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Generationswechsel im Notariat

Grimmen Generationswechsel im Notariat

Anja Meisel übernimmt am 1. Juli das Buro von Notarin Ilse-Marie Kunze in der Grimmener Homeyer-Straße.

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Ilse-Marie Kunze und Nachfolgerin Anja Meisel vor dem Grimmener Notariat.

Quelle: Almut Jaekel

Grimmen. Generationswechsel im Grimmener Notariat. Nach 27 Jahren mit ihrem eigenen Büro in der Grimmener Homeyer-Straße übergibt Ilse-Marie Kunze am 1. Juli das Notariat an ihre Nachfolgerin Anja Meisel.

Der Schritt in die Selbstständigkeit

„In Grimmen bin ich sogar noch etwas länger als Notarin tätig“, erzählt Ilse-Marie Kunze. Exakt am 1. Juli 1986 hat sie damals im staatlichen Notariat im ehemaligen Gerichtsgebäude begonnen. „Und mit der politischen Wende musste ich mich dann entscheiden: Will ich im Beruf bleiben?“, erinnert sie sich. Sie wollte – und die einzige Alternative war die Selbstständigkeit. Um es vorweg zunehmen: Die Notarin hat diese Entscheidung nie bereut. „Aber ich bin schon ganz schön blauäugig herangegangen“, erzählt sie jetzt rückblickend.

Treue Mitarbeiter

Am 1. September 1990 übernahm Ilse-Marie Kunze gemeinsam mit einer Sachbearbeiterin zwei Räume in der Grimmener Wilhelmstraße – bis März 1992. Heute sind es sieben Mitarbeiterinnen, fast alle aus der Anfangszeit. „Das ist eine gewachsene Einheit mit sehr guten Kundenkontakten“, lobt die Nachfolgerin. Und auch Ilse-Marie Kunze weiß genau, dass sie sich auf „ihre Leute“ verlassen kann: „Sie sind sehr engagiert und haben mich während meiner Krankheit sehr unterstützt.“„Das Grimmener Notariat wird es auch in Zukunft in der Homeyer Straße geben“, informiert Anja Meisel, die mit ihrem Mann, zwei Kindern und Hunden seit sieben Jahren in Rakow lebt. Im Grimmener Notariat ist sie seit einem Jahr als ständige Vertretung tätig.

Veränderte Aufgaben

Die Hauptaufgaben des Notariats haben sich im Laufe der Jahre verändert. Anfang der 90er-Jahre hätte es Eigentumsveränderungen gegeben, wie vorher noch nie in diesem Umfang. „Beispielsweise kauften alle das Land, auf dem ihre Einfamilienhäuser standen. In Grimmen war das unter anderen der ganze Zweendamm“, erklärt Ilse-Marie Kunze. Und dann bauten viele – es gab plötzlich das Material und auch Kredite, um das zu ermöglichen. Viele Dinge habe es auch rund um das Grimmener Gewerbegebiet zu tun gegeben, das damals vermarktet wurde, später kamen die Wohngebiete. Etwas Besonderes sei der Bau des Grimmener Gymnasiums gewesen. Damals hätten alle zusammengewirkt, die so genannte Aufbruchstimmung sei noch allgegenwärtig gewesen. Heute gebe es leider Tendenzen, dass jeder bevorzugt an seinen eigenen Bereich denke, sich einige zurückziehen, bedauern die beiden Frauen. „Heute macht oft jeder nur seins“, sagt Anja Meisel.„Damals dachte ich, nach zehn Jahren wird es ruhiger und du hast mittags Feierabend“, erinnert sich Ilse-Marie Kunze. Aber so kam es ganz und gar nicht. Nur die Aufgaben haben sich verändert. Jetzt gebe es beispielsweise den Generationswechsel in vielen Firmen. Landwirte und Handwerker übergeben ihre Betriebe an die Kinder oder Nachfolger. „Das ist für uns eine Riesen-Herausforderung. Oft müssen auch Ansprüche Dritter berücksichtigt werden“, erzählt Ilse-Marie Kunze. Das alles werde von einem Notar begleitet und natürlich beurkundet. „So ist auch Anja Meisel zukünftig weiter gut beschäftigt“, sagt Ilse Marie Kunze.Familiengeschichte und -geschichten lernt man in einem Notariat kennen, wissen die beiden Frauen. Manchmal sei es wehmütig, manchmal müsse man auch staunen, wie direkt und sachlich einige an die Dinge herangehen. Eine über 80-jährige Oma sei einmal mit ihrem mit Enkel ins Notariat gekommen, um ihm etwas zu vererben, nachdem der Sohn schon Jahre zuvor die Landwirtschaft übernommen hatte. „Das ist nun das Letzte, was ich noch zu erledigen habe“ – sagte sie zu Ilse Marie Kunze, die heute noch ganz berührt von diesen Worten ist. Eine andere Familie kam, um eine Vorsorgevollmacht zu beurkunden. Bei diesem Gespräch stellte sich heraus, das die betagte Frau an Demenz litt. Und so entschlossen sich die Kinder, ebenfalls gleich eine solche Vollmacht in die Wege zu leiten.

Fließender Übergang

Es wird ein fließender Übergang, wenn Anja Meisel ab 1. Juli die Geschäfte übernimmt. Denn sie kennt sich aus im Grimmener Notariat. Und wenn sie noch Fragen hat – Familie Kunze ist ja ganz in der Nähe und froh, dass sie die Büroräume im eigenen Haus vermieten kann.Denn: So wie ihre Vorgängerin, die Haus und Hof, Familie und Büro unter einem Dach hatte und sogar die Küche mit ihren Mitarbeiterinnen teilte, will es Anja Meisel nicht halten. „Ich denke, ich brauche diesen Abstand und habe den kurzen Weg von Rakow zur Arbeit bewusst gewählt“, sagt die 33-Jährige.

Almut Jaekel

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