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Kleinbahnhof Baabe: Drei Wände bleiben vom Denkmal übrig

Baabe Kleinbahnhof Baabe: Drei Wände bleiben vom Denkmal übrig

Der Güterboden soll auf Sand gebaut und nicht mehr zu halten gewesen sein / Die Fassade soll in kürzester Zeit wieder aufgebaut werden und der Rest bis zum nächsten Jahr folgen

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Der Bagger kämpft sich durch das Mauerwerk. Die alte Gepäckwaage wird abtransportiert.

Quelle: Gerit Herold

Baabe. Lange Zeit passierte gar nichts — und nun geht es alles ganz fix. Gestern Morgen waren vom Bahnhofsgebäude in Baabe noch drei Wände übrig — Dach weg, Güterboden auch. „Trotzdem wollen wir das Objekt weiterhin im Bestand sanieren“, sagt Matthias Kley, Kaufmännischer Leiter der Rügenschen Bäderbahn, die den Rasenden Roland unter Dampf hält. Und auch Thomas Hunger ist froher Hoffnung, dass „wir die drei Wände noch halten können, aber vor Überraschungen ist man nicht gefeit“, sagt der Bauleiter der Pressnitztal-Bahn, dem Mutterunternehmen der Bäderbahn.

 

OZ-Bild

Wir wollen weiter im Bestand sanieren.“Matthias Kley, Rügensche Bäderbahn

Quelle:

Eine erste Überraschung zu Baubeginn nach genauerer Untersuchung soll es gewesen sein, dass der Güterboden des noch auf der Denkmalliste des Landkreises Vorpommern-Rügen verzeichneten Gebäudes nur auf Sand gebaut gewesen sei — „ohne eine ordentliche Gründung nach allen Regeln der Baukunst“, sagt Kley. Deshalb und auch wegen der vielen Risse im Baukörper sei entschieden worden, ihn komplett abzureißen. „Das ganze Gebäude war akut einsturzgefährdet“, ergänzt Bauleiter Hunger.

Dass es am Kleinbahnhof endlich losgeht, darüber freut sich der Bürgermeister des Ostseebades, Hartwig Diwisch (CDU): „Es ist schon so viele Jahre geplant. Für Baabe ist das ganz toll und wichtig.

Schließlich betrifft das den Eingangsbereich des Urlauberortes. Wenn die Gäste durch das Mönchguttor kommen, sahen sie bisher immer diesen Schandfleck.“ Zudem sei der Bereich mit Kleinbahnhof, Parkplätzen, Bushaltestelle und Radweg ein wichtiger Verkehrsverknüpfungspunkt, der jetzt mit dem Umbau des Bahnhofsgebäudes auch eine öffentliche Toiletten erhalte, so Diwisch. Nicht ganz glücklich ist der Orts-Chef mit dem Zeitpunkt der Bauarbeiten zum Saisonstart.

Eigentlich habe man im Herbst des vergangenen Jahres anfangen wollen — die unterschiedlichsten Gründe hätten aber zur Verzögerung geführt, sagt Matthias Kley. Er versichert aber, dass der Bauherr nunmehr Gas gibt: „Wir versuchen, in kurzer Zeit die Außenhülle wieder aufzubauen. Der Innenausbau folgt dann danach, so dass das Gebäude zu nächsten Saison komplett samt Fahrkartenverkauf im Inneren fertig ist.“ Und Kley verspricht: „Wir sind sicher, dass sich die Stadtväter und -mütter dann auf die Schulter klopfen können, was an ihrem Ortseingang entstanden ist.“

Dr. Markus Sommer-Scheffler ist das vor mehr als 100 Jahren gebaute Bahnhofsgebäude nicht unbekannt. „Das hat unter dem langen Leerstand erheblich gelitten. Ich war da mal drin. Das sah ganz schlimm aus“, sagt der Denkmalschützer des Landkreises Vorpommern- Rügen. Und er stellt deshalb auch nicht in Abrede, dass manchmal „schwere Eingriffe nötig“ seien. Überhaupt sei der Eigentümer nach den Buchstaben des Gesetzes zum Erhalt eines Denkmales nur verpflichtet, wenn „der Aufwand dafür im Rahmen des Zumutbaren liegt“.

Der Eigentümer versichert jedenfalls, dass er das Gebäude nach altem Vorbild wieder aufbauen wolle, dass aus der Ruine wieder ein Schmuckstück werde. Dazu hat Denkmalschützer Sommer-Scheffler ein ganz eigene, eine ganz persönliche Meinung: „Mir ist es lieber, dass etwas ganz Neues mit einem anderen Antlitz gebaut wird, wenn das Alte aus den verschiedensten Gründen nicht mehr erhalten werden kann. Ich bin für einen klaren Schnitt.“

Vier Bahnhöfe saniert

5 Bahnhofsgebäude gibt es an der Kleinbahnstrecke zwischen Putbus und Göhren. Die in diesen Orten sowie in Binz und Sellin sind längst saniert.

Ursprünglich wollten die Baaber ihren Bahnhof sanieren. Erst warteten sie vergeblich auf eine vom Straßenbauamt versprochene Regenentwässerung, dann gestalteten sie das Bahnhofsumfeld selbst um. Gleichzeitig sank die Förderquote für ihr Bahnhofsprojekt — von dem sie sich dann verabschiedet haben.

Von Chris-Marco Herold und Gerit Herold

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