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Lubmins Maschinenhalle bekommt neue Fassade

Lubmin Lubmins Maschinenhalle bekommt neue Fassade

Die Energiewerke Nord investieren drei Millionen Euro in einen der größten deutschen Industriebauten

Lubmin. Die Maschinenhalle des ehemaligen Kernkraftwerkes in Lubmin bekommt wasserseitig eine neue Außenhaut. Die Energiewerke Nord (EWN), denen die Halle gehört, investieren drei Millionen Euro in eine neue Metallverkleidung und in neue Fenster. „Die Sanierung war aus Arbeitsschutzgründen dringend notwendig“, erklärt EWN-Sprecherin Marlies Philipp. Ein Großteil der Fenster sei kaputt gewesen. „In der Halle werden hochwertige Stähle verarbeitetet. Da muss beim Schweißen ein konstante Temperatur herrschen“, erläutert sie.

Die 980 Meter lange Halle, 1973 in Betrieb genommen, ist eine der größten Industriehallen im Norden. Von Rügen und vom Bodden aus ist das Bauwerk weithin sichtbar.

Liebherr hat mittlerweile die gesamte Halle gemietet, um darin Großaufträge für den Kranbau abzuarbeiten. „Wir werden deshalb auch in der Halle investieren und die Kranbahn wieder herrichten.

Liebherr selbst will ein Bohrwerk einbauen“, sagt Marlies Philipp.

Den Auftrag zur Fassadensanierung erhielt ein einheimisches Unternehmen: Die Hallen- und Anlagenbau GmbH (HAB) Wusterhusen. 20 Mitarbeiter arbeiten seit vergangenen November auf der Baustelle. „Es sind fünf verschiedene Gewerke tätig: Gerüstbau, Abriss, Unterbaukonstruktion, Plattenmontage und Fensterbau“, berichtet Projektleiter Daniel Schnaak. Für den 27-Jährigen, der im vergangenen Herbst bei HAB begonnen hat, ist es das erste Großprojekt. „Ich habe große Verantwortung übertragen bekommen, das motiviert. Wir sind ein außergewöhnlich gut eingespieltes Team auf der Baustelle und liegen im Zeitplan. Ende Juli ist das Projekt fertig“, sagt Daniel Schnaak.

Die Bauleute haben zunächst 20000 Quadratmeter Glasfassade mit einem Gewicht von 160 Tonnen demontiert. Die neuen Fensterscheiben schimmern grünlich und sind aus Fieberglas. Eine logistische Meisterleistung vollbringt der Gerüstbau an der 30 Meter hohen Halle. Insgesamt müssen 25000 Quadratmeter Gerüste aufgebaut werden.

Die Sanierung erfolgt abschnittweise: Sobald eine Fläche abgenommen wurde, fallen dort die Gerüste und werden am unsanierten Ende wieder angesetzt. Die Fassadenmonteure bringen zunächst eine Unterkonstruktion an. „Dabei werden 123 Tonnen Stahl verarbeitet. Würde man die Kantteile aneinander legen, kämen 8,5 Kilometer zusammen“, schildert der Projektleiter. Darauf werden dann 16

500 Quadratmeter Platten aus Trapezblech montiert. Die Sechs-Meter-Platten werden verschraubt. „Diese Arbeit verrichten immer fünf Kollegen – zwei reichen die Platten hoch, drei montieren auf dem Gerüst. Jeder von ihnen verarbeitet mehr als 30000 Schrauben“, nennt Schnaak noch eine Zahl. Tommy Vollbrecht und Mathias Lewerenz gehören dazu. „Es ist eine Riesenfläche und ziemlich kräftezehrend. Aber wann wird schon mal so eine gigantische Fassade saniert? Toll, dass wir dabei sein dürfen“, freuen sie sich.

Pro Tag schaffen die HAB-Mitarbeiter 120 Quadratmetern. „Ausgezeichnete Qualität ist oberstes Gebot“, meint Daniel Schnaak. Schon gibt es erste Rückmeldungen. „Vom Jagdschloss Granitz (Rügen) aus sehe die helle Fassade klasse aus und werte das Gebäude auf, war das Fazit von Anrufern“, berichtet der Projektleiter.

Cornelia Meerkatz

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