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„Im Herbst wird hier gemordet“

Prunk, Zerfall und Wiederaufbau: Das Gutshaus in Zarrentin „Im Herbst wird hier gemordet“

Denkmalgeschütztes Landhotel bietet Zimmer, Themen-Gastronomie und bald auch Krimi-Theater

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Das Zarrentiner Gutshaus: Im Sommer sitzen die Gäste des hauseigenen Hofcafés gern auf der Terrasse unterm Sonnenschirm. Fotos (3): Peter Franke

Zarrentin. „Im Herbst wird hier gemordet“, verrät Bernhard Lunkenheimer. Doch keine Angst, es fließt kein echtes Blut. Eine Theatergruppe aus Stralsund tritt am 21.

OZ-Bild

Denkmalgeschütztes Landhotel bietet Zimmer, Themen-Gastronomie und bald auch Krimi-Theater

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Oktober um 19 Uhr im Zarrentiner Gutshaus auf. Gespielt wird ein Krimi, im Saal. „Bei einem Dreigangmenü. In den Pausen wird das Stück aufgeführt“, erklärt Lunkenheimer. Es gelte, einen Mordfall aufzuklären, und das Publikum werde einbezogen.

Bernhand Lunkenheimer und seine Frau Dorlis sind Eigentümer des Gutshauses, das inzwischen Landhotel Gut Zarrentin heißt und als Geheimtipp gehandelt wird bei denjenigen, die mitten in vorpommerscher Landschaft und abseits des touristischen Trubels Urlaub machen möchten. Seit Ende 2013 leben Lunkenheimers, die aus Bayern stammen, im Zarrentiner Gut, das sie von Vorbesitzerin Waltraud Fröhlich gekauft hatten. Eine Menge Zeit und Geld haben sie schon in die Sanierung des denkmalgeschützten Baus gesteckt. Als Lunkenheimers seinerzeit in Zarrentin ankamen, war der Zustand des Hauses „eher ruinös. Sämtliche Wände und Böden waren aufgeweicht,“ sagt Dorlis Lunkenheimer. Inzwischen ist das Gutshaus ein Schmuckstück und nicht nur Hotel mit Café und Themen-Gastronomie, sondern auch ein Ort der Kultur. So trat etwa Petra Schwaan-Nandke mit ihrem neuen Stück „Mudder Mölsch ‘Reis‘ nah Berlin“ wegen des großen Erfolges gleich zweimal hintereinander in Zarrentin auf.

Das Landhotel Gut Zarrentin verfügt jetzt über neun Zimmer, davon sieben Doppel- und zwei Einzelzimmer. Eines der Zimmer kann als Familiensuite für bis zu vier Personen genutzt werden. „Im Anbau werden noch zwei Ferienwohnungen ausgebaut“, erläutert Bernhard Lunkenheimer. Die beiden Geschäftsleute beschäftigen inzwischen drei Mitarbeiter. „Unsere Hotel ist bis Mitte September fast ausgebucht“, berichtet Dorlis Lunkenheimer. Das bringt eine Menge Arbeit. Aber: „Es ist sehr erfüllend und macht viel Spaß“, sagt Bernhard Lunkenheimer.

Spektin und Huseol lebten einst in Cerntyn

Erstmalig Erwähnung findet der Ort Zarrentin im Jahr 1320 unter dem Vasallen Wizlaw dem Dritten, schreibt der Leyerhofer Heimatforscher Wolfgang Marder in seinem Buch „Güter und Dörfer im Kreis Grimmen“. Als Einwohner von „Cerntyn“, wie das Dorf damals genannt wird, werden Spektin und Huseol in den Quellen genannt. Um 1500 geht das Dorf in den Besitz der Landesfürsten über, das Patronat erhält die Kirche.

1666 erhält General Mevius vom schwedischen König das Gut und Dörfer Kirch Baggendorf und Brönkow als Lehen zugesprochen. Damit erwirbt er das Nutzungsrecht an den Gütern. Mevius wurde 1609 als Sohn eines Greifswalder Professors geboren und war später Vizepräsident des hohen Tribunals in Wismar und somit oberster Richter für die schwedische Regierung im Heiligen Römischen Reich deutscher Nation.

Für seine Verdienste wird Mevius geadelt.

Zwischen 1790 und 1800 lässt Rudolph von Mevius ein neues Gutshaus mit Wehrturm und Anbaukeller errichten.

Es folgen mehrere Besitzerwechsel. Im Jahr 1925 gehören zum Gut 90 Pferde, 100 Rinder und 30 Schweine. In einem umgebauten Stallgebäude auf dem Gutshof ist früher eine Bäckerei betrieben worden. Auch eine Gastwirtschaft hat es auf dem Hof einst gegeben.

Nach dem Ende des zweiten Weltkrieges, 1945, sind im Zarrentiner Gutshaus Flüchtlinge untergebracht, wie in vielen anderen Herrenhäusern auch. In den 1950er-Jahren verlassen die Gutshausbesitzer, die Familie Meyer, den Ort. Das Gebäude wird zu einem Wohnhaus umgebaut. Nach 1990 erwirbt Familie Fröhlich das Haus, lässt es restaurieren und vermietet bereits Zimmer.

Verwendete Quelle: Wolfgang Marder, „Güter und Dörfer im Kreis Grimmen“

Jahreszahlen und Fakten

Zarrentin wurde vor Jahrhunderten auch Cerrentin oder Cerntyn genannt.

Im Jahre 1409 wird eine Familie Lüssow als Besitzer des Gutes Zarrentin genannt.

1573 wird Werner Tribsees als Eigentümer genannt und 1666 General von Mevius.

Zwischen 1790 und 1800 entsteht unter Carl Rudolph von Mevius das Herrenhaus.

Zu DDR-Zeiten diente das Gebäude als Kindergarten, Gemeindebüro und Eierannahmestelle. In den 1990er-Jahren war das unter Denkmalschutz stehende Herrenhaus aufwändig restauriert worden. Das Gebäude war zuletzt zwei Jahre lang ungenutzt gewesen, Heizungsrohre platzten.

Verwendete Quelle:

www.gutshaeuser.de

Peter Franke

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