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Gemeinde stoppt Fangelturm-Projekt

Grammendorf/Nehringen Gemeinde stoppt Fangelturm-Projekt

Zu teuer für die Grammendorfer, zu viele Unklarheiten / Andere Fördervarianten sollen geprüft werden

Grammendorf/Nehringen. Es deutete sich schon an, doch jetzt haben die Grammendorfer Gemeindevertreter das Projekt „Fangelturm“ abgebrochen. „Nun kann die Pomerania die Mittel anderweitig verwenden, die dafür vorgesehen waren“, sagte Bürgermeister Udo Peters (CDU). Für den Ausstieg aus dem Vorhaben, das historische Bauwerk in Nehringen sanieren zu lassen und dann touristisch zu vermarkten, votierten – außer einer Stimmenthaltung – in der jüngsten Sitzung alle anwesenden Gemeindevertreter. Vertreter der Unteren Naturschutzbehörde und der Denkmalbehörde seien zwischenzeitlich in Nehringen gewesen, war zu erfahren. Auch der Bauausschuss der Grammendorfer hatte sich mit dem Projekt beschäftigt. „Es gibt zu viele Dinge, die ungeklärt sind“, erklärte Christian Rohlfing seitens des Ausschusses und nannte Beispiele wie: „Außentreppe oder Innentreppe? Und was wird mit den Bäumen?“.

Eine endgültige Entscheidung zur Sanierung des Turms, der vermutlich in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts erbaut wurde, hatten die Grammendorfer Gemeindevertreter in ihrer Sitzung im März dieses Jahres vertagt. Grund sind die enormen Summen, die das Projekt zu verschlingen droht. Laut Berechnungen des Amtes Recknitz-Trebeltal etwa 781000 Euro. Darin enthalten unter anderem auch vorläufige Kosten für Voruntersuchungen seitens des Denkmalschutzes, notwendige Baumfällungen rings um den Turm sowie entsprechende Neuanpflanzungen. 85 Prozent des Geldes könnten aus Fördergeldern der Kommunalgemeinschaft Pomerania beglichen werden. Ein geschätzter Eigenanteil von 15 Prozent, das wären 117150 Euro, würde bei der Gemeinde verbleiben. Ein Förderantrag war bereits Anfang März bei der Pomerania eingereicht worden. Doch die Grammendorfer sagen jetzt Stopp – obwohl das Vorhaben damit nicht vom Tisch sein soll.

Jegliche Investitionsvorhaben dürften erst begonnen werden, wenn deren Finanzierung gesichert sei, war die Gemeinde seitens des Amtes Recknitz-Trebeltal im Vorfeld unterrichtet worden. Mittel „im investiven Bereich des Haushaltes der Gemeinde“ seien nicht vorhanden. Der Saldo der Ein- und Auszahlungen aus Investitionstätigkeit liege schon ohne das Vorhaben „Fangelturm“ bei minus 72360

Euro. Für den Fangelturm sollte ab 2017 die Möglichkeit geprüft werden, Finanzen über Förderprogramme wie „Leader“ oder „Iler“ einzusetzen und diese mit weiteren Fördermitteln zu kombinieren – etwa über die Deutsche Denkmalstiftung oder die Ostdeutsche Sparkassenstiftung. Es werde nach wie vor davon ausgegangen, dass die Sanierung des Fangelturms realisiert werden soll und dabei möglichst sehr wenige Eigenmittel der Gemeinde zum Einsatz kommen. Ziel solle weiterhin sein, dass der Turm nach der Sanierung zur Besichtigung und zum Ausblick über die Trebel als Grenzfluss zwischen Vorpommern und Mecklenburg zur Verfügung stehe. Aus Sicht der Verwaltung müsse im Vorfeld vertraglich vereinbart werden, dass die Gemeinde bei der künftigen Bewirtschaftung weitestgehend von finanziellen Belastungen freigehalten wird. Diese Aufgabe könne beispielsweise ein Förderverein übernehmen.

„Sicher, es ist schade“, sagt Alexander von Pachelbel, auf dessen Grund und Boden der Fangelturm steht und mit dem die Kommune einen Erbbaurechtsvertrag geschlossen hatte. Aber: „Wir sind uns einig mit der Gemeinde, dass man das Projekt im Moment nicht riskieren kann“, erklärt der Nehringer: „Unklar ist noch, was die Denkmalpflege mit Baugrundstücksvoruntersuchung meint und was das am Ende für Kosten mit sich bringt.“ Man suche aber die Kooperation mit der Behörde, versichert Alexander von Pachelbel. „Ich bin überzeugt davon, dass wir das Fangelturm-Projekt irgendwann umsetzen können. Wir müssen nur einen Schritt nach dem anderen gehen.“

Peter Franke

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