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Grimmen In Nehringen ist das Handy fix vergessen
Vorpommern Grimmen In Nehringen ist das Handy fix vergessen
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01:30 27.08.2014
In Kanadiern oder Kajaks kann man von Tribsees oder von Nehringen aus auf der Trebel paddeln. Dieser Freizeitsport gewinnt zunehmend an Bedeutung. Und das sowohl bei Jüngeren als auch Älteren. Das Foto zeigt junge Leute aus Grimmen, die mit Hilfe von Franziska Hänßgen (r.) vom Wasserwanderrastplatz ein Kanadier-Boot zu Wasser lassen. Quelle: Fotos: Reinhard Amler (3), Peter Franke, Walter Scholz

Sonja Burchard kommt aus Hamburg und ist schon das dritte Mal in Nehringen. Des Wasserwanderns wegen. „Es ist wunderbar hier“, sagt sie. „Wir werden immer freundlich aufgenommen. Vor allem kann man in dieser Region auch mal wild campen. Um Hamburg herum wäre das nicht möglich“, fügt sie augenzwinkernd hinzu. Sonja Burchard liebt die Ruhe. Erst vor kurzem waren sie und ihre Freunde in Schweden. „Wir wollten gar nicht wieder weg“, erklärt ihre Freundin Angie Bomborka. Zu Acht waren sie aus Hamburg nach Nehringen gekommen.

„Wir sind sehr gut ausgelastet“, erklärt Birgit Braun, die Leiterin des Jugendgästehauses „Graureiher“ in Nehringen, das auch den Campingplatz mitbewirtschaftet. Allerdings sind es nicht die privaten Camper, die bei ihnen in erster Linie anfragen, sondern Jugendgruppen, die in den mittlerweile 65 Betten umfassenden Gästehäusern übernachten. „Zurzeit kommen viele Berliner Klassen. Das hängt sicher damit zusammen, dass wir auf der Internationalen Tourismusbörse geworben haben“, vermutet sie.

„Sie glauben gar nicht, wie schnell die jungen Leute bei uns vergessen, dass sie ein Handy haben“, plaudert Birgit Braun ein bisschen aus dem Nähkästchen. „Und das liegt nicht nur daran, dass hier schlechter Handyempfang ist“, fügt sie lächelnd hinzu.

Kanu fahren fasziniert eben. Genauso aber auch die hier angebotenen Steinzeitlager, die ebenso viel gebucht werden. Wenn es mit dem Kanu auf die Trebel geht, sind es meist einfache Touren nach Demmin oder Tribsees, die sie jungen Leuten empfiehlt. Beide Strecken sind etwa 17 Kilometer lang. Ungeübte benötigen fünf Stunden. Erfahrene Paddler zweieinhalb , sagt Birgit Braun.

Mit den Wasserwanderrastplätzen in der Umgebung pflegt das Jugendgästehaus eine gute Zusammenarbeit. „Vor allem, wenn wir zusätzlich Boote benötigen“, sagt Birgit Braun. Die Rastplätze in Tribsees und Demmin gehören ein und demselben Betreiber.

„Als Kanuhaus sind wir in der Lage, bei Bedarf sofort 130 Personen aufs Wasser zu bringen“, erläutert Klaus Hänßgen, der zusätzlich zum Demminer Platz, den er schon seit 2004 betreibt, im vergangenen Jahr auch den Tribseeser von der Stadt übernommen hat. Wasserwandern sei eine Wachstumsbranche, sagt er.

„Auch wenn sich das in Tribsees bislang noch nicht bewahrheitet“, fügt er hinzu. Mittlerweile hat er knapp 15 000 Euro in die Anlage investiert. So entstand nicht nur eine Feuerstelle, auch die Einfriedung wurde verbessert und zwei Container für Materialien angeschafft.

Seit Hänßgen den Platz in Tribsees leitet, gibt es hier auch mehr Boote. Schnittige, moderne. Die Kanadier wiegen knapp über 30 Kilo und können somit auch an Land gut transportiert werden. Ein Wassertreter ist auch noch vorhanden. „Der Zulauf in Tribsees ist zwar besser als 2013“, sagt Hänßgen, der im wirklichen Leben als Notarzt arbeitet. Schwarze Zahlen schreibe er hier aber noch nicht.

Dennoch will er unbedingt am Trebelstädtchen festhalten, weil Tribsees Superausgangspunkt für alle möglichen Touren sei.

„In diesem Jahr“, hat Mitarbeiter Erik Rosendahl beobachtet, „sind hier auch schon mehr auswärtige Gäste als sonst angekommen.“ Manche sogar von weither: aus Amerika, Frankreich und Holland. Der älteste Kunde, erzählt er, war ein Mann vom Bodensee. Mit 90 Jahren stieg er noch ins Faltboot. Rosendahl war begeistert.

Hänßgen sagt, dass sich die Leute zunehmend im Internet Ziele aussuchen. Er hofft, dass der Trend anhält und würde sich wünschen, wenn es gelänge, auch die Tribseeser noch mehr fürs Wasser zu begeistern. Am 13. September ist dazu Gelegenheit, sagt er. Dann findet nämlich die alljährliche Mondscheinparty auf dem Wasserwanderrastplatz statt. Ein Highlight der Saison. So etwas schwebt Birgit Braun in Nehringen auch vor. Abends könne man Geräusche auf dem Wasser viel intensiver wahrnehmen und Tiere besser beobachten, erklärt sie. Allerdings müssen natürlich immer Sicherheitsstandards eingehalten werden, sagt sie. Und das vor allem, wenn es dunkel ist. Ganz wichtig seien neben Rettungswesten anwesende Rettungsschwimmer. Daran hapert es meist noch. Es sei denn, die Gruppen bringen eigene mit.

Wer übrigens nur eine einfache Tour machen möchte, also von Tribsees nach Nehringen oder umgekehrt, der kann vorher vereinbaren, dass sein Boot per Transporter wieder zurückgeholt wird.



Reinhard Amler

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