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Grimmen „Ich wollte nur zwei Jahre bleiben“
Vorpommern Grimmen „Ich wollte nur zwei Jahre bleiben“
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00:45 22.08.2014
Günter Teubner ist auch mit seinen 72 Jahren jeden Tag noch für die Kunden da. Im August 1964 kam er nach Grimmen. Quelle: Reinhard Amler

Ein, maximal zwei Jahre wollte er damals in Grimmen bleiben, erzählt Günter Teubner. In Halle an der Saale hatte der 22-Jährige gerade seinen Meister als Schuhmacher gemacht.

Und dort suchte man nun händeringend Leute, die in den strukturschwachen Norden gehen sollten. Teubner erklärte sich bereit. Und blieb. Bis heute.

So sind aus den zwei Jahren bereits fünfzig geworden, die er seinen Beruf nun schon im kleinen Grimmen ausübt.

„Es hat sich so ergeben“, sagt er. Er lernte seine Frau kennen, baute sich seine Werkstatt auf, wurde sesshaft. Wie das so ist im Leben.

Das runde Jubiläum blieb natürlich vielen seiner treuen Kunden nicht verborgen. Und so kamen manche mit Blümchen in der Hand zu Wochenbeginn in seine Werkstatt in die Karlstraße, um zu gratulieren.

Eine große Feier habe er allerdings nicht vor, sagt der Jubilar. Sicher werde es in der Innungsversammlung noch Gratulationen geben. Im Herbst will er auf jeden Fall nach Halle fahren, wo ihm an seinem Ausbildungsort der goldene Meisterbrief überreicht wird. Darauf freut er sich schon.

Obwohl 72-jährig, denkt Günter Teubner noch lange nicht ans Aufhören. „Ich muss einfach jeden Tag mein Werkzeug in der Hand nehmen, sagt er und zählt Bohrmaschine, Hammer und Zange auf. „Ich mache nun mal keine Kreuzworträtsel“, fügt er schmunzelnd hinzu.

Allerdings, wenn er denn mal aufhört, wird es mit einem Nachfolger schwierig. „Ich finde keinen“, sagt der Schuhmachermeister. Grimmen und das dazugehörige Einzugsgebiet seien einfach zu klein, um davon leben zu können. In Stralsund wäre das sicher anders, meint er.

Hauptsächlich sind es ältere Menschen, die heute zu ihm in die Werkstatt kommen. „Viele wohnen auf dem Land“, erklärt Günter Teubner. „Sie sind oft schon auf ihre Enkel angewiesen, die sie hierher chauffieren.“ Die meisten Kunden kommen mit einem Rezept ihres Arztes für Schuheinlagen. Damit werden vor allem Beinlängen ausgeglichen, erklärt der Schuhmachermeister. Nach Hüft-Operationen, einem Oberschenkelhalsbruch oder auch bei Arthrose-Erkrankungen sei dies nichts Ungewöhnliches. Meist hält Günter Teubner dann auch ein Schwätzchen mit der Kundschaft. Die Leute mögen das, sagt der 72-Jährige. Und er mag es offenbar auch. Meist wird zuerst über den Garten geredet, anschließend über die kranken Füße, plaudert der Meister ein wenig aus dem Nähkästchen.

Als Günter Teubner 1964 nach Grimmen kam, waren vor allem Schuhreparaturen gefragt, erinnert er sich. In den ersten zehn Jahren, von 1964 bis 1974, seien es pro Jahr 20 000 in seiner Werkstatt gewesen. Er weiß das deshalb so genau, weil er die Auftragsscheine bestellen musste. Und die hatten die laufenden Nummern 1 bis 20 000.

„Am Ende waren sie immer alle“, sagt er. Und das, obwohl es im damaligen Altkreis Grimmen an die 20 Schuhmacher gab. Wie auch das Material schnell alle war. „Das war damals das größte Problem “, blickt Teubner zurück auf eine Zeit, die auch für ihn nicht immer einfach war. „Vor allem Kleber fehlte“, erzählt er. Heute kämen Vertreter zu ihm, die würden ihm sofort einen vollen Lkw davon abladen, wenn er das nur wollte.

„Aber das alles ist mehr als 25 Jahre her“. Mit seinen 22 Jahren war er damals übrigens der jüngste Schuhmachermeister weit und breit. Drei Altgesellen übernahm er in Grimmen. Einer davon war bereits 54 Jahre alt. Auch das war eine Herausforderung, sagt er. Heute freut er sich jedenfalls, dass er noch jeden Tag seiner Arbeit nachgehen kann und immer noch gefragt ist bei seinen Kunden. Denn Laufkundschaft gibt es in seiner Ecke, gleich am Stadtpark, nicht. In der Straße der Solidarität, wo er vorher seine Werkstatt hatte, sei das anders gewesen, sagt er. Vor sechs Jahren habe er seine Werkstatt in sein Wohnhaus verlegt. Das findet er heute ideal. „Hätte ich es bloß schon früher gemacht“.

Ich muss einfach jeden Tag mein Werkzeug noch in die Hand nehmen.“ Günter Teubner, Schuhmachermeister



Reinhard Amler

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