrten auf die Insel bis zu einer Viertelstunde Fahrtzeit ein, so der Landrat Vorpommern-Rügens.

20 Kilometer soll die B96n von Altefähr bis Bergen einmal messen. Der 13 Kilometer lange Südabschnitt bis Samtens wurde Ende 2015 eröffnet. Die letztendlichen Baukosten beliefen sich auf 96,5 Millionen Euro. 80 Millionen Euro waren mal für das Gesamtprojekt vorgesehen. Nunmehr stehen 150 Millionen Euro im Raum.

Etwa 20 Umweltschützer hatten am Montag gegen das Projekt demonstriert. Sie bezweifeln, dass so Verkehrsprobleme gelöst werden können. Sie würden mit der aus ihrer Sicht „gigantischen Naturzerstörung“ nur weiter auf die Insel verschoben.

Uwe Driest

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