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Junger Horster startet in Miltzow durch

Miltzow Junger Horster startet in Miltzow durch

Alexander Schulz kauft ehemalige Fläche des Reifen-Recyclingwerkes für Metall- und Stahlbau

Miltzow. Alexander Schulz, Geschäftsführer der MIS Vorpommern GmbH, hat seit wenigen Wochen seinen Firmensitz in Miltzow. Das allein wäre sicher nicht der Erwähnung wert, handelte es sich dabei nicht um das Verwaltungsgebäude des ehemaligen Altreifen-Recycling-Werkes. Das Areal, auf dem seit etwa 15 Jahren Tausende von Altreifen lagern, ist ein Schandfleck. Mitten im Dorf. Zum Leidwesen der Gemeinde Sundhagen, zu der auch Miltzow gehört.

„Wir wollen die 11 800 Quadratmeter Fläche jetzt erwerben“, erläutert Schulz, der im vergangenen Jahr mit seiner Firma auch den OZ-Existenzgründerpreis gewonnen hatte, seine Pläne. Die Verhandlungen laufen auf vollen Touren.

Schulz will künftig an der Reinberger Straße Stahl- und Metallbau betreiben. Bislang nutzt der Jungunternehmer dafür eine kleine Halle in Horst. „Dort ist es aber zu eng geworden“, sagt der 30-Jährige. Immerhin arbeiten in seinen Unternehmen schon 83 Menschen, wenngleich 90 Prozent davon außerhalb auf Montage beschäftigt sind. Wie Schulz selber, stammen die meisten von der Volkswerft in Stralsund. Nach deren Insolvenz 2014, hatte sich der junge Mann, der übrigens in Horst aufgewachsen und zur Schule gegangen ist, schnell entschlossen, ein eigenes Unternehmen zu gründen.

„Es läuft bislang gut“, zieht er kurze Bilanz. „Wir haben eine stabile Auftragslage“. Viele seiner Mitarbeiter sind derzeit in Dänemark zugange, wo die beiden seinerzeit auf der Volkswerft gebauten und dort nie vollendeten Scandlines-Fähren komplettiert werden. Schulz hat aufgrund seiner Tätigkeit auf der Volkswerft, wo er zuletzt als Technologe tätig war, viele Kontakte zu potenziellen Auftraggebern. An der gesamten Ost- und Nordseeküste, bis hin nach Holland, Dänemark und Schweden. Die will er nutzen. Für die Region. „Als wir uns für einen neuen Standort entschieden, haben, hatten wir die Wahl zwischen Stralsund und Miltzow. „Ich wollte aber hier bleiben, wo ich herkomme“, sagt er. Und Miltzow bot sich dafür an. Denn das ehemalige Reifen-Recyclingwerk liegt nicht nur verkehrsgünstig und hat Gleisanschluss, sondern verfügt auch über 2500 Quadratmeter bebaute, isolierte Hallenfläche. Die will Alexander Schulz so schnell wie möglich nutzen.

Nachteilig an dem Objekt sind die vielen Altreifen, für die es bislang keine Verwendung gibt. Schulz schätzt deren Zahl auf 250000 bis 300 000. Sie wurden um die Jahrtausendwende zum Zwecke der Verwertung angeliefert. Leider kam es in Miltzow nie zur industriellen Altreifen-Pyrolyse, wie die Verwertung im Fachjargon heißt, obwohl damals viele Fördermittel in die Unternehmen, das sich hier nacheinander angesiedelt hatten, geflossen sind. Die Reifen zu entsorgen, sei ein großes Problem, meint Schulz.

Allein ihr Abtransport würde Unmengen von Geld verschlingen, weil auf einen Laster höchstens sechs Tonnen passen. Der Firmenchef hat schon viele Szenarien durchgespielt, bis hin zur Vor-Ort-Verarbeitung. Aber ein umsetzbares Konzept hat er noch nicht. Wenn man die Reifen in Energie umwandeln könnte, so lagerten hier 6000 Megawattstunden, rechnet der staatlich geprüfte Maschinenbautechniker vor. Die hätten einen Gegenwert von 800000 Euro. Aber wie bloß lassen sich Tausende Reifen kostengünstig in Energie umwandeln? Das ist die große, bislang noch unbeantwortete Frage.

Aber die Reifen seien nicht sein vordergründiges Problem, sagt Schulz. Zunächst muss der Produktionsstandort zum Laufen kommen. Denn damit verdient der Unternehmer schließlich das Geld, welches er dann für die anstehenden Investitionen, einschließlich Reifenentsorgung, benötigt.

Grünes Licht für seine Vorhaben hat er inzwischen von der Gemeindevertretung bekommen. Denn die beschloss in ihrer März-Sitzung bereits die Aufstellung eines Bebauungsplanes. „Wir stehen dem Vorhaben von Herrn Schulz aufgeschlossen gegenüber“, sagt Bürgermeister Helmut Krüger (CDU). Der B-Plan ist notwendig, weil das Gelände, das als Industriestandort eingeordnet ist, eine Nutzungsänderung erfährt, die mit Umbauten verbunden ist. Alexander Schulz will recht bald in Miltzow produzieren und hofft natürlich jetzt darauf, dass alle, vor allem die Ämter, mitziehen. Ende des dritten Quartals soll das neue Werk in voller Auslastung produzieren, sagt er.

Von Reinhard Amler

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